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CD Kritik: Aus Blut gemacht von Minas Morgul

Von Andre Friebel 27. Jun 2008, 01:59

Nach 10jährigem Bandbestehen melden sich nun Minas Morgul im altgewohnten Stil mit neuem Sänger zurück. Ihr mittlerweile drittes Werk trägt den Titel „Aus Blut gemacht“ und setzt musikalisch an die älteren Werke an. Wieder geht es rau zur Sache mit ihrer Black- / Pagan-Metal Mischung, in der allerdings auch Einflüsse aus dem Death- und Thrashmetal vorhanden sind. Insgesamt werden uns hier 10 neue „Liedlein“ mit fast 50 Minuten Dauer präsentiert, wenn ich den Prolog mal nicht mitzähle. Besonders interessant dürfte die Tatsache sein, dass uns Gastparts von Impurus + Ole C. (Dies Ater) zusätzlich geboten werden zu der schon bereits vorhandenen geballten Energie dieses Albums.

Minas Morgul dürfte dem ein oder anderen aus der „Herr der Ringe“-Trilogie bekannt vorkommen, auch wenn diese Band mit dem besagtem Tolkien recht wenig zu schaffen hat. So wundert es mich dann doch schon ein wenig, dass ich in Lied 7 („Meer aus Blut und Stahl“) die Passage finde: „So sollt ihr reiten, sollt ihr schlachten, sollt finden diesen einen Schatz, ehern, stählern in der Masse sterbend, für dieses eine Ziel geboren in den Feuern von Mordor, in einem Meer aus Blut und Stahl... “. Aber lassen wir das jetzt mal an dieser Stelle... .

Geboten wird einem hier ein Black- / Pagan-Metal-Album, das noch den ein oder anderen Einfluss aufweist. Als Hauptthemen sind hier sicherlich alte Gottheiten, Menschenhass, innere Überzeugung, Krieg / Schlachten, sowie ältere Werte vergangener Zeiten zu nennen, die musikalisch recht „explosiv“ rübergebracht werden. Nach der Opera mit 2:30 min. geht es dann auch wie mit einem Schlachtenepos weiter, wo nichts mehr so richtig an seiner Stelle bleibt. Beim Titeltrack (Lied 2) muss man sich anfangs schon an einen ungewohnten, komischen Aufschrei gewöhnen, der allerdings schnell verstummt, um den hämmernden Drums sowie dem kräftigen Gitarrenwind Platz zu machen. Es geht bei „Aus Blut gemacht“ schon „kräftig“ ins Eingeweihte und so dürften sich viele Schwarzmetaller an dem Album erfreuen. Neben dem stiltypischen „keifenden“ Gesang finden wir aber auch andere ruhig, normal gesungene Parts, in denen dann die Geschwindigkeit der Lieder im Midtempobereich gespielt werden, was wiederum eine gewollte Abwechslung bietet, auch wenn man sich an das ruhige „Stimmchen“ wahrlich erst gewöhnen muss und diese sicher nicht jedermanns Sache ist.

Die Texte sind aussagekräftig geschrieben und so fällt es nicht schwer in jedem Song eine andere Thematik zu hören, gerade weil alle Stücke in deutscher Sprache sind. Nur gerade dies wird manchem wieder zu denken geben, da die ein oder andere Band leider nicht das Politische von ihrer Musik trennen will oder kann. Allerdings habe ich hier keine Bedenken.

Der neue Silberling von Minas Morgul ist sicher kein unvergessliches Meisterstück geworden,  aber es macht doch ab und an mal Laune, sich die „Klänge“ um die Ohren zu jagen, gerade weil viel Kraft in den Liedern steckt.

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Minas Morgul: Aus Blut Gemacht

Artikel Information

Künstler: Minas Morgul
Erscheinungsdatum: 2007-06-01
Label: Heiden Kla (twilight-Vertrieb)
Laufzeit: min

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