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E-Scrabble - oder das Ende vom 'Schwanzhund'

Von Joachim Scheible 10. Nov 2007, 14:53

cid - Das Ende das haptischen Buchstabens beim Brettspiel naht: Scrabble könnte es bald elektronisch und vernetzt geben. Foto: Mattel/cid

cid - Das Ende das haptischen Buchstabens beim Brettspiel naht: Scrabble könnte es bald elektronisch und vernetzt geben. Foto: Mattel/cid

Wortakrobaten aufgepasst: Ein drahtlos vernetztes Scrabble-Spiel auf einem digitalen Display hat jetzt das Fraunhofer-Institut für Zuverlässigkeit und Mikrointegration (IZM) erfunden. Das E-Scrabble findet auf einem OLED-Display (OLED = Organische Leuchtdiode) als Spielbrett statt. Das Display ist in der Lage, die gelegten Steine und deren Werte in Sekundenschnelle zu erkennen und die Gesamtpunktzahl auf der Spielsteinebank anzuzeigen. Möglich ist dies, weil alle Spielelemente drahtlos miteinander vernetzt sind - das Brett, die Spielbänke und sämtliche 102 Buchstabensteine.

Die Informationen werden dabei per 13,5 Megahertz starke RFID-Chips übertragen. Unterstützt wird die elektronische Spieleanordnung durch einen Laptop, auf dem ein Thesaurus sowie ein Algorithmus zur Ermittlung des 'optimalen' Worts hinterlegt sind. Familiendramen etwa um die Frage, ob es das Wort 'Schwanzhund' nun gibt oder nicht, sollen damit der Vergangenheit angehören.In Zusammenarbeit mit Forschern des Applikationszentrums 'Smart System Integration' hatten die IZM-Entwickler eine feingliedrige Aufgabe zu erledigen: Sie mussten die gesamte Elektronik von der Stromversorgung über den Prozessor bis hin zum Funk auf weniger als drei Millimeter Spielhöhe unterbringen.

Was also von außen aussieht wie ein handelsübliches Scrabble-Spiel ist in Wahrheit vollgepackt mit hochkomplexer Lese- und Auswerteelektronik.Für die Wissenschaftler steht das drahtlose E-Scrabble sinnbildlich für eine generelle Trendwende in der Spieleentwicklung: Habe bisher die Rechenleistung die Systemarchitektur bestimmt, zum Beispiel bei der Playstation oder dem Gameboy, würden zukünftige elektronische Mikrosysteme über viel mehr Sensoren verfügen und deshalb in Bereiche vordringen, wo sie bislang niemand vermutet hätte,etwa in die der klassischen Brettspiele.

© 2007 Global Press

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