TV Programm
Abenteuer Wissen - 04.06.2008 22:15 - ZDF
Im Bauch der größten Maschine der Welt
Von Gerd Hilber 4. Jun 2008, 22:15

Karsten Schwanke war im Genfer CERN-Forschungszentrum, wo derzeit der LHC gebaut wird. © ZDF / Kai-Uwe Waerner
Schwarze Löcher, seltsame Materie, einpolige Magneten - noch ehe der Teilchenbeschleuniger LHC im Herbst in Genf die Arbeit aufnimmt, gab es die Befürchtungen einzelner Apokalyptiker, dass die größte Maschine, die die Menschheit je entwickelt hat, gleichzeitig auch ihren Untergang besiegeln würde. Doch die Hoffnung der Mehrheit überwiegt. Mit der riesigen Apparatur, deren Bau bislang über sechs Milliarden Euro verschlang, sollen die letzten atomaren und kosmischen Rätsel gelöst werden. Die ZDF-Reihe 'Abenteuer Wissen' war vor Ort und versucht zu erklären, was genau am Forschungszentrum CERN geschieht und mit welchen Problemen die Wissenschaftler zu kämpfen haben.
Wie entstand das Universum? - Die Frage nach dem Urgrund des Seins ist beinahe so alt wie die Menschheit selbst. Schon die griechischen Naturphilosophen suchten nach 'Hyle', dem Urstoff aller Dinge. Die Wissenschaft hat sich seitdem rasant weiterentwickelt, doch die Jagd nach dem 'elementaren Teilchen' geht bis heute weiter. Einer der heißesten Anwärter ist das sogenannte 'Higgs-Boson', benannt nach dem schottischen Physiker Peter Higgs, der als Erster dessen mögliche Existenz propagierte. Dieses Teilchen ist nichts und doch alles. Es soll Atomen und Molekülen ihre Masse geben, ließ sich aber noch nicht nachweisen. Bislang.
Der 'Large Hadron Collider', kurz: 'LHC', soll für Klarheit sorgen. In diesem Teilchenbeschleuniger werden unter Aufwendung enormer Energien Protonen mit unglaublicher Wucht gegeneinander geschleudert. Die Folge: 100.000-mal höhere Temperaturen als im Inneren der Sonne und ein subatomarer Totalschaden. So will man den Urknall simulieren - oder den Zustand des Raums kurz danach. Dabei soll es auftauchen, dieses Higgs-Boson. Rein theoretisch zumindest. Aber selbst ein Scheitern wäre für die rund 3.000 Forscher, die derzeit am CERN arbeiten, mehr als aufschlussreich. Überhaupt rechnet man mittlerweile fest damit, dass einige Nobelpreise im nächsten Jahr nach Genf gehen werden - sofern es bei der Fertigstellung des LHC keine größeren Pannen mehr gibt ...
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