Musik Kritiken


CD Kritik: Prodigal Son von Michael Powers

Von Kati Hofacker 1. Mär 2007, 11:06

'Musik ist sein Schicksal, seit Michael Powers im Jahr 1952 das Licht der Welt erblickte', weiß die Plattenfirma über den Gitarristen und Bluessänger aus Bayonne/ New Jersey. Nicht zu verwechseln übrigens mit einem anderen Gitarristen, dem 'Blues Music Award 2007'-Nominierten Michael Powers. Aber zurück zum Schicksal: Nachdem der junge Michael nicht nur in der örtlichen Kirche mit Gospels bombardiert, von den Kollegen seines Vaters mit dem feierabendlichen 'Porch-Blues' auf extrem scheppernden Amps gequält wurde und allabendlich die 'Rock It Hour' im TV sehen durfte, zu der er als Siebenjähriger hervorragend Luftgitarre zupfte, war es für ihn klar, dass er ein Musiker werden musste. Der heute 65-Jährige, der nun das Album 'Prodigal Son' vorlegt, präsentierte erst 2004 sein Debütalbum. Denn obwohl Michael Powers schon früh ins Profilager kam, wurde dann erstmals unter seinem Namen eine CD herausgegeben.

'Es kostete mich 20 Jahre, über Nacht berühmt zu werden', witzelt Michael Powers heute, freut sich aber über seinen lange ersehnten Erfolg. Denn nachdem er seine Kindheit wie im Fieberwahn mit den Scheiben von Muddy Waters, Jimmy Reed, Lightnin' Hopkins und John Lee Hooker verbracht hatte, bekam er von seiner Mutter, die stets an ihn glaubte, schon früh eine echte Gitarre, um die Licks und Tricks seiner Götter nachzuspielen. Bereits in der High School startete Powers seine erste Band, stieß noch blutjung zu den Ad Libs (Hit: 'Boy From New York City') und heizte mit diesen unter anderem für den Kool And The Gang-Vorgänger Soul Town Review und Richie Havens an. Später in den 70-ern gründete er seine eigene langjährige Band Moonbeam, mit der er zwar der ewige Zweite blieb, das allerdings auf hohem Niveau. Er eröffnete Konzerte für Chuck Berry, Johnny Winter, Robert Cray und John Lee Hooker, sauste aber stets am großen Erfolg vorbei.

Nachdem Moonbeam zerbrochen waren, schlug sich Powers alleine durch, seine Kennisse als E- und akustischer Gitarrist waren zwar bemerkenswert, aber auch hier blieb ihm der große Wurf versagt. Erst 2004 brachte er tatsächlich sein Erstlingswerk 'Onyx Root' heraus, nachdem er auf einer abgeranzten Clubbühne vom Betreiber des Baryon Record Labels entdeckt wurde. Nun also folgt 'Prodigal Son'.

Ein Grund, warum Michael Powers der Erfolg vielleicht versagt blieb, war die Art, wie er sein Handwerk gelernt hatte: durch Nachspielen. Man merkt es leider, auch wenn viele Stile seinen Blues durchziehen: Zu wenig wirklich originelle Kompositionen zieren sein Werk, auch wenn seine herrlich angebrauchte Bluesstimme und sein virtuoses Gitarrenspiel das Bluesherz höher schlagen lassen mögen - er war nicht ohne Grund der ewige Zweite. Hoffen wir, dass er trotz seiner drei Nominierungen nicht wieder leer ausgeht.© 2007 teleschau - der mediendienst

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Michael Powers: Prodigal Son

CD Information

Künstler: Michael Powers
Genre: Rock
Erscheinungsdatum: 2006-12-08
Label: Baryon
Bewertung: akzeptabel

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