Kiel/Berlin (dpa/tmn) - Mit Freunden in Kontakt bleiben, Fotos austauschen oder sogar neue Geschäftskontakte knüpfen - soziale Netzwerke im sogenannten Web 2.0 machen es möglich. Inzwischen gibt es etliche Plattformen, die den Kontakt der Nutzer untereinander ermöglichen.
In sozialen Online-Netzwerken sollten Nutzer ihre privaten Daten wenn überhaupt nur zurückhaltend preisgeben. (Bild: Schierenbeck/dpa/tmn) © DPA
Doch Datenschützer mahnen zur Zurückhaltung bei studiVZ, Facebook oder Xing. Besonders Informationen aus dem Privatleben sollte man hier nur sehr sparsam veröffentlichen.
«Das größte Problem bei sozialen Netzwerken ist, dass man nicht weiß, wer da alles reingucken kann», sagt Henry Krasemann, Experte beim Unabhängigen Zentrum für Datenschutz Schleswig-Holstein in Kiel. Auch ein Arbeitgeber kann auf die Daten zugreifen. Daher empfehlen Datenschützer, möglichst wenig private Informationen online zu speichern. «Man sollte auf keinen Fall Bikini- oder Party-Bilder in einem solchen Netzwerk veröffentlichen», sagt Constanze Kurz, Sprecherin des Chaos Computer Club (CCC) in Berlin.
Vor allem das Netzwerk studiVZ, zu der auch die Netzwerke meinVZ und SchülerVZ gehören, hatte mit einer Änderung der Allgemeinen Geschäftsbedingungen für Aufsehen gesorgt. Danach mussten Nutzer personalisierter Werbung zustimmen, um ihren Zugang zu behalten. Inzwischen hat der Dienst nachgebessert, wie studiVZ-Sprecher Dirk Hensen erklärt: «Wenn ein Nutzer diese Art von Werbung nicht erhalten möchte, sondern nur übliche Werbung bekommen will, dann kann er das bei uns so einstellen und seinen Account wie bisher verwenden.»
Auch wenn man selbst mit den eigenen Daten sparsam umgeht, können sie für jedermann abrufbar im weltweiten Netz landen. So ist es möglich, dass andere Nutzer Fotos hochladen und diese mit dem eigenen Profil verknüpfen. «Allerdings kann man etwa bei studiVZ diese Möglichkeit deaktivieren», erklärt Datenschützer Henry Krasemann. Dies sei allerdings nicht voreingestellt. Das gilt auch für andere Möglichkeiten: So kann man bei studiVZ einstellen, dass Nutzer nicht sehen, wenn man ihr Profil besucht hat.
Ein weiteres Problem bei sozialen Netzwerken ist das Identitäts-Grabbing: Jemand meldet sich mit den Daten eines anderen Nutzers an und kann so sein Profil direkt verändern. Man sollte daher auf jeden Fall als Passwort keine naheliegenden Daten wie Geburtsdaten oder Ähnliches verwenden, sagt Constanze Kurz. Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen ist man ihrer Ansicht nach nie davor gefeit, dass Fremde sich in das eigene Profil einloggen: «Sämtliche Benutzerdaten von studiVZ sind bereits im Netz veröffentlicht worden. Da musste man noch nicht einmal hacken, um das System zu knacken.»Im Internet gibt es auch die Möglichkeit, dass deutsche Internet-Surfer ausländische Angebote wie beispielsweise die Foto-Plattform Flickr nutzen. Der weltweite Social-Community-Marktführer Facebook hat inzwischen ein deutschsprachiges Angebot eingerichtet. Die Firma hat allerdings keine deutsche Niederlassung. Laut Nutzungsbedingungen gilt das Recht des US-Bundesstaates Delaware. Die weitergehenden deutschen Datenschutzrechte kann der Nutzer damit nicht in Anspruch nehmen, wie Anja-Maria Gardain, Sprecherin des Berliner Datenschutzbeauftragten erklärt.INFO: Unsichtbar surfen in sozialen Netzwerken
© 2008 dpa - Deutsche Presse-Agentur
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