Gesundheit Nachrichten
Behinderte Kinder: Chinas Preis für Wirtschaftswachstum
Von Silke Koppers 31. Okt 2007, 10:54
Um 40 Prozent innerhalb der letzten fünf Jahre ist die Zahl der Neugeborenen mit Fehlbildungen in China gestiegen. Von den 20 Millionen Kindern, die jährlich im Reich der Mitte zur Welt kommen, sind 800 000 bis 1,2 Millionen Neugeborene behindert. Alle 30 Sekunden wird dort ein missgebildetes Kind geboren. Der Hauptgrund ist laut des Vizevorsitzenden der Familienplanungskommission Chinas, Jiang Fan, die zunehmende Umweltverschmutzung im Land. Zum Vergleich: In Deutschland haben von 82 Millionen Einwohnern rund 6,6 Millionen Menschen eine Behinderung, allerdings sind davon nur 4,7 Prozent von Geburt an gehandicapt. Der Rest ist auf Unfälle oder die Folgen einer Krankheit zurückzuführen.
Auch die Zahl der Brustkrebserkrankungen bei Frauen hat in China nach einem Bericht der Tageszeitung 'China Daily' zugenommen. In zehn Jahren ist allein die Zahl in Peking um 23 Prozent gestiegen. Auch dies ist zum Teil auf die massive Luft- und Wasserverschmutzung zurückzuführen, die als Preis für das Wirtschaftswachstum des Landes bisher gezahlt wurde. Nach einer Studie der Weltbank sterben in China jedes Jahr 460 000 Menschen vorzeitig an den Folgen der schlechter werdenden Umweltbedingungen. Angeblich schmiede die Regierung jedoch schon Pläne zur Reduzierung der Abgase.
© 2007 Global Press
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