DVD Kritiken
DVD Kritik: Black Belt
Wider den Sündenfall der Martial Arts
Von Jens Szameit 28. Mai 2008, 08:56

Mit 'Black Belt - Kuro-Obi' versucht der japanische Regisseur Shunichi Nagasaki, der Martial Arts Glaubwürdigkeit und Realismus nahezubringen. © Highlight
Es dürfte gegenwärtig nur wenige Genres geben, die außerhalb ihrer Anhängerschaft einen derart ruinierten Ruf genießen, wie das der Martial-Arts-Filme. Die ebenso lieb- wie verstandlos gefertigten Kampfkunststreifen, so die landläufige Meinung, empfehlen sich exklusiv für ein testosteronbenebeltes Videothekenpublikum. Dem Genre ein wenig Würde und Ansehen zurückzugeben, ist das ausgesprochene Ziel des japanischen Regisseurs Shunichi Nagasaki, dem es mit der Karate-Action 'Black Belt - Kuro-Obi' (2007) um so etwas wie die filmische Rückgewinnung von Authentizität geht.

'Real Fight, Real Karate, Real Japan', verspricht die Werbezeile selbstbewusst, wurden doch alle Hauptrollen nicht mit professionellen Schauspielern, sondern mit ausgewiesenen Karatekönnern besetzt. 'Black Belt' feiert in Deutschland seine Premiere auf DVD.
Im Jahr 1932 erreichen Truppen der Kaiserlichen Armeepolizei eine traditionsreiche Karateschule, um sie zu enteignen und der Armee zu unterstellen. Nach anfänglichem Widerstand der Schüler ändert sich die Situation, als der Meister der Schule stirbt und für seinen schwarzen Gürtel ein Nachfolger gesucht wird.

Um das vakante Erbe konkurrieren der hitzköpfige Taikan (Tatsuya Naka), der sich, um seine Ziele zu erreichen, als Ausbilder für die Armee anwerben lässt, der gleichmütige Giryu (Akihito Yagi), der sich als einfacher Bauer zurückzieht, und der unentschlossene Choei (Yuji Suzuki).
Wie so oft im asiatischen Kino geht es auch in 'Black Belt' um Ehre, strenge Verhaltenskodizes und die stets bedrohte Wahrung des Gesichts. Die nüchterne und wenig effektheischende Darstellung der Kampfszenen erweist sich durchaus als Vorzug des Films.

Doch selbstverständlich sind auch ganz 'reale' Karatekämpfer, wenn sie einmal in eine filmische Ordnung überführt sind, keine realen Karatekämpfer mehr, sondern Figuren in einem fiktionalen Zusammenhang. Und gerade hier offenbart 'Black Belt' einige Längen, die das ambitionierte Projekt dann doch auf das erzählerische Niveau eines besseren B-Movies zurückwerfen. Insbesondere die Charakterzeichnung bleibt weitgehend stereotyp, zu wenig differenziert, und der dramatische Stoff vermag nicht recht zu fesseln.
Technisch ist an der DVD hingegen nicht viel auszusetzen. Bei ordentlichen Schärfewerten überzeugt das 1,85:1-Bild insbesondere durch eine kräftige Farbwiedergabe. Unter den Tonspuren erweist sich das DTS als druckvoller, jedoch empfiehlt sich das Dolby Digital 5.1 aufgrund seiner differenzierteren räumlichen Präsenz. Wer für die durchaus beeindruckenden kampftechnischen Aspekte der Martial-Arts-Action weiterführendes Interesse hegt, findet im Bonusmaterial ein ausführliches Making Of sowie eine Doku über die Geschichte der Karatekunst.© 2008 teleschau - der mediendienst
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