Technik Reportagen


Fototipps und richtige Ausrüstung für den Urlaub

Von Arnd Petry 6. Jun 2007, 09:10

Für schöne Fotos muss man sich Zeit nehmen. (Bild: Schierenbeck/dpa/tmn) © DPA

Für schöne Fotos muss man sich Zeit nehmen. (Bild: Schierenbeck/dpa/tmn) © DPA

Hannover (dpa/tmn) - Sollen die Urlaubsbilder nicht Erinnerungen an eintönige Dia-Abende wecken, ist es mit unbedachtem Draufhalten nicht getan: «Erst überlegen, dann auslösen!» lautet das Motto.

Und auch mit dem richtigen Zubehör lässt sich die Qualität der Bilder verbessern. Der Reisefotograf Karl Johaentges aus Hannover rät Amateuren zu einem «Drehbuch». Darin werden alle benötigten Bilder eingetragen: Städte, Landschaften, Details - und Menschen. Denn Marktfrauen, Fischer oder Eisverkäufer sind Motive, die eine fotografische Urlaubsdokumentation ausgewogen machen - als Gegengewicht zu leeren Traumstränden.

«Zeigen Sie Respekt, bitten Sie freundlich um Erlaubnis», rät Johaentges. Wer darf, geht nah ran und löst mehrmals aus. Starrt das Gegenüber unbeweglich in die Kamera, hilft oft ein Trick, den der Fotografielehrer Harald Spoddig aus Duisburg gerne anwendet: «Strecken Sie einfach die Hand seitlich aus - und drücken dann ab.»

Entscheidend sei, sich Zeit zu nehmen, sagt Constanze Clauß vom Photoindustrie-Verband (PIV) in Frankfurt/Main. So lasse sich das «andere Motiv entdecken», das nicht sofort ins Auge springt. «Fotografieren Sie abseits der typischen Aussichtspunkte, um ihre persönlichen Eindrücke festzuhalten.»

Ein gutes Mittel für interessante Bilder ist das Spielen mit der Perspektive: Statt die Kamera nur vor das Auge zu halten, wird auch vom Boden aus oder über dem Kopf fotografiert. «Wichtig ist auch, mal früh aufzustehen», sagt Constanze Clauß. Wenn die Natur in den Bergen oder am Meer erwacht, wenn die Sonne den Nebel auflöst, dann bieten sich Motive für besondere Bilder.

Auch gute Vorbereitung ist wichtig: «Machen Sie sich vor der Reise mit allen wichtigen Funktionen der Kamera vertraut», rät Clauß. Ins Gepäck sollten neben Ersatzakkus auch genügend Speicherkarten - besser mehrere kleine als eine sehr große. «Denn wird eine Karte beschädigt, sind nicht alle Aufnahmen verloren.»

Unterwegs neuen Speicherplatz durch Löschen von Bildern gewinnen zu wollen, ist laut Constanze Clauß keine gute Idee: «Die Qualität der Aufnahmen lässt sich wirklich gut nur an einem großen Monitor beurteilen.» Für Vielfotografierer mit hochauflösenden Kameras sind auch tragbare Bildcontainer mit Festplatte sinnvoll.

In die Fototasche gehört nach Ansicht von Harald Spoddig auch ein Polarisationsfilter, oft kurz Polfilter genannt. Die abgedunkelten Scheiben sorgen für eine sattere Farbwiedergabe. Zudem verringern sie auf dem Foto Reflexionen. Nach wie vor lohnt sich laut Spoddig auch ein Stativ. Nur damit ließen sich mit Belichtungszeiten von mehreren Sekunden abends noch eindrucksvolle Fotos erzielen, die ohne Blitz auskommen. Auch wenn er tagsüber die Kamera für Architekturaufnahmen gerade ausrichten will, verzichtet der Profi nicht auf ein Stativ.

© 2007 dpa - Deutsche Presse-Agentur

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