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Revenge of the Warrior - Tom yum goong - 17.08.2008 22:55 - ProSieben

Schneller, härter, dümmer

Von Gerd Hilber 17. Aug 2008, 22:55

Wilderer machen Jagd auf die Elefanten, die Kham (Tony Jaa) von klein auf kennt. Er setzt alles daran, die Verantwortlichen zu finden. © ProSieben / e-m-s

Wilderer machen Jagd auf die Elefanten, die Kham (Tony Jaa) von klein auf kennt. Er setzt alles daran, die Verantwortlichen zu finden. © ProSieben / e-m-s

'Ong-Bak' war simpel und vorhersehbar. Trotzdem riefen Fans des Action-Genres lauthals 'Jaa!'. Es war Hauptdarsteller Tony Jaa, dem der Applaus galt und der sofort als Bruce Lees Erbe gehandelt wurde - zu Recht. Derart waghalsige Stunts und spektakuläre Moves hatten nicht mal Jackie Chan und Jet Li in ihren besten Tagen auf dem Kasten! Allerdings litt der Martial-Arts-Streifen unter der Sparten-Krankheit des Plot-Schwunds und an der grassierenden Synchronisationsschwäche. Mit 'Revenge of the Warrior - Tom yum goong' kam 2005 ein Film in die Kinos, an dem dasselbe Team arbeitete wie an 'Ong-Bak'.

Kham (Tony Jaa, vorne) und sein Vater (Sotorn Rungruaeng) verehren die Elefanten des Dorfes zutiefst. Deshalb ist die Bestürzung sehr groß, als Wilderer die Tiere eines Tages entführen. © ProSieben / e-m-s

Kham (Tony Jaa, vorne) und sein Vater (Sotorn Rungruaeng) verehren die Elefanten des Dorfes zutiefst. Deshalb ist die Bestürzung sehr groß, als Wilderer die Tiere eines Tages entführen. © ProSieben / e-m-s

Leider serviert die ProSieben-Free-TV-Premiere die alten Schwächen in neuem Gewand.

Zu Anfang führt 'Revenge of the Warrior' in den Kosmos des Elefantenführers Kham (Tony Jaa) ein, den australische Wilderer seines Dickhäuters berauben und dessen Eltern sie töten. Allzu platt präsentiert sich die Story, in dessen Verlauf Kham auf einen blutrünstigen Rachefeldzug geht. Die deutsche Version wurde jedoch um rund eine Viertelstunde gekürzt, um den Film rasanter zu machen. Dadurch schafften es etliche Handlungssequenzen nicht über den Schneideraum hinweg, was im Plot Lücken klaffen lässt.

Der in Thailand aufgewachsene Kham (Tony Jaa, links) begibt sich eines Tages nach Australien, um dort gefangene Elefanten aus der Hand des gefährlichen Kriminellen T.K. (Nathan Jones) zu befreien. Dabei deckt er eine Verschwörung auf, die sich bis zu den höchsten Machthabern erstreckt ... © ProSieben / e-m-s

Der in Thailand aufgewachsene Kham (Tony Jaa, links) begibt sich eines Tages nach Australien, um dort gefangene Elefanten aus der Hand des gefährlichen Kriminellen T.K. (Nathan Jones) zu befreien. Dabei deckt er eine Verschwörung auf, die sich bis zu den höchsten Machthabern erstreckt ... © ProSieben / e-m-s

Martial-Arts-Fans sollte das jedoch nicht weiter stören. Denn wenn Tony Jaa ganze Heerscharen von Schurken eindrucksvoll über den Jordan schickt, kommt man aus dem Staunen nicht wieder heraus. Sämtliche irrsinnige Stunts führte der heute 32-Jährige ohne Double, ohne Seile und ohne doppelte Böden durch. Virtuos wirbelt der drahtige Akrobat durch die Luft, tritt, schlägt und metzelt, was das Zeug hält. In einer wahnwitzigen Sequenz prügelt er sich über vier Minuten diverse Etagen eines Restaurants empor. Kein einziges Mal musste die Szene geschnitten werden: Jaa, der vor Kurzem 'Ong Bak 2' abdrehte, absolvierte sie in einem Rutsch.

Bei seinem Kampf gegen die Wilderer lernt Kham die Prostituierte Pla (Bongkoj Khongmalai) kennen. Auch die weiß sich zu wehren ... © ProSieben / e-m-s

Bei seinem Kampf gegen die Wilderer lernt Kham die Prostituierte Pla (Bongkoj Khongmalai) kennen. Auch die weiß sich zu wehren ... © ProSieben / e-m-s

So unglaublich die Martial-Arts-Szenen auch sein mögen, so mager ist das schauspielerische Können der Darsteller. Selbst Perttary Wongkamlao, der im Vorgänger trottelig für einige Lacher sorgte, scheint seinen Humor für die vordergründige Ernsthaftigkeit geopfert zu haben. Zudem kopiert 'Revenge of the Warrior' den Quasi-Vorgänger 'Ong-Bak' thematisch: Was damals der Kopf einer Buddha-Statue war, sind jetzt Elefanten. Wo sich damals der Dorfjunge in der Stadt zurechtfinden musste, bahnt er sich nun auf einem fremden Kontinent seinen Weg. Neben dem atemberaubenden Action-Fundament hat 'Revenge of the Warrior' deshalb leider nahezu nichts zu bieten.© 2008 teleschau - der mediendienst

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