Normal - was ist das eigentlich? Auf jeden Fall ein Wort, das Schauspielerin Bettina Zimmermann (32) im Interview auffällig häufig gebraucht. Fast scheint es, die attraktive Wahlmünchnerin fürchte sich davor, als etwas anderes gesehen zu werden, als: normal. Wir sagen: Normal ist das wirklich nicht, dass jemand, trotz intensivster Dreharbeiten in einem solchen Gespräch vor Energie und Auskunftsfreude nur so strotzt. Und normal ist auch ihre Karriere nicht. Bettina Zimmermann, die am Dienstag, 09.10., 20.15 Uhr, die Hauptrolle in dem spannenden Sat.
Ganz normal: Schauspielerin Bettina Zimmermann (32). © Sat.1 / Xeni Taze
'Der wird einer!' - Bettina Zimmermann ist voll des Lobes für ihren jungen Kollegen Jannis Michel, der im Sat.1-Thriller 'Vermisst - Liebe kann tödlich sein' an ihrer Seite spielt. © Sat.1 / Xeni Taze
1-Thriller 'Vermisst - Liebe kann tödlich sein' innehat, spricht über ihr Leben als Star, der nichts anderes als ganz normal sein will, ihren Beruf - und über ihre neue Liebe.
teleschau: Frau Zimmermann, was ist dran an dem Gerücht, dass Sie in der geplanten TV-Biografie Harald Juhnkes dessen Ehefrau Susanne spielen?
Bettina Zimmermann: Nun, noch ist da nichts unter Dach und Fach. Ich hörte auch, dass ich die Wunschkandidatin von Produzent Peter Wolf und Susanne Juhnke selbst gewesen sein soll, was für mich eine große Ehre ist. Interessiert bin ich - aber jetzt lassen sie mich erst auf die Drehbücher warten ...
teleschau: Im Sat.
Starke Heldin: Bettina Zimmermann passt perfekt in die Kulisse des actionreichen Thrillers 'Vermisst - Liebe kann tödlich sein' (Sat.1). © Sat.1 / Xeni Taze
1-Thriller 'Vermisst - Liebe kann tödlich sein' geht's für Sie wieder einmal heftig zur Sache. Sie scheinen körperliche Herausforderungen zu mögen.
Zimmermann: Kann man so sagen. Mir kann es physisch nicht anspruchsvoll genug sein. Ich bin eben innerlich ein kleiner Junge, glaub' ich. Aber natürlich suche ich mir meine Rollen nicht nach ihrem Actiongehalt aus, es entscheidet immer die Qualität des Drehbuchs.
teleschau: Zurzeit drehen Sie für RTL 'Die Jagd nach dem Schatz der Nibelungen'.
Zimmermann: (lacht) Großartig. Weil da das kleine Kind in mir wieder mal voll auf seine Kosten kommt!
Macht auch im großen Kostümfilm eine perfekte Figur: Bettina Zimmermann als Bauerntochter Angélique in der ARD-Produktion 'Das unbezähmbare Herz' (2003). © ARD / Degeto / Martin Menke
Ein Riesenabenteuer, und der Dreh ist eine kleine Deutschlandtour - die Drehorte reichen von Rügen bis nach Neuschwanstein. So etwas wird dir nicht allzu häufig angeboten.
teleschau: In 'Vermisst - Liebe kann tödlich sein' spielen Sie eine starke Frau, deren Urlaubsreise zu einem Horrortrip gerät, als ihr Lebensgefährte plötzlich spurlos verschwindet.
Zimmermann: Ja, das hat mich gereizt: Was geschieht mit einer Frau, wenn auf einmal ihre Familie, ihr ganzes Leben bedroht ist? Sie kämpft für ihr Kind und für ihren Mann. Bis zur Selbstaufgabe, wenn es sein muss.
Und wieder ganz die Kämpferin: Im Sat.1-Thriller 'Unter Mordverdacht - Ich kämpfe um uns' überzeugte Bettina Zimmermann Anfang des Jahres an der Seite von Kai Wiesinger. © Sat.1 / Conny Klein
Der Film zeigt, dass in einer solchen Lage jeder zu allem bereit wäre, dass man alles auf sich nimmt und man nicht mehr an sich selbst denkt. Ich mag mir zumindest vorstellen, dass ich auch so reagieren würde, wenn es mal drauf ankäme.
teleschau: In einer Szene werden Sie in ein metertiefes Erdloch gestoßen. Sah schmerzhaft aus.
Zimmermann: Ach, nur ein paar blaue Flecken und geteiltes Leid, ich musste zwei Meter in die Tiefe springen, und den Rest übernahm eine Stuntfrau. Und ehrlich gesagt, das Schlimmste beim Drehen auf Chalkidiki waren die Mückenstiche. Eine Plage.
Eine von mehreren erfolgreichen Arbeiten für Sat.1 mit Regisseur Jorgo Papavassiliou: Bettina Zimmermann in 'Es war Mord und ein Dorf schweigt' (2006). © Sat.1 / Stefan Erhard
Alles andere, das Klettern, Raufen, Rennen, Schießen, das machte mir riesigen Spaß. Ich kämpfe grundsätzlich um jeden Stunt, den ich selber machen kann - auch wenn meine Eltern jedesmal versuchen, mich davon abzuhalten.
teleschau: Wie bringen Sie sich dafür in Form?
Zimmermann: Da gibt es nichts Besonderes. Als Jugendliche machte ich Kunstturnen als Leistungssport - wahrscheinlich bin ich deshalb noch recht fit. Ansonsten gehe ich, um meinen Rücken zu stärken, ab und zu in ein Fitness-Studio. Und: Ich wohne im Altbau: vierter Stock ohne Aufzug, außerdem bin ich generell den ganzen Tag auf Achse, ständig in Bewegung, ich brauch das so.
Bettina Zimmermann versteht sich auf große Gefühle (hier im Thriller 'Es war Mord und ein Dorf schweigt') ebenso wie auf harte Action. © Sat.1 / Stefan Erhard
teleschau: Sie sind mit Ihren 32 Jahren noch nicht betroffen, aber dass unter Schauspielerinnen die Angst vor dem Älterwerden umgeht, ist kein Geheimnis. Wie gelassen denken Sie an die Zukunft?
Zimmermann: Sehr gelassen. Eigentlich denke ich nicht übers Älterwerden nach - auch, weil ich jetzt so vieles hobbymäßig nebenbei mache, meine Modeboutique zum Beispiel (Bettina Zimmermann betreibt mit Freundinnen in München die 'Amber Lounge', wo sie unter anderem ihre eigene Kollektion verkauft, die Red.). Ich weiß, dass ich ganz sicher einen neuen Weg finden würde, sollten die Rollenangebote einmal weniger werden. Außerdem ist es sehr spannend zu beobachten, wie sich die Angebote für eine Schauspielerin im Laufe der Jahre ändern: Mir öffnen sich neue Charaktere, neue Perspektiven. Und, ja: Hoffentlich darf ich irgendwann einmal die Omi spielen!
teleschau: Meinen Sie das ernst?
Zimmermann: Natürlich. Ich finde, man sollte zeigen wollen, dass man lebt, man sollte zu seinem Alter stehen. Ach, ich freue mich eigentlich darauf, älter zu werden - wenn ich nur nicht noch schusseliger werde, als ich das jetzt schon bin. Ich lasse überall meine Sachen liegen.
teleschau: Im Moment brauchen Sie übers Alter wirklich nicht nachzudenken. In den vergangenen fünf, sechs Jahren hat Ihre Karriere fast atemberaubende Züge angenommen.
Zimmermann: Mir selbst kommt es gar nicht so extrem vor. Ich mache viel, das stimmt, aber dazwischen gibt es immer wieder Wochen und Monate, in denen ich gar nichts drehe. Ich sehe das alles sowieso mit etwas Abstand: Ich mache meinen Beruf unheimlich gerne, aber ich nehme mir auch meine Auszeiten, und ich suche mir sehr genau aus, was ich mache.
teleschau: Was ist Ihnen bei Ihrer Arbeit wichtig?
Zimmermann: Zum einen, immer neue Herausforderungen in einer guten Arbeitsatmosphere mit interessanten Projekten, guten Drehbüchern und spannenden Regisseuren. Und zum anderen, dass ich mich nicht als Mensch verändere, dass ich die bleibe, die ich bin: ganz normal halt.
teleschau: Normal - was heißt das in Ihrem Falle?
Zimmermann: Wahrscheinlich, dass ich etwas anders bin, als die meisten Leute glauben (lacht). Ich muss nicht 24 Stunden am Tag mit diesem Beruf zu tun haben. Und ich habe auch keine zehn Leute hinter mir, die alles für mich managen, sondern da ist nur meine Künstleragentur. Ich mache fast alles selbst, gehe meinen eigenen Weg, das ist mir wichtig.
teleschau: Als eine der prominentesten Schauspielerinnen dieses Landes sind Ihnen die Schattenseiten eines Lebens in der Öffentlichkeit wohl bestens bekannt.
Zimmermann: Gar nicht mal so sehr. Das liegt auch daran, dass die Presse inzwischen überwiegend über meinen Beruf berichtet und nicht nach privaten Geschichten sucht. Es hat sich herumgesprochen, dass ich vorsichtig bin, was mein Privatleben angeht.
teleschau: Sie können sich unbefangen in der Öffentlichkeit bewegen?
Zimmermann: Warum denn nicht? Ich gehe ganz normal einkaufen, und es ist nicht so, dass mich da die Leute plötzlich anspringen. Jedenfalls kriege ich das nicht mit. Will ich auch gar nicht - sonst ist es wohl schnell vorbei mit der Normalität.
teleschau: Haben Sie das Gefühl, dass Sie im Alltag von den Männern besonders beäugt werden?
Zimmermann: Nun, ich gehe ja nicht in den Supermarkt, um zu gucken, wie die Jungs da auf mich reagieren, sondern weil ich etwas einkaufen muss ... Mir fehlt wohl auch der Vergleich, um beurteilen zu können, ob mich ein Mann nun anlächelt, weil er jetzt die Schauspielerin erkannt hat oder weil er mich eben einfach nett findet.
teleschau: Darf man Sie nun einen Star nennen oder nicht?
Zimmermann: Hmmm. Ich stehe morgens ganz normal auf, gehe duschen, putze mir die Zähne ... Ich laufe nicht ständig in der wallenden Abendrobe herum, habe keinen Chauffeur. Neulich erst, im Laden, hat eine Frau zu mir gesagt: 'Sie sind eigentlich ganz anders als im Fernsehen. Gar nicht der Star, sondern ganz normal.'
teleschau: Welche Rolle spielt für Sie Ihre Familie? Wie oft sind Sie daheim, in der Nähe von Hannover?
Zimmermann: Wir sehen uns so oft es geht. Jeder einzelne Grillabend daheim im Garten mit meiner Familie und meinen Hunden ist für mich bedeutender und erholsamer als ein zweiwöchiger Inselurlaub. Dort kann ich runterkommen, mein Umfeld gibt mir Halt in diesem schnellen Beruf. Als wir 'Vermisst - Liebe kann tödlich sein' drehten, besuchten uns meine Eltern sogar in Griechenland.
teleschau: Sie sagen 'uns', weil Sie in Griechenland mit Ihrem neuen Lebenspartner, dem Kameramann Vladimir Subotic, arbeiteten?
Zimmermann: Ja, es war eine tolle Zeit. Wir sind glücklich miteinander, und alles ist gut, so wie es ist. Mehr möchte ich dazu nicht sagen.
teleschau: Wollen Sie Kinder, Frau Zimmermann?
Zimmermann: Klar möchte ich Kinder haben. Für mich gehört es zu der Natur des Menschen. Kinder sind doch etwas Wunderbares. Eigentlich muss jeder, zumindest jeder, der den ZDF-Film '2030 - Aufstand der Alten' gesehen hat (lacht), sagen: 'Ja, wir wollen Kinder. Unbedingt.' Also, mein Aufruf an alle: Der demografischen Entwicklung muss dringend entgegengesteuert werden!
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"Bettina Zimmermann" (* 31. März 1975 in Großburgwedel bei Hannover) ist eine deutsche Schauspielerin. ....
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