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So lassen sich Erdbeeren haltbar machen
Von Eva Neumann 21. Mai 2008, 10:52

Klassische Konservierung - Erdbeermarmelade ist vergleichsweise einfach herzustellen. (Bild: CMA/dpa/tmn) © DPA
Rövershagen/Bonn (dpa/tmn) - Rot, saftig und süß - Erdbeeren sind der Inbegriff des frühsommerlich-frischen Genusses. Doch die Saison ist kurz. Da hilft nur eins: Das Aroma muss konserviert und für trübe Tage bewahrt werden. Dafür gibt es unterschiedliche Möglichkeiten.
Die einfachste und schonendste Methode der Haltbarmachung ist das Einfrieren. «Damit die Erdbeeren schön in Form bleiben, werden sie mit der dicken Seite nebeneinander auf ein Brett gesetzt und vorgefroren», erklärt Brunhilde Wunderlich von Karls Erdbeerhof in Rövershagen bei Rostock. Erst die harten Früchte kommen in einen Gefrierbeutel oder eine Dose. «Wenn schnell ein Kuchen gezaubert werden muss, kann man sogar die noch gefrorenen Beeren auf einen Tortenboden legen und heißen Guss darüber geben.»
Als Ganzes gefroren nehmen die Früchte allerdings viel Platz im Gefrierschrank weg. Zerkleinern ist zwar möglich, aber nicht sinnvoll. «Je mehr die Erdbeeren vor dem Einfrieren zerkleinert werden, umso matschiger ist das Ergebnis», warnt Gabi Kaufmann, Ökotrophologin beim Verbraucherinformationsdienst aid in Bonn. Eine gute Alternative ist, Püree einzufrieren. Dazu sollten die Erdbeeren allerdings zuvor mit Puderzucker leicht gesüßt werden. Im Herbst wird das Püree dann zu Grießbrei, Joghurt oder Vanilleeis serviert oder in die Sahne einer Erdbeertorte gegeben.
Vergleichsweise wenig Aufwand macht auch das Kochen von Marmelade. «Bei uns ist klassische, reine Erdbeermarmelade der Spitzenreiter», sagt Brunhilde Wunderlich. Zum Schluss kommt ein Schuss Zitronensaft hinzu. «Das unterstützt den Geschmack», verrät die Erdbeer-Bäuerin.
Wer Zeit und Lust zum Experimentieren hat, kann Erdbeeren mit anderen Früchten kombinieren - etwa mit Rhabarber, anderen roten Beeren oder Kirschen oder auch Exoten wie Melone. Das i-Tüpfelchen können Gewürze sein. Zimt und Vanille sind klassische Begleiter. «Grüne Pfefferkörner, Rosmarin und Ingwer sorgen für interessante Geschmackserlebnisse», sagt Kaufmann.
Für alle Marmeladen gilt: «Erdbeeren enthalten viel Zucker, viel Vitamin C und viel Folsäure», erläutert Helga Buchter-Weisbrodt, Agrarwissenschaftlerin und Fachbuchautorin aus Rödersheim in der Pfalz. «Wenn ich nach Omas Manier mit 1:1 Gelierzucker arbeite, zerkoche ich das alles.» Sie empfiehlt stattdessen 3:1 Gelierzucker.
Angesichts der Beliebtheit der Marmelade einerseits und erhöhtem Arbeitsaufwand andererseits ist Gelee aus Erdbeeren ein Nischenprodukt. Dennoch: Ein Glas Erdbeer-Gelee mit Sekt oder auch mit Holunderblüten ist ein exquisites Mitbringsel. Es geht natürlich auch süß-sauer, zum Beispiel als Relish mit Zwiebeln, Honig, Weißweinessig und Ingwer - oder als Chutney mit Zucchini, Apfelessig und Kapern. Solche Kreationen machen sich hervorragend zum gebackenen Camembert, der Entenbrust oder dem Lammfilet.Saft, Sirup und Likör aus Erdbeeren lohnen dagegen kaum die Mühe: Sie verlieren schnell sowohl Aroma als auch Farbe. Wenn schon flüssig, ist aromatisierter Essig eine Überlegung wert: 700 Gramm geputzte Erdbeeren werden mit einem Liter Apfelessig aufgegossen, drei Wochen ziehen gelassen und dann abgesiebt.
Bleibt noch das Trocknen. Möglichst kleine Früchte kommen mit ihrer kugeligen Seite oder auch halbiert auf ein Backblech und trocknen bei 35 bis 37 Grad zwei Tage lang. «Die getrockneten Beeren wären toll im Müsli. Doch meist hat man sie vorher weggenascht», sagt Buchter-Weisbrodt.
INFO: So gelingt die Marmelade
© 2008 dpa - Deutsche Presse-Agentur
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