Technik Reportagen


Tipps zum Kauf von Heimkino-Leinwänden

Von Sascha Reimann 26. Sep 2007, 09:29

Heimkino: Auch die Leinwand sollte von guter Qualität sein. (Bild: kinozuhause.de/dpa/tmn) © DPA

Heimkino: Auch die Leinwand sollte von guter Qualität sein. (Bild: kinozuhause.de/dpa/tmn) © DPA

Poing/Berlin (dpa/tmn) - Filmhelden zu Hause in Lebensgröße bewundern oder Stadionstimmung bei Fußballspielen im Wohnzimmer erleben - Heimkino-Anlagen für diese Zwecke erfreuen sich wachsender Beliebtheit.

Viele Kunden achten beim Kauf aber nur auf die Bildprojektoren. Leinwände führen dagegen eher ein Schattendasein. Worauf es bei einer guten Projektionsfläche ankommt, bleibt für Kunden daher oft im Dunkeln.

«Leinwände werden unterschätzt», sagt Markus Wagenseil von der in Poing bei München erscheinenden Zeitschrift «HomeVision». Für ein optimales Heimkinoerlebnis komme es aber auf das Zusammenspiel von Projektor und Projektionsfläche an. «Im Prinzip braucht jeder Raum, jede Anwendung eine andere Leinwand.» Es gehe aber auch ganz ohne spezielle Bildfläche, sagt Herbert Noll von der Stiftung Warentest in Berlin. «Unsere Prüfungen haben keine nennenswerten Unterschiede zwischen einer professionellen Leinwand und einer gut gestrichenen, glatten weißen Wand ergeben.»

Wer sich für eine Leinwand entscheidet, hat die Wahl zwischen mechanischen Rollo-Leinwänden, Motor-Leinwänden oder solchen mit festem Rahmen. «Eine Rahmenbildwand hat den entscheidenden Vorteil, dass die Projektionsfläche absolut plan ist», sagt Dirk Maier vom Hersteller reflecta in Rottenburg (Baden-Württemberg). Falten und Wellen führen sonst zu Verzerrungen im Bild. Bei Rollbildwänden mit einer Breite von mehr als 2,20 Meter passiere es zudem leicht, dass sie «ohren», also sich am Rand leicht nach innen krümmen.

Eine stabile Rahmenkonstruktion erlaubt auch besonders große Bildbreiten. «Die Tendenz geht zu drei Metern und mehr», sagt Björn Rutz von der Image Vertriebs GmbH, einem Hersteller aus Braunshorn (Rheinland-Pfalz). Eine Rahmenleinwand eigne sich aber am ehesten für einen separaten Heimkinoraum. «Rollos und Motorleinwände sind da flexibler», sagt Freund. Und unauffälliger: Mit einem Handgriff sind sie verschwunden, etwa im Einbaukasten in der Decke. Besonders komfortabel sind elektrische Leinwände. Die fein dosierte Motorkraft schone die Leinwand und erlaube - durch besseres Material oder einen Tuchspannmechanismus - auch größere Bildbreiten.

Entscheidend für die Bildqualität sind die Reflexionseigenschaften der Leinwand. Schließlich soll sie das projizierte Licht optimal zur Geltung bringen. Der Gainfaktor - auch Leuchtdichtefaktor genannt - drückt aus, wie stark die Leinwand das einstrahlende Licht bündelt. Die Reflexion wird dadurch heller, jedoch nur für Zuschauer, die mittig vor der Leinwand sitzen. «Je höher der Gainfaktor, desto schmaler der Sichtwinkel», sagt Freund. Dabei kann es zu einer ungleichmäßigen Bildausleuchtung kommen, sogenannten Hotspots.

Laut reflecta-Mitarbeiter Maier sind nur Tücher mit einem Gainfaktor von 1,0 bis 1,2 geeignet. Grauen Leinwänden mit einem Gainwert unterhalb von 1,0 erteilt Rutz von der Image Vertriebs GmbH eine Absage. Zudem sollten Bildwände einen schwarzen Rand haben. Durch die optische Begrenzung nehme das Auge das Bild als kontrastreicher wahr. Das Seitenverhältnis der Leinwand sollte laut Freund dem des Beamers entsprechen - etwa dem «HDready»-Format 16:9. Für ein richtiges Heimkino-Vergnügen sei 21:9 optimal.

© 2007 dpa - Deutsche Presse-Agentur

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