BŸhne Nachrichten
Berliner Philharmoniker mit Dankkonzert für Feuerwehr
25. Mai 2008, 11:58

Dirigent Claudio Abbado bedankte sich mit seinen Berliner Philharmonikern bei der Feuerwehr. © DPA
Berlin - Es war fast so etwas wie ein musikalischer Dankgottesdienst. Simon Rattle, Claudio Abbado und Maurizio Pollini luden in die Berliner Waldbühne ein statt in die vom Feuer heimgesuchte Philharmonie am Potsdamer Platz - und alle kamen.
Und noch viel mehr, als in die Philharmonie an drei Abenden hineingepasst hätten, saßen am Samstag im milden Schein der untergehenden Abendsonne im Amphitheater neben dem Olympiastadion. Etwa 18 000 Berliner waren gekommen, um in alter Berliner Tradition natürlich auch mit Picknick-Körben mit einem bewegenden Beethoven- und Berlioz-Konzert in der idyllisch gelegenen Waldbühne den «zweiten Geburtstag der Philharmonie» zu feiern, die am Dienstag von einem Großbrand betroffen wurde, der weite Teile des Daches zerstörte, so dass das weltberühmte Orchester vermutlich bis zum 2. Juni Ausweichspielstätten nutzen muss.
«Was für eine Woche!» rief Rattle zu Beginn des Konzertes aus und bat die als Gäste geladenen Feuerwehrleute und Polizisten aufzustehen, um ihnen noch einmal Dank zu sagen. «Sie haben so viel für uns getan. Ohne sie hätten wir keine Philharmonie mehr. Wir sind Ihnen allen zu tiefster Dankbarkeit und Liebe verpflichtet!» Und Berlins Feuerwehrchef Wilfried Gräfling meinte zu der Einladung zu dem Konzert: «Was für ein wunderbares Dankeschön für meine Männer!» Und Erinnerungen wurden wach an jene dramatischen Stunden am vergangenen Dienstag auf dem brennenden Dach des kulturellen Wahrzeichens der Hauptstadt: «Wir sind alle heilfroh, dass der Einsatz in der Philharmonie so gut über die Bühne gegangen ist.»
Den Chefdirigenten der Berliner Philharmoniker erreichte die Katastrophennachricht mitten in den Proben in der südfranzösischen Festivalstadt Aix-en-Provence: «Einer meiner Musiker hatte eine SMS aus Berlin erhalten mit der Nachricht 'Die Philharmonie brennt!' Ich wollte das zunächst nicht glauben und hielt das für einen schlechten Scherz», sagte Rattle der dpa in der Waldbühne. «Was haben wir für ein Glück gehabt! Die Berliner Feuerwehr war fantastisch. Und auch die von Hans Scharoun weise geplante Abwasservorrichtung im Dach hat uns vor einer Katastrophe im Konzertsaal bewahrt. Es ist wirklich wie eine zweite Geburt unserer geliebten Philharmonie!»
Diese wird Rattle aber vorerst nicht nutzen können. Er hat sich als nächstes Ausweichquartier den Flughafen Tempelhof ausgesucht (der im Oktober seinen Flugbetrieb endgültig einstellen wird). Im Hangar 2 gibt er in der nächsten Woche vom 29. bis 31. Mai drei Konzerte auf dem Gelände des City-Airports. Bis zum 2. Juni laufen zurzeit fieberhaft die Aufräum- und Ausbesserungsarbeiten auf dem Dach der Philharmonie, um danach wenigstens mit einem provisorischen Dach den normalen Konzertbetrieb wieder aufnehmen zu können.So ganz normal war natürlich am Samstag die Open-Air-Akustik nicht in der Waldbühne für ein anspruchsvolles Klassikkonzert. Aber alle Beteiligten mit immerhin 700 Musikern und Chorsängern auf der Bühne gaben ihr Bestes. Dazu gehörte auch der Altmeister der Tastenvirtuosen Maurizio Pollini bei Beethovens Klavierkonzert Nr. 4, dessen lyrische Passagen wohl kaum jemand in der Waldbühne unbeeindruckt gelassen hat. Und der schwer kranke und dennoch agile Abbado, als Karajan-Nachfolger bis 2002 Chefdirigent der Philharmoniker, wuchtete mit sicherer Führung das geistliche Te Deum von Hector Berlioz als chorisches Massenkonzert (samt Orgel) mit dem Solotenor Marius Brenciu auf die Bühne.
© 2008 dpa - Deutsche Presse-Agentur
Kommentiere diesen ArtikelNENA
31. Mär 2010, 17:47
Gerade ist sie 50 Jahre alt geworden - doch auf der Bühne ist der einstige Teenieschwarm jung und agil wie in den guten alten 80ern. Damals startete Nena mit «Nur geträumt» und «99 Luftballons» eine beeindruckende Karriere, die bis heute andauert. Doch sei sie immer noch aufgeregt, sagte sie kürzlich im dpa-Interview: «Für mich fühlt sich alles immer wieder neu an. Ich habe mir da auch keine Routine angeeignet. ... mehr
STEFANIE HEINZMANN
31. Mär 2010, 17:47
Alle Welt redet derzeit von Lena Meyer-Landrut, der neuesten Castingentdeckung von TV-Entertainer Stefan Raab. Doch die 18-Jährige hat eine Vorgängerin: Stefanie Heinzmann, mittlerweile 21 Jahre alt, gewann Anfang 2008 den Castingwettbewerb in Raabs ProSieben-Show «TV Total». ... mehr
OHRBOOTEN
31. Mär 2010, 17:47
Ihre Musik zu beschreiben ist nicht ganz einfach: Ist es Reggae, ist es Hip-Hop, ist es moderner Jazz oder ist es Alternative Rock? Irgendwie machen die Ohrbooten ein bisschen von alledem. Gyp Hop nennen die Berliner Musiker das selbst, so singt Frontmann Ben: «Von Bob Marley bis Slipknot, steckt quasi alles im Gyp Hop» und beschreibt damit ziemlich genau den Musik-Mix, der auf jeden Fall eines macht: Spaß. ... mehr
GENTLEMAN
31. Mär 2010, 17:47
Wenn man nicht aus Jamaika kommt und Reggae-Musik macht, hat man es meist schwer, in der Szene respektiert zu werden. Gentleman hat das geschafft. Der gebürtige Osnabrücker Tilmann Otto spricht und singt nicht nur die Kreolsprache Patois, er nennt Jamaika auch seine zweite Heimat. Doch im Moment macht er mit einer gesellschaftspolitischen Botschaft auf sich aufmerksam. Mit dem Video zu seinem neuen Song «It No Pretty» macht er deutlich Front gegen Gewalt. ... mehr
Rock- und Popkonzerte im April
31. Mär 2010, 17:47
Hamburg - «Der April, der April, der macht, was er will», heißt eine alte Bauernregel und meint damit das Wetter, das sich im April gern einmal in seiner ganzen Vielfalt von Sonne über Regen und von windstill-frühlingshaft zu herbstlich-stürmisch zeigt. Ähnlich vielfältig ist auch das Programm auf deutschen Konzertbühnen: US-Pop mit Rihanna, Neue-Deutsche-Welle-Gefühle mit Nena und Reggae mit Gentleman gehören dazu. ... mehr











Zur Zeit sind keine Kommentare für diesen Beitrag vorhanden.
Hier als erster einen neuen Kommentar verfassen