Kinder, wie die Zeit vergeht. Auch die Generation Privatfernsehen kommt in die Jahre. In diesem Sommer feiern RTL und seine mittägliche 'Anchor Woman', die Moderatorin Katja Burkard (42), ein Doppeljubiläum. 15 Jahre existiert das Magazin 'Punkt 12' und schaffte es während dieser Zeit mit seinem stilbildenden Mix aus menschelnden Nachrichten, Verbraucherorientiertheit und Klatsch zur 'Benchmark', von der andere - manchmal spöttisch als Hausfrauenprogramme bezeichnete - Magazinsendungen abkupfern. Auch für Katja Burkard, die souveräne Nachrichtenamazone mit Engelsfrisur, markiert der 1. August 2007 ein Jubiläum. Zehn Jahre ist sie dann bei 'Punkt 12' dabei.
Glücklich zurück aus der kurzen Babypause: RTL-Starmoderatorin Katja Burkard meistert ihren Job und zwei Töchter. © RTL
Am 1. August feiert sie ihr zehnjähriges Jubiläum als 'Punkt 12'- Moderatorin: RTL-'Anchor Woman' Katja Burkard. © RTL
Zehn Jahre, von denen sie keinen einzigen Tag missen will. Auch privat strahlt die mit Medienmanager Hans Mahr (58) liierte Kölnerin großes Glück aus. Neben Töchterchen Marie-Therese, die bald sechs wird, freut sich der wilde Ehehaushalt Burkard / Mahr seit diesem Frühjahr über Neuzugang Anna Mila. Wie Katja Burkard die doppelte Mutterschaft mit dem knallharten Nachrichtenjob verknüpft und dabei trotzdem rundum zufrieden bleibt, verrät sie im Interview.
teleschau: Sie moderieren das RTL-Mittagsmagazin 'Punkt 12' nun genau zehn Jahre. Das ist eine lange Zeit. Welches Verhältnis haben Sie zu diesen Jahren?
'Insgesamt lassen wir in Deutschland Kinder zu spät lernen.' Die zweifache Mutter und erfolgreiche Journalistin Katja Burkard steht auf Frühförderung. © RTL
Katja Burkard: Ich finde es unglaublich, dass es schon zehn Jahre sind. Dass die Zeit so schnell vergangen ist, liegt wahrscheinlich daran, dass ich meine Arbeit nach wie vor so gerne mache. Es ist wirklich so: Ich bin noch keinen einzigen Tag schlecht gelaunt zur Arbeit gegangen. Dafür kann ich mich vor allem auch bei den netten Kollegen bedanken. Wir sind ein tolles Team und bezeichnenderweise sind ganz viele von uns schon sehr lange dabei.
teleschau: Ihre Sendung 'Punkt 12' feiert in diesem Sommer ja ebenfalls Geburtstag. 1992 war die Vermischung von Nachrichten und Boulevard in einer Sendung noch eher verpönt, vor allem bei den Öffentlich-Rechtlichen.
Zweifache Mutter und erfolgreiche Nachrichten-Frau: Die RTL-Moderatorin Katja Burkard feiert beim Mittagsmagazin 'Punkt 12' Dienstjubiläum. © RTL
Würden Sie sagen, man hat sich da mittlerweile angenähert?
Katja Burkard: Andere Sender haben oft versucht 'Punkt 12' zu kopieren. Das gilt natürlich vor allem für Sat.1, der mit 'Sat.1 am Mittag' gegen uns angetreten ist. Das hat aber nicht geklappt. Auch in der ARD hat man unseren Erfolg sehr genau analysiert, denke ich, und das ein oder andere am 'Mittagsmagazin' verändert. Wenn man viele Jahre lang so erfolgreich ist wie wir, wird es immer wieder Nachahmer geben. Dass dies aber gar nicht so einfach ist und nicht immer klappt, gefällt mir natürlich auch ganz gut. Ich bin einfach stolz auf die Sendung und das, was wir mit unserem Team geleistet haben.
Lieblingssendung ihrer bald sechsjährigen Tochter: Mama Katja Burkard als Heldin der Arbeit im Doku-Format 'Katjas härteste Jobs'. © RTL
teleschau: Ihr Erfolgsrezept wollen Sie aber nicht verraten?
Katja Burkard: Letzten Endes ist es natürlich der Themen-Mix: Wir berichten in einer Sendung sowohl über Hartz IV wie auch über Paris Hilton. Natürlich ist die große Politik nicht unser Hauptfeld, aber wir versuchen, sie unseren Zuschauern begreifbar zu machen. Wir haben am Mittag ein breites Publikum, und da muss dann auch für jeden etwas dabei sein. Ein einfacher, aber sehr wichtiger Punkt ist, dass wir alle sehr engagiert arbeiten. Wir kämpfen um jeden einzelnen Beitrag und bleiben immer selbstkritisch. Wer bei uns arbeitet, muss mit ehrlicher Kritik leben können.
Malochen auf dem Bauernhof. RTL-Moderatorin Katja Burkard weiß, was ihr Publikum sehen will. Im letzten Jahr packte sie auch außerhalb des Nachrichtenstudios mit an: im Doku-Format 'Katjas härteste Jobs'. © RTL
Das bestätigt jeder, der einmal in unserer Redaktion dabei war. Wenn die Stimmung trotzdem so gut ist, beweist das, wie gut wir als Team funktionieren.
teleschau: Sie haben vor einigen Wochen Ihr zweites Kind bekommen. Ist es dadurch schwieriger geworden, Mutterschaft und Karriere miteinander zu vereinbaren?
Katja Burkard: Nein. Dank 'Punkt 12' hab ich sehr feste und auch günstige Arbeitszeiten. Ich bin morgens um sieben im Büro, da schlafen bei mir daheim noch alle. Unser Baby ist ein richtiger Langschläfer. Wenn ich nicht da bin, werden die Kinder von unserer großartigen Kinderfrau betreut. Unsere große Tochter geht schon zur Schule. Gegen 14 Uhr bin ich wieder zu Hause, noch vor meiner großen Tochter. Deshalb klappt alles wunderbar.
teleschau: Ihre fünfjährige Tochter besucht eine englischsprachige Schule. Warum?
Katja Burkard: Mein Mann hat ja bereits drei Söhne aus früheren Beziehungen. Die waren alle auf internationalen Schulen. Von denen habe ich mir abgeguckt, welches Geschenk man einem Kind mit solch einer Ausbildung macht. Bis zu einem gewissen Alter lernen Kinder eine Sprache nämlich einfach so nebenbei. Spielerisch, ohne dass sie etwas dafür tun müssen. Meine Tochter ist fast sechs und spricht fließend Englisch. Ihr ist es egal, ob sie einen Film auf Deutsch oder Englisch ansieht. Trotzdem ist sie sich nicht bewusst, jemals Englisch gelernt zu haben. Das finde ich unglaublich. Man sagt, dass Kinder bis zum sechsten Lebensjahr für Sprachen völlig offen sind.
teleschau: Der Unterricht in dieser Schule ist also zweisprachig?
Katja Burkard: Nein, der Unterricht ist auf Englisch, und es gibt dann eben auch das Fach Deutsch, dort wird natürlich Deutsch gesprochen. Meine Tochter kennt das alles bereits aus dem Kindergarten. Und mit fünf fängt dann eben im englischen System die Schule an. Das alles macht meiner Tochter und auch den meisten anderen Kindern dort sehr viel Freude. Es kommt natürlich auf das Kind an, aber ich würde sagen, dass wir insgesamt in Deutschland Kinder zu spät lernen lassen.
teleschau: Wie macht sich die höhere Belastung durch das zweite Kind bei Ihnen bemerkbar?
Katja Burkard: Als Belastung empfinde ich das in keiner Sekunde. Ich bin unglaublich glücklich, dass ich meine Kinder habe. Trotzdem wäre es natürlich gelogen, wenn ich sagen würde, es ist egal, ob man ein oder zwei Kinder hat. Bis meine Töchter im Bett sind, habe ich den ganzen Tag keine ruhige Minute. In der Regel kann ich gegen 23 Uhr zum ersten Mal Zeit für mich einplanen, aber das ist egal. Ich wollte immer zwei Kinder, möchte sie keine Sekunde missen und empfinde das als absolute Bereicherung meines Lebens.
teleschau: In einem anderen Interview sagten sie kürzlich, dass Sie Ihre Kinder konservativ erziehen und jeden Abend mit ihrer Tochter beten. Verheiratet sind Sie aber nicht. Ist das kein Widerspruch?
Katja Burkard: Ich finde, man kann beten und trotzdem in wilder Ehe leben. Ich bin nicht katholisch und sehe da keinen Widerspruch. Jeder muss natürlich seinen eigenen Weg finden. Ich denke, man kann durchaus gläubig sein, ohne verheiratet zu sein (lacht).
teleschau: Würden Sie sich als Christin bezeichnen?
Katja Burkard: Ja, aber ich habe auch sehr viel vom Buddhismus angenommen.
teleschau: Zu wem beten Sie mit Ihrer Tochter?
Katja Burkard: Wir überlegen gemeinsam, für was wir uns an diesem Tag bedanken wollen. Wir denken auch darüber nach, was nicht so schön war. Und wir bitten die Schutzengel, dass sie auf uns und die anderen aufpassen. Ich finde es wichtig, dass man Kindern schon in diesem Alter einen Begriff von Dankbarkeit vermittelt. Ich begrüße es sehr, dass in der Schule meiner Tochter regelmäßig für Bedürftige gesammelt wird und Basare veranstaltet werden. Die Kinder bekommen so auch schon ein Konzept von Dankbarkeit und Fürsorge mit auf den Weg.
teleschau: Schaut die große Tochter schon 'Punkt 12'?
Katja Burkard: Nein, denn dann ist sie noch in der Schule. Vielleicht sieht sie das mal nebenbei in der Ferien, es beeindruckt sie aber kaum. Wahrscheinlich weil sie mich in dieser Rolle ja schon immer kennt. Ganz begeistert war sie aber letztes Jahr von meiner Serie 'Katjas härteste Jobs'. Dass ich im Krankenhaus oder auf einem Schiff gearbeitet habe, dass ich auf einem Bauernhof mit dem Melken der Kühe betraut war, hat meine Tochter tief beeindruckt. Ich musste ihr die DVDs der Sendungen mitbringen, und die hat sie sich angeguckt wie ein Kinderprogramm. Meine Tochter fand es sehr spannend, was ihre Mama da so tat.
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weber maria13. Jun 2008, 17:31
Warum fragte man nicht im Interview, wann sie endlich eine Sprachtherapie macht. Die ist doch nur eine Lachnummer ! Eine Schande, daß sich RTL keine andere Sprecherin leisten kann.
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