Von Julia S. Köhler 19. Jun 2008, 08:57
Der US-Künstler Alfred Darlington aka Daedelus ist bekannt für seinen unkonventionellen Umgang mit Musik. Er hat eine Vorliebe für experimentelle Klänge und wenig Respekt vor überlieferten Traditionen und ungeschriebenen Gesetzen der Branche. Merkwürdig, humorvoll, abenteuerlich, inspirierend - alles Attribute, die dem Musiker aus Los Angeles immer wieder zugeschrieben werden. Nun erscheint auch hierzulande sein zehntes Studioalbum. 'Love To Make Music To' ist der erste für das Label Ninja Tune produzierte Longplayer.
Nicht nur musikalisch, auch dem Äußeren nach ist Daedelus unkonventionell und am Ungewöhnlichen orientiert. Oft steht er im viktorianischen Stil mit Zylinder und Anzug gekleidet auf der Bühne. Zwar nennt die Plattenfirma das neue Album das 'bisher zugänglichste des Künstlers'. Aber trotzdem bleibt Daedelus vor allem etwas für die Fans der anderen Töne.
Für sein als 'Hommage an die frühe britische Rave-Kultur' bezeichnetes Album hat sich Darlington einige Gastmusiker ins Studio geholt: Paperboy, Mitglieder der Sa-Ra-Formation, seine eigene Frau Laura Darling und Produzent Michael Johnson. Bekannt ist Daedelus für außergewöhnliche Kompositionen aus klassischen Breaks, seltsam anmutende Samples und analoge Effekte. Und auch beim neuen Album setzt sich der US-Soundbastler keine Grenzen.
Manche Kritiker nennen seine Musik auch experimentellen HipHop, doch mit den gewohnten Hörerlebnissen dieses Genres haben die Songs auf 'Love To Make Music To' nichts zu tun. Hier treffen alte und neue Klangstrukturen aufeinander: Raps, Club Beats und HipHop-Samples werden mit Soul, Dubstep, House, Techno, Funk und Industrial kombiniert. Daedelus deformiert die bekannten Sounds und Hörgewohnheiten und liefert stattdessen völlig neue Klangteppiche. Dass dabei ein Nischenprodukt herauskommt, dürfte allen Beteiligten klar sein. Doch Fans von elektronischer Musik abseits des Bekannten sind bei Daedelus gut aufgehoben.
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