Pina Bausch - Biographie

Persönliche Daten

"Pina Bausch" (* 27. Juli 1940 in Solingen, Nordrhein-Westfalen; eigentlich "Philippine Bausch") ist eine deutsche Tänzerin, Choreografin, Tanzpädagogin und Ballettdirektorin des gleichnamigen Tanztheaters in Wuppertal. Pina Bausch avancierte zur Kultfigur der internationalen Tanzszene. Sie gilt in der Fachwelt als die bedeutendste Choreografin der Gegenwart.

Stationen

Pina Bausch ist das dritte Kind von August und Anita Bausch, die eine Gastwirtschaft mit einem kleinen Hotelbetrieb in Solingen an der Focher Straße führten, wo sie auch geboren wurde. Sie beschreibt einmal ihre Kindheit, dass sie 'in einer Kneipe aufgewachsen' sei. Gerne hielt sie sich in der elterlichen Gaststube unter den Tischen oder anderswo auf. Schon als Kind nahm sie Ballettunterricht und trat in Kinderstücken und Operetten auf. Mit 14 Jahren begann sie 1955 ein Tanzstudium an der Essener Folkwangschule mit dem bedeutenden Tanzneuerer Kurt Jooss als Lehrer. 1958 schloss sie ihr Studium in Bühnentanz und Tanzpädagogik mit dem erstmalig ausgelobten Folkwang-Leistungspreis ab. Wegen dieser Auszeichnung erhielt sie 1959 ein Stipendium des DAAD und konnte in den USA an der berühmten Juilliard School in New York studieren. Choreografen wie José Limon und Antony Tudor waren dort ihre Lehrer. Anschließend bildete sie sich in der Dance Company von Paul Sanasardo und Donya Feuer weiter. 1961 erhielt sie als Mitglied des 'New American Ballet' ein Engagement an der Metropolitan Opera in New York.

Auf Einladung von Jooss kehrte sie 1962 nach Deutschland zurück. Nun tanzte sie im Folkwang-Ballett als Solistin und assistierte zunehmend auch Jooss. Mit diesem Ballett begannen Bauschs bis heute anhaltende Tourneereisen. Es folgten fast jährliche Einladungen zu den Schwetzinger Festspielen. 1967 arbeitete sie mit dem Tänzer und Choreografen Jean Cébron und 1968 tanzte sie auf den Salzburger Festspielen. Ab 1968 erarbeitete sie auch Choreografien und Stücke. 1969 übernahm sie die Nachfolge von Jooss. Bis 1973 und später wieder von 1983 bis 1989 war sie die künstlerische Leiterin der Tanzabteilung an der Folkwang Hochschule in Essen-Werden.

Seit 1972 unterrichtete sie immer wieder als Gastlehrerin in Modern Dance. Trotz ihrer Bedenken konnte Arno Wüstenhöfer, der Intendant der Wuppertaler Bühnen, sie 1973 als Leiterin der Ballettsparte gewinnen. Er billigte ihr großzügig künstlerische Autonomie zu, und das Tanztheater Wuppertal heißt seitdem auch Tanztheater Pina Bausch.

Mit einem Brecht-Weill-Abend im Jahre 1976 ('Die sieben Todsünden') erprobte Pina Bausch ganz neue Formen der Tanzkunst. Hier brach sie endgültig mit den konventionellen Tanzformen. Als sie 1980 zum ersten Mal zum Berliner Theatertreffen eingeladen wurde, kann man davon sprechen, dass sich das Tanztheater endgültig im deutschen Theaterleben durchgesetzt hat und neben dem Sprechtheater eine gleichwertige Stellung einnimmt. Dann erfolgte 1983 die Einladung zum Festival von Avignon. Seit Mitte der 80er Jahre gilt das Wuppertaler Tanzensemble auch im Ausland als wichtigster Vertreter des bundesdeutschen Balletts.

Im Oktober 1998 feierte die Prinzipalin das 25-jährige Bühnenjubiläum ihres Ensembles mit einer Retrospektive ihrer erfolgreichen Stücke. In einem großen, mehrwöchigen Tanz-Fest mit 428 Künstlern aus 31 Ländern wurde Pina Bausch als unumstrittene Königin der internationalen Tanzkunstszene geehrt.

Der Stil von Pina Bausch

Die ersten eigenen Choreografien Pina Bauschs sind noch stark dem Modern Dance verpflichtet.

Ab den "Sieben Todsünden" (1976) und vor allem "Blaubart" ändert sich ihr Stil dann merklich und wurde zu dem, was später ihr Markenzeichen darstellen sollte: Gesang, Pantomime, Sprache und Alltagsgesten erhalten einen wichtigen Anteil am Bühnengeschehen. In ihren eigenen Worten: 'Mich interessiert nicht so sehr, wie sich Menschen bewegen, als was sie bewegt.' (Schulze-Reuber, "Das Tanztheater Pina Bausch")

Pina Bauschs 'Fragen'

Ihre Vorbereitungen auf ein Stück sind berühmt geworden. Im Laufe der Zeit ging sie dazu über, ihren Tänzern Fragen zu unterschiedlichsten Themen und Situationen zu stellen, die ihrer Intuition nach zum Stück gehören könnten, wie: 'Mach mal etwas ganz Kleines. Etwas abbrechen, was ist dann. Etwas Gefährliches mit einem niedlichen Gegenstand tun. Eine Geste, die etwas mit Hilflosigkeit zu tun hat.' Aus den entstehenden Improvisationen sucht sie das Material aus, das etwas noch nie Gesehenes darstellt, und versucht dann, es ins entstehende Stück einzubauen.

Inszenierung

Bauschs Stücke sind Collagen, Bilderfolgen an der Grenze zwischen Realität und Traum, mit vielen Parallelhandlungen, die gleichzeitig auf der Bühne ausgeführt werden. Auch die Wiederholung einer Handlung ist bei ihr ein wichtiges Stilmittel, so fordert z.B. das mehrfache Wiederholen der immergleichen Szene (wodurch gerade die Abweichungen besonders betont werden) in "Blaubart" vom Zuschauer ausgesprochene psychische Belastbarkeit und die Fähigkeit, Nuancen wahrzunehmen.

Die revueartigen Stücke folgen einer inneren Logik, einem Bewusstseinsstrom und nicht einer äußerlich zusammenhängenden Story. Sie arbeitet äußerst akribisch und sagt von sich: 'Meine Stücke wachsen nicht von vorne nach hinten, sondern von innen nach außen.' (J. Schmidt 1992, "Tanztheater in Deutschland"). Das führt dazu, dass die Szenenfolge manchmal bei der Generalprobe noch nicht ganz feststeht. Das Material, das so gesammelt wurde, reicht regelmäßig für weit mehr. Die letzte Entscheidung trifft Pina Bausch dann oft sehr spät.

Ensemble

Für dieses Vorgehen braucht sie Tänzer, die nicht das klassische Tanzideal verkörpern oder verlangen. Sie müssen bereit sein, wegzugehen von der Schönheit, der idealen Unverwundbarkeit und bereit sein, sich auch als die Menschen und Typen, die sie sind, auf die Bühne zu stellen, Sprache zu verwenden, Mimik zu zeigen, Schwäche zu demonstrieren. In einem Alter, in dem klassische Tänzer nicht mehr auf der Bühne gefragt sind, tanzen Bauschs Ensemblemitglieder immer noch. Sie hat einmal geäußert, dass sie nicht so interessiert ist an Tänzern, die alles sofort 'ganz toll' machen. Sie bevorzuge die, die sich selbst vielleicht noch nicht so ganz kennen, denen sie vielleicht auch helfen könne, etwas Neues zu entdecken (Schulze-Reuber, "s.o."). Das erfordert ein sehr enges, offenes und vertrauensvolles Verhältnis zu den Tänzern ihres Ensembles, von denen einige, wie Dominique Mercy, Jan Minarik, Jo Ann Endicott, Bernd Uwe Marszan und Ruth Amarante fast seit Beginn ihrer Laufbahn über viele Jahre hinweg mit ihr zusammenarbeiten.

Musik

Auch ihre Musikauswahl ist eklektisch: Gershwin kommt genau so zum Einsatz wie Gluck, alte Schlager oder ein Kinderlied. Verwendet wird, was der jeweiligen Szene dient, ihre Stimmung unterstreicht oder, indem es sie unterläuft, eine Bedeutungsebene hinzufügt.

Bühnenbild

Ebenso wichtig ist das Bühnenbild: Da der visuelle Eindruck dieser Art Theater nicht nur von Bewegung abhängt, muss das Bühnenbild das Nach-außen-Bringen des inneren Zustands unterstreichen, dem Zuschauer Zustände und Gefühle vermitteln und dem Ensemble den Raum bieten, in dem sich die psychologische Handlung entfalten kann. Bauschs erster Bühnenbildner Rolf Borzik setzte bis zu seinem frühen Tod 1980 Maßstäbe mit seinen Bühnenräumen für ihre Aufführungen. Besonders auffällig ist bei ihr die Verwendung von natürlichen Materialien: Wasser, Erde, Zweige oder trockene Blätter, mit denen der Tanzboden bedeckt ist.

Inhalte

Pina Bauschs Stücke handeln von sehr persönlichen und gleichzeitig universellen Themen, von Ängsten, Terror, Tod, Verlassenwerden, Liebe und Sehnsucht und dem Verhältnis zwischen den Geschlechtern. Kinderspiele werden vorgeführt, Männer tragen Frauenkleider, aus Zärtlichkeiten wird Gewalt und umgekehrt. Menschen prostituieren sich voreinander, um ein Gegenüber zu finden. Immer sind die gefundenen Bilder so ungewöhnlich wie möglich. Die Masken und Verhaltensweisen, die ein Mensch in der Gesellschaft zeigt, werden grotesk aufs Korn genommen. "Arien" zeigt die unglückliche Liebesgeschichte zwischen einer Frau und einem Nilpferd. In "Café Müller" sind zwei Männer im Abendanzug ins Gespräch vertieft. Das 'Gespräch' besteht nicht darin, dass sie miteinander reden, sondern es bläst einer Rauchringe in die Luft, während der andere aus einem Glas trinkt und das Getrunkene aus dem Mund übers Kinn rinnen lässt - Komik und Kommunikationslosigkeit zugleich. Das ausgeprägte Ringen mit der kalten Realität und Hoffnungslosigkeit, die ihre frühen Stücke auszeichnen, ist im Lauf der Zeit nach Ansicht der Kritiker einer größeren Lebenslust gewichen (Schulze-Reuber, "s.o.").

Reaktionen des Publikums

Die Reaktionen auf Bauschs Tanztheater waren von Anfang an zwiespältig. Einerseits bildete sich schnell eine feste Gruppe von Bewunderern am Wuppertaler Theater, andererseits formierte sich bei den Traditionalisten erbitterter Widerstand, der von Buhrufen im Theater über tätliche Angriffe wie Anspucken bis zu nächtlichem Telefonterror reichte (J. Schmidt 1992, "Tanztheater in Deutschland").

Pina Bausch verfolgte ihre choreografische Arbeit unbeirrt weiter und erlangte bis Anfang der Achtzigerjahre mit einer durchgängig hohen Qualität und ihrem Mut zum künstlerischen Risiko Weltruhm. Das deutsche Tanztheater wurde ein äußerst erfolgreicher deutscher 'Kulturexportartikel' und wirkte sich weltweit auf das choreografische Schaffen aus.

Privatleben

Pina Bausch lebte und arbeitete mit ihrem Bühnenbildner Rolf Borzik, bis dieser im Jahr 1980 an Leukämie starb. Heute lebt sie mit dem chilenischen Dichter und Literaturprofessor Ronald Kay zusammen, mit dem sie 1981 den Sohn Rolf-Salomon bekam, den sie nach Borzik benannte.

Werke

Fritz (1974), Iphigenie auf Tauris (1974), Zwei Krawatten (1974), Ich bring dich um die Ecke und Adagio - Fünf Lieder von Gustav Mahler (1974)

Orpheus und Eurydike (1975), Frühlingsopfer (1975)

Die sieben Todsünden (1976), Libretto: Bertolt Brecht; Musik: Kurt Weill (1933 in Paris); Ballett mit Pantomime, Tanz und Gesang (Sopran und Männerquartett); Inhalt: Parabel über die Verlogenheit kleinbürgerlicher Doppelmoral; Musikstil: Spätromantik und Jazz; Genre: Parodie und Musical

Blaubart - Beim Anhören einer Tonbandaufnahme von Béla Bartóks Oper 'Herzogs Blaubarts Burg' (1977), Komm tanz mit mir (1977), Renate wandert aus (1977)

Er nimmt sie an der Hand und führt sie in sein Schloss, die anderen folgen (1978), Café Müller (1978), Kontakthof (1978)

Arien (1979), Keuschheitslegende (1979)

1980 - Ein Stück von Pina Bausch (1980), Bandoneon (1980)

Walzer (1982, Amsterdam), Nelken (1982)

Auf dem Gebirge hat man ein Geschrei gehört (1984)

Two Cigarettes in the Dark (1985)

Viktor (1986)

Ahnen (1987)

Palermo Palermo (1989)

Tanzabend II (1991)

Das Stück mit dem Schiff (1993)

Ein Trauerspiel (1994)

Danzón (1995)

Nur Du (1996)

Der Fensterputzer (1997)

Masurca Fogo (1998)

O Dido (1999)

Wiesenland (2000), Kontakthof - Mit Damen und Herren ab 65 (2000)

Água (2001)

Für die Kinder von gestern, heute und morgen (2002)

Nefés (2003)

Ten Chi (2004)

Rough Cut (2005)

Vollmond (2006)

Bamboo Blues (2007)

Ein Stück von Pina Bausch (2008)

Preise und Ehrungen

(Auszug)

1958 Deutschland: Folkwang Leistungspreis

1978 Deutschland: 'Eduard von der Heydt-Preis' der Stadt Wuppertal

1980 Spanien: El Círculo de Críticos de Arte, Premio de la Crítica 1980 Danza

1982 Italien: Premio Simba 1982 per il Teatro, Accademia Simba

1983 Italien: Premio 'UBU' 1982/83 Miglior Spettacolo Straniero

1984 Deutschland: 'Deutscher Kritiker Preis' vom Verband der Deutschen Kritiker in der Akademie der Künste, Berlin

1984 USA: New York Dance and Performance Award 'Bessie'

1986 Deutschland: 'Bundesverdienstkreuz Erster Klasse',

1987 Japan: Preis der Dance Critics Society

1990 Italien: Premio 'UBU'

1990 Deutschland: Staatspreis des Landes Nordrhein-Westfalen

1991 Deutschland: Großer Kulturpreis der Sparkassen-Kulturstiftung Rheinland

1991 Frankreich 'Prix SACD 1991'

1991 Frankreich: 'Commandeur de l'Ordre des Arts et des Lettres'

1991 Italien: 'Una Vita per la Danza'

1993 Deutschland: Picasso - Medaille der UNESCO

1994 Portugal: 'Cruz da Ordem Militar de Santiago de Espada'

1995 Joana-Maria-Gorvin-Preis

1995 Deutschland: Deutscher Tanzpreis des Deutschen Berufsverbandes für Tanzpädagogik e.V.

1996 Aufnahme in den Orden Pour le Merite

1997 Deutschland: Theaterpreis Berlin

1997 Deutschland: Großes Verdienstkreuz mit Stern und Schulterband des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland

1997 Deutschland: Ehrenring der Stadt Wuppertal

1998 Deutschland: Bambi

1999 Europäischer Theaterpreis

1999 USA: Samuel H. Scripps-American-Dance-Festival-Award

1999 Japan: Praemium Imperiale für Theater und Film verliehen von der Japan Art Association

1999 Italien: Ehrendoktorwürde (laurea honoris causa) der Universität Bologna im Bereich der Bildenden Kunst, Musik und des Theaters

2000 Lifetime Achievement Award des Theaterfestivals von Istanbul

2000 Award of The International Society of Performing Arts

2001 Hansischer Goethe-Preis der Alfred-Toepfer-Stiftung

2002 Bessie Award

2003 Frankreich: Ritterin der französischen Ehrenlegion

2004 Monaco: Nijinsky-Preis als beste Choreografin 2004

2005 Deutschland: Goldene Schwebebahn

2005 Russland: Goldene Maske für das beste ausländische Gastspiel 2004

2005 Stadtmarketingpreis des Jahres - Wuppertaler Wirtschaftspreis

2006 London: am 26. Februar den «Laurence Olivier Award» 2006 in der Kategorie 'Outstanding Achievement in Dance' ('Herausragende Leistungen im Tanz') für ihre in London gespielten Vorstellungen 'Nelken' und 'Palermo Palermo'

2007 Orden al Mérito Artístico y Cultural Pablo Neruda

2007 Tokio: Kyoto-Preis für ihr Lebenswerk

2007 Venedig: Goldener Löwe der Biennale von Venedig für ihr Lebenswerk

2008 Goethepreis der Stadt Frankfurt

2008 Ehrenbürgerin der Stadt Wuppertal

2008 Musikpreis der Stadt Duisburg

Literatur

Jo Ann Endicott: "Ich bin eine anständige Frau!" Suhrkamp, Frankfurt a.M. 1999, 120 S., ISBN 3-518-39502-5 (Endicotts humorvolles Arbeitsjournal ist eine Hommage an Bausch. Sie ist heute noch eine ihrer wichtigsten, immer noch aktiven Tänzerinnen. (Rezension) )

Ciane Fernandes: "Pina Bausch and the Wuppertal Dance Theater. The Aesthetics of Repetition and Transformation." Lang, Frankfurt a.M. u.a. 2002, XX, 146 S., 9 s/w Abb., ISBN 0-8204-5251-3

Raimund Hoghe: "Pina Bausch. Tanztheatergeschichten." Mit Fotos von Ulli Weiss. Suhrkamp, Frankfurt a.M. 1986, 163 S., zahlr. Ill., ISBN 3-518-37837-6

Ursula Kaufmann: "Pina Bausch und das Tanztheater Wuppertal - Nur Du." Müller + Busmann, Wuppertal 1998, 160 S., überw. Ill., farb., ISBN 3-928766-34-1 (großformatige Fotos der Aufführungen von Iphigenie auf Tauris im Jahre 1974 bis Masurca Fogo 1998)

Ursula Kaufmann (Hrsg.): "Pina Bausch und das Tanztheater Wuppertal." Dt. / Engl. Müller + Busmann, Wuppertal 2002, 168 S. ISBN 3-928766-53-8

Anne Linsel: "Was Menschen bewegt." "Vor 25 Jahren fing alles an: Pina Bausch, die Königin des modernen Tanzes, feiert im Oktober in Wuppertal Jubiläum". In: Süddeutsche Zeitung, Nr. 192, Samstag, 22. August 1998, S. III

Leonore Mau: "Ensemble. Pina Bausch, das Tanztheater Wuppertal. Portraits." Ed. Diá, St. Gallen 1988, S. 126, überw. Ill.

Meike Nordmeyer und Oliver Weckbrodt (Hrsg.): "Pina Bausch - Ein Fest." Fotografien von Jochen Viehoff. Verlag Müller + Busmann, Wuppertal 2000, ISBN 3-928766-41-4

Jochen Schmidt: "Pina Bausch. 'Tanzen gegen die Angst'." Ullstein, Berlin 2002, 256 S., Ill., ISBN 3-548-60259-2

Rika Schulze-Reuber: "Das Tanztheater Pina Bausch. Spiegel der Gesellschaft." Mit Fotografien von Jochen Viehoff. R. G. Fischer Verlag, Frankfurt a.M. 2005, 240 S., 62 s/w-Fotos ISBN 3-8301-0807-9

Norbert Servos: "Pina Bausch. Eine Legende, beinah". In: "Die deutsche Bühne" 1990, 61 (5), S. 8 - 11, Ill.

Norbert Servos: "Pina Bausch: Tanztheater". Kieser, München 2003, ISBN 3-935456-05-0

Walter Vogel: "Pina." Quadriga, Berlin 2001, 175 S., ISBN 3-88679-360-5

Ulli Weiss: "Setz dich hin und lächle. Tanztheater von Pina Bausch." Fotogr. von Ulli Weiss. Text: Ille Chamier. Prometheus, Köln 1979, S. 112, überw. Ill.

Filmographie

Tanztheater lebt von der Bewegung, daher sind Filme das am ehesten angemessene Medium für dessen Beschreibung. Eine "Mediathek" würde daher am Besten dem allgemeinen Informationsbedarf darüber gerecht werden.

1976: "Le sacre du printemps." 36 Min. Regie: Pina Bausch und Pit Weyrich; Produktion: ZDF; Choreographie: Pina Bausch; Bühne und Kostüme: Rolf Borzik; Musik: Igor Strawinsky- Aufzeichnung einer Aufführung des Tanztheater Wuppertal

1982: "Was tun Pina Bausch und ihre Tänzer in Wuppertal?" Buch und Regie: Klaus Wildenhahn, Deutschland, 115 Min. - Dokumentation der Probenarbeit der Choreographin und ihres Ensembles beim Stück 'Walzer' und die Darstellung der Umgebung und ihrer Bewohner in einer Industriestadt.

1983: "Eines Tages fragte mich Pina." Un jour Pina m'a demandé (Originaltitel), Frankreich, 57 Min. Erstaufführung: 15. Dezember 1985, NDR, Regie: Chantal Akerman, Dokumentarfilm, Darsteller: Wuppertaler Tanztheater- Dokumentation einer Europatournee, auf der die Arbeitsatmosphäre mit Vorbereitungen, Proben und Szenen eingefangen wird. Diese Dokumentation gilt als die gelungenste Würdigung von Bauschs ?uvre, es ist eine Begegnung zweier geistes- und seelenverwandter Künstlerinnen.

1983: "Schnappschuß." Regie: Clemens Kuby; Produktion: Kuby Film TV; Dokumentarfilm mit Pina Bausch und Ariane Mnouchkine. BR Deutschland

1983: Fellinis Schiff der Träume. "E la nave va." (Originaltitel). Frankreich, Italien 132 Min. Regie: Federico Fellini; Spielfilm; Pina Bausch als Principessa Lherimia

1984: "A Primer for Pina." Großbritannien, 30 Min. Drehbuch und Text: Susan Sontag; Produktion: Channel 4- Fernseh-Essay am Beispiel von Ausschnitten aus 'Blaubart', 'Arien', und '1980 - ein Stück von Pina Bausch'

1987: "Café Müller." 50 Min. Regie und Choreographie: Pina Bausch; Bühne und Kostüme: Rolf Borzik; Musik: Henry Purcell; Produktion: NDR; Verleih: L'Arche Editeur- Aufzeichnung einer Aufführung des Tanztheater Wuppertal; Produktion: NDR; Verleih: L'Arche Editeur, 50 Min.

1989: "Die Klage der Kaiserin." BR Deutschland/Frankreich/Großbritannien, 95 Min. Regie und Drehbuch: Pina Bausch; Produktion: Wuppertaler Bühnen/ZDF/L'Arche Editeur/La Sept/Channel Four- wortlose Collage absurd inszenierter Szenen, die zwischen Komödie und Drama pendeln; das Absurde macht den Schwermut wieder leicht.

1991: "Auf der Suche nach Tanz. Das andere Theater der Pina Bausch." Deutschland, 29 Min. Regie: Patricia Corboud. Dokumentation; Portrait; Produktion: Trans Tel, Köln; mit Kommentaren von Pina Bausch und Analysen vom Tanzkritiker Jochen Schmidt anhand von Ausschnitten aus Arien, Kontakthof, Le Sacre de Printemps, Blaubart, Auf dem Gebirge hat man ein Geschrei gehört, Nelken, Bandoneon, Walzer, Palermo, Palermo, Die Klage der Kaiserin.

1992: "Un siècle de danse / Tanz im 20. Jahrhundert - de la danse libre à la Tanztheater / vom Freien Tanz zum Tanztheater; l'expressionisme allemand (3. Teil)" Frankreich 1992; Dauer: 50 Min. 38. Regie: Sonia Schoonejans; Dokumentation; Produktion: La Sept u.v.a.;- zeigt die Entwicklung des modernen Tanzes in Deutschland am Beispiel der Choreographien von Rudolf von Laban, Mary Wigman, Kurt Jooss, Oskar Schlemmer, Hanya Holm, Dore Hoyer, Gret Palucca, Birgit Cullberg und Pina Bausch.

1994: "Pas de deux zwischen Indien und Europa: Pina Bausch." Regie: Anne Linsel- Dokumentation der Gastspiel-Reise des Wuppertaler Tanztheaters durch Indien.

1995: "Pinatz. Reverenz an Pina Bausch." Deutschland, 4 Min. Regie und Choreographie: Gert Weigelt.- Dieser Clip vom bekannten deutschen Tanzfotografen Gert Weigelt entstand als Auftragsarbeit für eine Tanzsendung beim ZDF.

1995: "Bandoneón. Pina Bausch en Buenos Aires." Argentinien, 45 Min.; Regie: Milos Deretich, Gabriela Schmidt, Gabriela Massuh; Produktion: Goethe-Institut Buenos Aires, Musik: Astor Piazzolla

1998: "Das Tanztheater der Pina Bausch." Regie: Christiane Gibiec, Deutschland, 43 Min., Produktion: WDR/Goethe-Institut- Dokumentiert wird die Arbeit zu dem Stück 'Der Fensterputzer' bei Proben in Hongkong. Anlässlich des 25-jährigen Bühnenjubiläums werden auch Ausschnitte gezeigt u.a. aus den Stücken Fritz (1974), Le sacre du printemps (1975), Komm, tanz mit mir (1977), Café Müller (1978), Walzer (1982), Danzón (1995), Nur du (1996).

2002: "Damen und Herren ab 65." Deutschland, 70 Min. Buch, Regie, Produktion: Lilo Mangelsdorff, Dokumentarfilm- Dokumentation der Probenarbeit von Laientänzern ab 65 Jahren beim Stück 'Kontakthof' in Wuppertal.

2002: "Sprich mit ihr." Hable con ella (Originaltitel). Spanien, 115 Min. Regie und Drehbuch (= "Oscar"): Pedro Almodóvar; Gastauftritt des Wuppertaler Ensembles zum Filmbeginn mit "Café Müller" und am Ende mit "Masurca Fogo"

2003: "Coffee with Pina." Regie: Lee Yanor, Israel, 17 Min., deutsch und englisch- Eine Begegnung mit der weltberühmten Choreographin aus Wuppertal.

Einzelne Ensembletänzer

- eine subjektive Auswahl -

1984/8: "Verführung. Die grausame Frau." BR Deutschland, 85 Min., Spielfilm, Regie und Drehbuch: Elfi Mikesch, Monika Treut- (Mechthild Grossmann) in der Hauptrolle einer freien Adaption des Romans 'Venus im Pelz' (1870) von Sacher-Masoch

1985: "Ein unheimlich starker Tänzer." Regie: Anne Linsel, Deutschland, 29 Min.- Porträt des Tänzers Jan Minarik

2003: "Dominique Mercy tanzt Pina Bausch." Regie: Régis Obadia, Liza Wiergasova, Frankreich, 57 Min., dt. Sprache- Porträt des Tänzers Dominique Mercy

2003: 'Time Steps' Regie: Hans Beenhakker BR Deutschland / Niederlande, ca 30 Min. - Choreografien in Zusammenarbeit mit Aida Vainieri, Bernd Uwe Marszan, Ruth Amarante und anderen.

Weblinks

"Portraits"

(Pina Bausch) : Biographie & Werkverzeichnis (offizielle Seite)

(Pina Bausch: 50 Choreografen des zeitgenössischen Tanzes.) Seite des Goethe-Instituts

(bewegendes Portrait der frühen Jahre) , The Guardian, 26. Januar 2002

('Grande Dame des deutschen Tanztheaters') , DLF, 27. Juli 2005, ohne O-Ton Pina Bausch

(Portrait) auf 3sat

(Wuppertals (zögerliche) Würdigung Pina Bauschs)

"Besprechungen & Werkschau"

(Interview mit dem Tanzkritiker Jochen Schmidt) , WDR, Audio-Datei, 27. Juli 2005

(Pina Bausch Werkschau) des Goethe-Instituts in Tokio

(Besprechung von "Nefés")

('Sinn und Sehnsucht') , Tagesspiegel, 27. Juli 2005, zu ihrem 65. Geburtstag

"Bilder & Videos"

(Video von "Café Müller") aus Almodóvars Filmanfang "Sprich mit ihr" (2:29 Min.)

(Fotostrecke) , WDR, 27. Juli 2005

(Tanzbilder von Ursula Kaufmann)

(Tanzbilder von Jochen Viehoff)

(Tanzbilder von Francesco Carbone)

(Tanzbilder von Bettina Stöß)

Credit

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Pina Bausch aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported (Kurzfassung). In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.

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