Musik Star Portrait
Backstreet Boys - Boygroup? Nie gewesen.
Backstreet Boys Die Backstreet Boys sind back mit 'Unbreakable'
Von Claudia Nitsche 2. Nov 2007, 08:59

'Backstreet's Back' sangen die Backstreet Boys bereits 1997. Zehn Jahre später machen sie Ernst und präsentieren ihr neues Album 'Unbreakable'. © Ray Kay / Jive Records 2007
'Die Backstreet Boys sind in der Stadt!' Eine Mitteilung, die die beiden 14-jährigen Freundinnen nicht sonderlich beeindruckt. Massiv geschminkt wollen die Berliner Gören einfach nur in die Shopping Mall. 'Die Band interessiert uns nicht, sie sind out und zu alt', erklärt die Kleinere freundlich lächelnd. Ganz anders sehen das die drei Fans zwischen 23 und 27, die an den Potsdamer Arkaden anstehen. Theoretisch sind sie natürlich längst erwachsen, wirken aber sehr jung. Sie starren die große Glastür an, als hüte sie den Heiligen Gral. Bis zum Kurzauftritt der vier Musiker warten die Fans insgesamt fünf Stunden. Warum?

Weil sie die Backstreet Boys seit Mitte der Neunziger mögen und das sechste Album trotz des Ausstiegs von Kevin Richardson gut finden. 'Sie werden immer relevant bleiben', sagt der einzige Junge der Gruppe. 'Unbreakable' heißt die neue Produktion, und sie scheint in vielerlei Hinsicht den Kern zu treffen. Mickrige 13 Jahre jung war Nick Carter, als die Erfolgsgeschichte der Backstreet Boys in Florida losging. Heute ist er 27, nicht mehr ganz so strohblond, aber weiterhin das optische Aushängeschild der Band. Zusammen mit Howie Dorough spricht er über das, was sie sind, und das, was sie nie waren. Und über ihre Knieprobleme.

teleschau: Bei einer kleinen Umfrage vor der Tür kam heraus, dass Ihr den 14-Jährigen zu alt seid. Eure Fans sind mit Euch gegangen. Die meisten, die draußen warten, sind über 20. Ist das ein gutes Zeichen?
Howie Dorough: Natürlich. Dennoch machen wir unsere Musik nicht für ein bestimmtes Alter, nicht mehr. Die Skala reicht von Kindern bis zu den Großeltern. Es gab aber einmal die Ära, in der wir besonders junge Menschen ansprachen, zu der Zeit als Nick ein Teenager war. Er zog die Fans an.
teleschau: Nick, hattest Du mal das Gefühl, dass Dir Deine Teenagerjahre fehlen?

Nick Carter: Als ich jünger war, dachte ich sehr viel darüber nach. Ich hatte dieses Gefühl, um Jahre bestohlen worden zu sein. Aber es macht keinen Sinn, über die Vergangenheit zu grübeln, wenn man leben möchte. Aus heutiger Sicht ist alles wirklich gut gelaufen. Ich bin erfolgreich und bereue nichts, weil ich finde, dass ich am richtigen Platz bin. Ich fand Freunde, Brüder, mit denen ich etwas Historisches geschaffen habe. Was will ich mehr?
teleschau: Beneidest Du jemanden wie Justin Timberlake, dem die Solokarriere gelang?
Carter: Um Gottes willen, nein. Wir sind zwei völlig unterschiedliche Typen. Ich gehöre nicht zu den Celebrities.

Und ich mag das ganze Hollywood-Ding nicht.
teleschau: Könnt Ihr Euch noch als Boygroup definieren, oder seht Ihr da früher oder später ein Altersproblem?
Carter: Wir haben uns nie als Boygroup bezeichnet und sehen uns auch nicht als solche. Ähnlich wie Boyz II Men sind wir eine Vocal-Harmony-Group. Unsere Karriere basiert darauf, dass wir Sänger sind. Ich denke sogar, dass wir hier den Durchbruch so einfach geschafft haben, weil die anderen Boybands waren und wir eben nicht.
teleschau: Arbeitet Ihr noch mit Jugendmagazinen zusammen?
Dorough: Wir finden in jedem Magazin statt.

Carter: Aber wir haben nach mittlerweile 15 gemeinsamen Jahren eine klarere Vorstellung davon, wie wir uns präsentieren. Wir posen nicht mehr. Lächeln nach rechts, winken nach links - das ist passé. Wir haben unsere Karriere in den eigenen Händen.
teleschau: Fühlt Ihr Euch erwachsen?
Carter: Eher alt. Wenn dir die Knie wehtun beim Aufstehen, dann weißt du, dass du nicht mehr jung bist.
teleschau: Das passiert aber doch nicht täglich.
Dorough: Oh doch, wir versuchen nur, es zu ignorieren. A.J. ist schon operiert, mir wird es empfohlen. Aber natürlich ist es immer dann am schlimmsten, wenn man ohnehin keine Zeit hat, sich darum zu kümmern.
Carter: Es tut verlässlich weh beim Tanzen, wenn ich viel trainiere. Ich mag keine Operationen. Und so kümmere ich mich trotz Muskelriss auf meine Weise um die Rehabilitation meines Knies.
teleschau: Könnt Ihr Eure Freizeit genießen, oder braucht Ihr immer was zu tun?
Dorough: Das ist unterschiedlich, je nachdem, welches Kapitel man gerade im Leben aufgeschlagen hat. Brian, der jetzt verheiratet ist und ein Kind hat, genießt unsere freien Zeiten. Nick und ich zum Beispiel sind unabhängig, uns packt das Verlangen nach der Bühne sehr viel schneller, weil uns zu Hause langweilig wird. Aber eine gute Balance ist für alle angenehm, denn zu viel zu arbeiten führt nur zum Burnout.
Carter: Mein neues Hobby ist meine Produktionsfirma.
teleschau: Doch ein Zeichen, dass Du erwachsen bist, Verantwortung übernimmst?
Carter: Nein, dafür muss man nicht erwachsen sein, ich setze nur meine Ideen um. Ich mag Jungsein - und Freiheit.
teleschau: Unter welchen Umständen würdet Ihr das Kapitel Backstreet Boys lieber schließen als fortführen?
Carter: Diese Tür wird immer offen sein.
Dorough: Höchstens, wenn die Fans uns nicht mehr wollen.
teleschau: Seid Ihr eitel?
Carter: Ich glaube, das ist keiner von uns. Wir achten nur darauf, wie wir aussehen. Jeder will doch, dass hässliche Fotos gelöscht werden.
Dorough: Muss man denn eitel sein in der Branche?
Carter (während Howie immer mehr lacht): Naja, also: Manchmal wasch ich meine Haare nicht, bürste das Haargel nicht raus und meine Jeans trag ich ewig. Ich bin also überhaupt nicht eitel.
teleschau: Wer wäscht bei Dir?
Carter: Ich mach das.
teleschau: Und andere Sachen, wie eine Wohnung oder ein Haus suchen. Macht ihr sowas selbst?
Dorough: Bevor ich mein Haus gekauft habe, hatte ich in Los Angeles einige Appartments. Das lief meist übers Internet. In L.A. wohnen so viele Entertainer, dass keiner Aufhebens darum macht. Oft habe ich das Gefühl, sie erkennen einen nicht einmal. Da müsste ich schon im T-Shirt rumlaufen mit unseren Gesichtern drauf. © 2007 teleschau - der mediendienst
CD Kritik: Unbreakable von Backstreet Boys
28. Okt 2007, 08:59
Vincent Tomas, neuer fünfter Mann bei der Bubi-Boyband US 5 erklärte neulich, den Anstoß zu seiner 'Karriere' habe ein Auftritt der Backstreet Boys gegeben. Damals war Vincent Tomas sechs. Betrachtet man nun die Bilder der Backstreet Boys von anno dazumal, kann man sagen: Vincent Tomas hat es einigermaßen gut hinbekommen, so doof auszusehen wie die damals. Und: Heute sehen die Backstreet Boys recht normal aus. Aber die Zeiten ändern sich. Ebenso wie Take That, die ja quasi eine Generation früher stattfanden, haben sich die Backstreet Boys reformiert. 'Unbreakable' ist bereits ihr zweites Album in dieser 2.0-Variante und erfüllt genau die Erwartungen, die man in es so steckt: Es ist nicht sehr gut, aber auch nicht sehr schlecht. Sein Klang wurde von namhaften Produzenten Richtung 2007 gebogen, ist aber nie so radikal, dass er das Mainstream-Publikum jenseits der 25 verprellen könnte. Kurzum: Es ist in etwa so originell wie ein runder Autoreifen. ... mehrMehr über Backstreet Boys
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- Nick Carter - 'Die Backstreet Boys waren meine Ersatzfamilie'








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