Kino Kritiken
Film Kritik: Urmel voll in Fahrt
Kleine Schwestern nerven
Von Diemuth Schmidt 29. Apr 2008, 08:59

Urmel wird ein Luxusleben in einem Vergnügungspark versprochen. © 2008 Constantin Film Verleih GmbH
Das zweite Kinoabenteuer des drolligen Dinos setzt auf viel Action und eine neue Figur.
Das Urmel ruft und alle kommen. Wieder einmal kann der kleine Dinosaurier, der es als Urzeitvieh und Kinderbuchfigur mit Tradition sogar bis in Zeitalter der computeranimierten Trickfilme geschafft hat, große Namen um sich herum versammeln. Anke Engelke, Oliver Pocher, Christoph Maria Herbst, Wigald Boning und Wolfgang Völz leihen ihre Stimmen seinen Freunden auf der Vulkaninsel Titiwu.

Und damit das Urmel bei seinem zweiten Leinwandabenteuer 'Voll in Fahrt' kommen kann, spricht Oliver Kalkofe den Bösewicht Barnaby, der den Kleinen mit dem verführerischen Angebot in seine Welt lockt. Hier soll Urmel ein weltberühmter Star werden.
Zunächst feiert Urmel Geburtstag. Ein Jahr ist es her, seit er aus dem Ei geschlüpft ist. Zur Feier des Tages gibt es nicht nur eine große Torte von Schweinedame Wutz, sondern vom Professor Habakuk auch noch eine kleine Schwester. Doch das Pandamädchen Babu macht sich gleich bei Urmel gleich unbeliebt, denn es hat seinen Kuchen gefressen.

Und überhaupt, wozu braucht er eine Schwester, er hat doch seine lustigen tierischen Freunde, mit denen er Volleyball spielen kann. Ihre tapsige Art nervt ihn und Urmel kann nicht verstehen, dass die süße Kleine nun im Zentrum der Aufmerksamkeit steht. Ob seine Familie und die Freunde ihn überhaupt noch lieb haben?
So verunsichert ist Urmel das ideale Opfer für den schmierigen und größenwahnsinnigen Barnaby, der noch verzweifelt eine Attraktion für seinen riesigen Freizeitpark sucht. Und seine Geldgeber, die Scheichs, verlangen einen echten Dino. Urmel willigt ein, er glaubt, hier würde er von allen gefeiert, bewundert und gemocht werden.

Doch Barnaby führt etwas ganz anderes im Schilde, er legt Urmel in Ketten. Jetzt kann ihm nur noch Babu helfen, die sich als blinder Passagier mit aufs Boot geschmuggelt hat. Und seine Freunde sind auch schon unterwegs, um das Urmel wieder zurückzuholen.
Der Titel ist Programm. Um die Möglichkeiten der CGI-Technik auch richtig zu nutzen, wählt das Regie-Duo Reinhard Kloos und Holger Tappe als virtuelle Location einen Freizeitpark. Ob größte Achterbahn der Welt oder unheimliches Spukschloss - hier erinnert außer den Figuren nichts mehr an die alten Zeiten.

Neben dem großen Schauwert, zumindest peppig gemeinten Musikeinlagen (Urmel als 'Sexbomb'), aufregenden Verfolgungsjagden und viel Slapstick kalkuliert der Kinderfilm auch eine emotionale Ebene ein. Mit der Erfindung der Figur Babu und ihrem Verhältnis zu Urmel werden klischeehafte Erfahrungen von Geschwistern thematisiert. Und die verlockende Versprechung, jemand zum Star machen zu wollen, ohne dass er den wirklichen Preis dafür kennt, erlebt das Zielpublikum auch im Fernsehen.

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