'Es gibt 1.000 Krankheiten, aber nur eine Gesundheit', hat der deutsche Philosoph Arthur Schopenhauer klug bemerkt. Doch sieht man einmal von der Schwierigkeit ab, sich eine vollendete Gesundheit vorzustellen - wen quält schon nicht ein kleines Zipperlein? -, dürfte die Taxierung auf 1.000 Krankheitsbilder zumindest nach heutigem Wissenschaftsstand noch deutlich zu niedrig gegriffen sein. Um sich ein Bild von der bemerkenswerten Ausdifferenzierung körperlicher Mangelerscheinungen beim modernen Menschen zu machen, muss heute niemand mehr Medizinbücher wälzen oder den Hausarzt löchern.
Hier bleiben keine Krankheit und keine Eingriffsart unerwähnt: www.netdoktor.de zählt zu den umfangreichsten Gesundheitsportalen im Internet. © www.netdoktor.de
Krankheitsbilder, Vorsorgetipps und Selbsttests: www.gesundheit.de bietet zahlreiche Serviceangebote in übersichtlichem Layout. © www.gesundheit.de
Online-affine Hypochonder finden das passende Fachvokabular zu ihrem chronischen Leid auf zahllosen Gesundheitsplattformen im Internet. Grund genug, der paramedizinischen Angebotsflut einmal auf den Zahn zu fühlen.
Ein einschlägiges und umfangreiches Serviceangebot rund ums Thema Gesundheit bietet die Seite www.netdoktor.de. Zu finden sind hier aktuelle Nachrichten aus der Welt der Medizin sowie Beiträge zu Themen wie 'Asthma', 'Sport', 'Allergie' und 'Dicke Kinder'. Kernstück der leider etwas unübersichtlich angelegten Homepage ist das 'Lexikon', das mit diversen Hilfeleistungen aufwartet.
Bei www.meine-gesundheit.de geht es vor allem um die Gesundheitsprofilaxe. © www.meine-gesundheit.de
Mittels des 'Diagnose-Finders' etwa lassen sich die Zahlenspiele auf Arztbriefen oder Klinikrechnungen wie 'A33' oder 'Y092' zu allgemein verständlichen Befunden dechiffrieren. Wer einmal stöbern möchte, woran man prinzipiell so leiden kann, klickt sich von 'Abort' bis 'Zuckerkrankheit' durchs Grusel-ABC der körperlichen Gebrechen.
Von ähnlichem Nutzen ist der 'Symptome-Überblick'. Doch auch hier sind gute Nerven gefragt: Wer nachschauen möchte, warum die Tante immer sagt, man sein so blass, landet hier schnell beim Eintrag 'Krebs'.
Eine Kurzeinführung in die Welt der alternativen Heilmethoden bietet www.homoeopathie.de. © www.homoeopathie.de
Da man bei so viel schauerlichem Wissen rasch geneigt ist, vom Schlimmsten auszugehen, sind Informationen zu diversen Untersuchungs- und Eingriffsarten dankenswerterweise nur einen nebenstehenden Link entfernt.
Etwas übersichtlicher im Layout, doch kaum weniger umfangreich ist die Servicepalette der Seite www.gesundheit.de. Krankheitsbilder sind hier verteilt nach unterschiedlichen Themengebieten aufgelistet - von 'Allergie' über 'Knochen und Gelenke' bis 'Schmerz'. Die Rubrik 'Medizin' stellt Diagnose- und Behandlungsverfahren vor und gibt wertvolle Tipps zur Vorsorge und Selbstkontrolle.
Was bei Notfällen zu tun ist, verrät das Deutsche Rote Kreuz auf www.drk.de/erstehilfe. © www.drk.de/erstehilfe
Da sich wenig so verheerend auf die Gesundheit auswirkt, wie schlechte Ernährung, findet sich zu diesem Komplex eine eigene Rubrik, ebenso zum Themenbereich 'Fitness & Wellness'. Erwähnenswert ist zudem das umfangreiche Angebot an Selbsttests, durch welche User ihren Erkältungstyp, ihre Schilddrüsenfunktion oder Burnout-Gefährdung ermitteln können. Sollten Sie diese Zeilen allzu begierig aufgesogen haben, sei ganz unverbindlich auch der 'Hypochonder-Test' ans Herz gelegt.
Mit optimistisch stimmendem Design wird man auf der Seite www.meine-gesundheit.de begrüßt. Auch hier werden Krankheitsbilder von A bis Z erläutert.
Aufmunterndes zum zermürbenden Thema Krankheit und Gebrechen findet man in den Bonmots der Seite www.zitate.net. © www.zitate.net
Darüber hinaus liegt der inhaltliche Schwerpunkt jedoch verstärkt auf der Gesundheitsprofilaxe. Vorgestellt werden die zehn wichtigsten Ernährungsregeln und eine Kalorientabelle. Ferner werden die Haus- und Reiseapotheke grundüberholt, Impfschutzmöglichkeiten diskutiert und wichtige Vorsorgeuntersuchungen nahe gelegt. Auch wer Alternativen zur klassischen Schulmedizin wertschätzt, wird hier fündig und kann sich mit den wichtigsten Naturheilverfahren vertraut machen.
Ganz auf alternative Heilverfahren setzt die Seite www.homoeopathie.de, die den Usern das schwierig auszusprechende und noch schwerer zu definierende medizinische Neuland nahe zu bringen versucht. In geschmackvollem Layout werden die historischen Wurzeln der Homöopathie aufgezeigt, Chancen und Grenzen diskutiert sowie Wirkungsweise und Herstellung homöopathischer Arzneimittel erläutert. Zu wesentlich mehr als einer ersten Übersicht über den wissenschaftlich unscharfen Komplex eignet sich die Seite indes nicht.
Selbst eingefleischte Naturheilkundler werden nicht bestreiten, dass es zu Notlagen kommen kann, in denen die Kraft der Kräuter und Pflanzen nicht entscheidend weiterhilft. Was bei Unfällen und anderen akuten Notfallsituationen zu tun ist, verrät das Deutsche Rote Kreuz auf seiner Homepage www.drk.de. Da bei vielen die letzte Erste-Hilfe-Schulung in die Zeit des Führerscheinerwerbs fällt, lohnt sich die hier angebotene 'Tour durch die Erste Hilfe', die schrittweise in die Kunst der lebenserhaltenden Maßnahmen einführt.
Wem die wenig erfreulichen Aussichten auf Leid und Gebrechen zu sehr aufs Gemüt geschlagen sind, seien zuletzt noch einige aufmunternde Zitate berühmter Persönlichkeiten zum Thema Gesundheit empfohlen, zu finden unter www.zitate.net. Der britische Schauspieler Sir Alec Guiness etwa hat in mutmaßlich weiser Voraussicht der Praxisgebühr einst befunden, dass 'nichts die Genesung so sehr beschleunigt, wie regelmäßige Arztrechnungen.' Auch der amerikanische Schriftsteller Mark Twain gab Bedenkenswertes von sich, das gerade Usern von Gesundheitsportalen plastisch vor Augen führt, dass der Arztbesuch im Ernstfall unumgänglich ist. Man solle mit Gesundheitsratgebern überaus vorsichtig verfahren, bemerkte Twain: 'Sie könnten an einem Druckfehler sterben.'
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