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Messeturm-Lauf der Himmelstürmer

Von Frank van Bebber 18. Mai 2008, 16:47

Matthias Jahn hat gewonnen. © DPA

Matthias Jahn hat gewonnen. © DPA

Frankfurt/Main - Nur der Aufzug des Frankfurter Messeturms bewältigte am Sonntag die 61 Stockwerke schneller als Matthias Jahn. Der 25-Jährige aus Langenbieber in Osthessen sprintete in 7:07 Minuten die 1344 Treppenstufen hinauf.

Damit war der Vorjahressieger auch beim zweiten Frankfurter Sky-Run schneller als alle anderen 245 Starter. «Die letzten zehn Stockwerke waren diesmal besonders schwer», sagte Wolkenkratzer-Läufer Jahn. Atemlos überquerte er in 222 Meter Höhe den Zielstrich in einem fensterlosen Betonflur.

Jahn gehört zu den weltweit prominentesten Treppenläufern. Rund sechsmal im Jahr erklimmt er im Sauseschritt die höchsten Gebäude der Welt. «Jedes Treppenhaus ist anders», weiß er. Mal gehen die Stufen links herum, mal rechts. Auch Stufenlänge und Material seien wichtig. «Der Messeturm läuft sich angenehmer als das Empire State Building in New York», sagte Jahn. Nach je acht grauen Betonstufen kommt beim Frankfurter Sky-Run ein Absatz.

Der älteste Starter des Tages, Jürgen Frei (66) aus Bad Soden, schwört auf einen Handschuh. Der gute Halt am Geländer bringe Zeitgewinn, hat er bei privaten Aufstiegen in vielen Frankfurter Hochhäusern erprobt. Knapp 13 Minuten brauchte der gut trainierte Frei mit der Mannschaft «Die rasenden Steuerberater» beim Sky-Run für den Messeturm. Doch unter den Himmelstürmern im höchsten Treppenhaus Europas waren viele Anfänger, die für solche Feinheiten am Ende keine Luft mehr hatten. Sie trudelten nach einer knappen halben Stunde ins Ziel. Einer hatte unterwegs Pause gemacht.

In einer eigenen Wertung quälten sich sieben Feuerwehrteams in schwerer Montur nach oben. Der Frankfurter Feuerwehrmann Jürgen Herzig (47) brauchte rund 18 Minuten - und 1800 Liter Luft aus der Sauerstoffflasche auf seinem Rücken. «Ich mache das zum Spaß und für den guten Zweck», sagte er. Die Startgelder von 20 000 Euro fließen an die Arbeitsgemeinschaft für Querschnittsgelähmte (ARQUE). Deren Vorsitzender Michael Lederer hatte mit dem Messeturm-Management die Idee zum Sky-Run. Lederer, Vater eines behinderten Sohnes und früher erfolgreicher Mittelstreckenläufer, ist von der neuen Sportart fasziniert: «Das vertikale Laufen ist viel intensiver.»

Mit dem Sky-Run will sich Frankfurt in der Top-Liga der Treppenläufe etablieren. Jahn könnte sich hier eine eigene Serie in verschiedenen Hochhäusern vorstellen. Nach Stufen gerechnet liegt der Messeturm-Lauf an dritter Stelle hinter den Wettbewerben im Taipeh 101 in Taiwan (2046 Stufen) und dem Empire State Building in New York (1567 Stufen). Attraktiv ist der Messeturm auch, weil sein Treppenhaus die höchsten Büroflächen Europas erreicht. Die höhere Konkurrenz in Frankfurt und Moskau schlägt ihn nur mit unzugänglichen Dachaufbauten.

© 2008 dpa - Deutsche Presse-Agentur

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