Von Heiko P. Wacker 26. Jun 2008, 18:15
Bei Cruiser-Freunden genießt Kawasaki seit Jahren hohes Ansehen. Immerhin verzückte die japanische Motorradschmiede bereits mit Hubraumwundern wie der VN 2000. Doch auch in moderateren Kategorien hat Kawasaki das große V2-Vergnügen zu bieten - mit der VN 900. Der barock angehauchten Variante 'Classic' wurde inzwischen die zierlichere 'Custom' zur Seite gestellt. Preislich gibt es keine Unterschiede: Beide Modelle kosten akzeptable 7 695 Euro.
mid Düsseldorf - Bei Cruiser-Freunden genießt Kawasaki seit Jahren hohes Ansehen. Mit der VN 900 Custom. Mit ihr liefert der Hersteller den Beweis, dass man für den großen Auftritt keinen großen Hubraum braucht. Foto. Kawasaki/mid
Während jedoch die VN 900 Classic auf dicke Kotflügel, Speichenräder oder einen breiten Lenker vertraut, gibt sich die jüngere Schwester ganz als Custom-Bike ab Werk.
mid Düsseldorf - Während jedoch die VN 900 Classic auf dicke Kotflügel, Speichenräder oder einen breiten Lenker vertraut, gibt sich die jüngere Schwester ganz als Custom-Bike ab Werk. Foto: Kawasaki/mid
Mit ihrem tief liegenden Heck, dem massiven hinteren Scheibenrad oder der luftig gestalteten Front mit dem schmalen 21-Zoll-Leichtmetall-Gussrad tendiert sie klar in die Kategorie klassischer Chopper, ohne zu verspielt zu wirken.
Zudem ist die 900er Custom der beste Beweis dafür, dass man für den großen Auftritt nicht zwangsläufig großen Hubraum braucht. Exakt 903 ccm sind es, die auf zwei Zylinder verteilt wurden. Der harmonische V2 wird von einer Einspritzung befeuert und leistet 37 kW/50 PS bei 5 700 Umdrehungen. Das maximale Drehmoment von 78 Nm liegt bei 3 700 Touren an und verleitet zu schaltfaulem Fahren.
mid Düsseldorf - Lässig und in typischer Cruiser-Manier lümmelt sich der Fahrer hinter dem High-Rise-Lenker, das Gesicht in Richtung Fahrtwind gestreckt. Foto: Kawasaki/mid
Allzu oft muss der Stiefel nicht im Fünfgang-Getriebe rühren, das seine Kraft via Zahnriemen ans Hinterrad überträgt. Die Custom erzieht ihren Fahrer von ganz allein zu einer inneren Gelassenheit - was sich auch im niedrigen Verbrauch niederschlägt, der sich mit unter fünf Litern wirklich im moderaten Bereich bewegt. In Kombination mit dem 20 Liter fassenden Tank sind rechnerisch Distanzen von rund 400 Kilometern möglich. Zu den Spritkosten gesellt sich noch die Haftpflichtversicherung, für die beispielsweise die AXA 60 Euro im Jahr verlangt.
So entspannt die Unterhaltskosten ausfallen, so fährt sich die Custom auch.
mid Düsseldorf - Der harmonische V2 wird von einer Einspritzung befeuert und leistet 37 kW/50 PS bei 5 700 Umdrehungen. Das maximale Drehmoment von 78 Nm steht bei 3 700 Touren an. Foto: Kawasaki/mid
Lässig und in typischer Cruiser-Manier lümmelt sich der Fahrer hinter dem High-Rise-Lenker, das Gesicht in Richtung Fahrtwind gestreckt, der allerdings bei höherem Tempo bis zu den möglichen 160 km/h unangenehm drückt. Die Custom ist eben ein Genießerbike für den gepflegten Ritt über die Landstraße - an der auch die Sozia Gefallen finden dürfte - und kein Autobahnbrenner, obwohl der beachtliche Radstand von rund 1,65 Metern für maximale Stabilität bei höheren Geschwindigkeiten sorgt. Schlussendlich stellt die VN 900 Custom eine sehr angenehme Bereicherung des Kawasaki-Programms dar - und eine ideale Ergänzung zur technisch eng verwandten Classic, die sich vom Charakter her dennoch unterscheidet. Heiko P. Wacker/mid Kawasaki VN 900 Custom:
Chopper mit flüssigkeitsgekühltem Zweizylinder-V-Motor, vier Ventile pro Zylinder, 903 ccm Hubraum, Leistung 37 kW/50 PS bei 5 700 U/min, max. Drehmoment 78 Nm bei 3 700 U/min, elektronische Einspritzung, Höchstgeschwindigkeit 160 km/h, Verbrauch 4,7 l/100 km Normalbenzin, Einstufung nach Euro-3-Norm, fünf Gänge, Sitzhöhe 68,5 cm, Tankinhalt 20 Liter, Leergewicht 278 kg, Zuladung 180 kg, Jahresbeiträge bei der AXA-Versicherung KH: 60 Euro (SF 1, Zulassung Düsseldorf, 50 Mio. Euro pauschal mit Schutzbrief), TK: 36 Euro (150 Euro Selbstbeteiligung); Preis: 7 695 Euro.
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Gerhard Bieber22. Okt 2009, 10:02
Meine VN 800 ist ein gutes Reise-und Spazierfahrmotorrad. Wenn man sie kauft, sieht sie wie viele andere Bikes, halt etwas 'nackt' aus. Gerade deshalb ist sie für jedes schmückende Zubehör dankbar. Ähnlich wie bei Frauen mit der Kleidung. Nimmt man die Klamotten bezw. das Zubehör weg, dann bleibt die Wahrheit. Bei meiner VN 800 bleibt ein zuverlässiger Kamerad, ein stabiler Kumpel. Wenn das auch auf ALLE Frauen zuträfe?
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