Am 18. Oktober jähren sich zum 30. Mal die dramatischen Ereignisse des 'Deutschen Herbstes'. Bereits am 5. September 1977 hatten RAF-Terroristen den Arbeitgeberpräsidenten Hanns-Martin Schleyer entführt, um elf inhaftierte Gesinnungsgenossen, darunter Andreas Baader und Gudrun Ensslin, freizupressen. Kanzler Schmidts Fernsehansprache von einst ist noch heute bei YouTube zu sehen (www.youtube.com/watch?v=IJ-u4_u-ZZY). Wenige Wochen später, am 13. Oktober, kidnappten palästinensische Terroristen die Lufthansa-Maschine 'Landshut'. Der Spezialeinheit GSG 9 gelang es in Mogadischu, die Geiseln zu befreien.
Andreas Baader war einer der führenden Köpfe der ersten Generation der linksextremistischen Terrororganisation Rote Armee Fraktion, wie auch der ARD-Zweiteiler 'Die RAF' beweist. © NDR
Moritz Bleibtreu übernimmt in 'Der Baader Meinhof Komplex' die Rolle des Andreas Baader. © Constantin Film
Daraufhin verübten Andreas Baader, Gudrun Ensslin und Jan-Carl Raspe noch in der gleichen Nacht (jener 18. Oktober) in ihren Zellen in der Justizvollzugsanstalt Stuttgart-Stammheim Selbstmord. Einen Tag später wurde die Leiche Schleyers im Kofferraum eines Autos aufgefunden. So viel zur Geschichte.
Doch auch wenn die Schreckensereignisse schon drei Jahrzehnte zurückliegen, ist das Thema RAF heute aktueller denn je: Die Ex-Terroristin Eva Haule kam nach 21 Jahren Haft auf freien Fuß.
Ulrike Meinhof wird verkörpert von Martina Gedeck. © Constantin Film
Das Werk 'Der Baader Meinhof Komplex' des 'Spiegel'-Chefredakteurs Stefan Aust wird mit hochkarätigen Darstellern verfilmt, und die ARD strahlt am Sonntag, 09.09., 21.45 Uhr, und am Montag, 10.09., 20.15 Uhr, den Doku-Zweiteiler 'Die RAF' aus.
Die aufwendigste und ausführlichste deutsche Webpage ist unter der Adresse www.rafinfo.de abrufbar. © www.rafinfo.de
Ein brisanter Film von Helmar Büchel und Stefan Aust, der auf Jahre andauernde Recherchen, Zeugenaussagen von über 60 Personen und vermeldeten Sensationsfunden basiert: Büchel stieß im Keller des Oberlandesgerichts Stuttgart auf bislang unveröffentlichte Tonbänder mit Originalaufnahmen von den Prozessen in Stammheim von Oktober 1975 bis Mai 1976. Dank des Internets ist es möglich, die Aussagen der Angeklagten Baader, Meinhof, Ensslin und Raspe gut verständlich zu hören und zu lesen: auf Seiten des SWR unter www.swr.de/swr2/wissen/specials/-/id=661214/nid=661214/did=2414272/2q12qs.
Doch wer steckt hinter diesen Namen?
Jede Menge Informationen zur Rote Armee Fraktion gibt es unter www.baader-meinhof.com in englischer Sprache. © www.baader-meinhof.com
Wer waren diese vier und all die anderen linksextremen Terroristen? Für einen ersten, geordneten Überblick eignet sich die Liste der 'Who is who' der RAF, die unter dem Link www.ta7.de/txt/biografi/biog0030.htm zu finden ist. Persönliche Daten und Fakten werden dort stichpunktartig aufgezählt. Über Ulrike Meinhof ist etwa - falls nicht längst bekannt - zu erfahren, dass sie am 14. Mai 1970 an der Befreiung Andreas Baaders beteiligt war und von Juni bis August 1970 eine militärische Ausbildung in einem Palästinensercamp im Nahen Osten absolvierte: Meinhofs Gang in die Illegalität. Am 8. Mai 1976 erhängte sie sich in ihrer Stammheimer Zelle.
Helmut Schmidt hielt nach der Entführung Schleyers eine Fernsehansprache, die noch heute in Videoportalen zu sehen ist. © www.youtube.com
Aufwendiger gestaltet und ausgestattet mit weiterführenden Informationen ist die englischsprachige Seite www.baader-meinhof.com. Besonders aufschlussreich ist die detaillierte Chronologie der RAF von ihren Anfängen Ende der 60er-Jahre bis zu ihrem Ende sowie - ebenfalls - ein 'Who's Who' aller Terroristen, der wichtigsten Sympathisanten und der Opfer. In der Rubrik 'Terminology' werden Begriffe wie 'Stammheim', 'konkret' und 'BMW' und ihr Zusammenhang mit der RAF erläutert. Wer einen tieferen Einstieg in die Thematik sucht, wird unter dem Punkt 'For Students and Researchers' fündig. Hier gibt es ausführliche Essays und Aufsätze zu den geistigen Grundlagen der RAF, ihrer Ideologie, Organisation und den politischen Zielen.
Die ausführlichste deutsche Webpage ist unter der Adresse www.rafinfo.de abrufbar. Sie bietet einen umfassenden Überblick über die Geschichte der RAF, ausgehend vom Tod Benno Ohnesorgs 1967, und widmet sich auch der Entwicklung der Rote Armee Fraktion nach dem 'Deutschen Herbst' bis hin zu ihrer Selbstauflösung am 20. April 1998 (ähnlich übersichtlich hierzu: autox.nadir.org/archiv/chrono/rf_chro.html). Interessant ist zudem die Rubrik 'Literatur', in der alle wichtigen Bücher, Dokumentationen und Spielfilme über die RAF aufgelistet sind und kurz erläutert werden. Sind noch Fragen offen, kann bei dem Unterpunkt 'Fragen und Antworten' nachgehakt werden. Allerdings stellt der Macher klar, dass dort 'kein Diskussionsforum' zu finden ist: 'Alle Fragen und Antworten werden von mir geprüft, bevor sie auf der Webseite online gestellt werden.'
Wer weder gerne diskutiert noch liest, sondern sich lieber filmisch berieseln lässt, muss sich entweder Christopher Roths Biopic 'Baader' aus dem Jahr 2001 ausleihen oder sich noch bis Herbst 2008 gedulden: Dann soll die gleichnamige Verfilmung von Stefan Austs 'Der Baader Meinhof Komplex' in die Kinos kommen. Produzent Bernd Eichinger nimmt sich des literarischen Standardwerks zur RAF an, die Regie übernimmt Uli Edel ('Christiane F. - Wir Kinder vom Bahnhof Zoo'). Namhafte deutsche Darsteller wurden für den brisanten Stoff verpflichtet: Moritz Bleibtreu (Fanseite unter mb-team.piranho.de/MoritzBleibtreu/seite1.htm) wird den Terroristen Andreas Baader und Martina Gedeck (Homepage unter www.martinagedeck.com) seine Komplizin Ulrike Meinhof spielen.
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