TV Programm
Adam & Eva - 23.08.2008 20:15 - ProSieben
Naschen am Baum der Erkenntnis
Von Bernd Fetsch 23. Aug 2008, 20:15

Am Anfang war das Feuer: Zwischen Adam (Simon Schwarz) und Eva (Marie Bäumer) funkte es, als er sie aus einem brennenden Haus rettete. Jetzt sind sie seit vier Jahren verheiratet, und das Verlangen aufeinander ist merklich abgekühlt. © ProSieben / Tobis / Klier / Timpen
'Adam und Eva' (2003) ist eine Free-TV-Premiere im Rahmen des ProSieben-Sommers, die als Ganzes zunächst wenig verlockend erscheinen mag. Näheres Hinschauen lohnt aber. Denn der österreichische Regisseur Paul Harather versteht es meisterhaft, kleine, für die Handlung eher unbedeutende Szenen mit Absurdität und Witz anzufüllen. Er zeigt die Liebe nicht als moralingesäuerte Zweisamkeit mit Ewigkeits-Garantie, sondern als absurde Ansammlung kleiner Kollateralschäden.

Er lässt ganze Familiensippen an schlüpfrigem Telefonsex teilhaben, verlegt Seitensprung-Beichten in gut gefüllte Lichtspielhäuser und zeigt ganz nebenher, wie Mann sich komplett zum Idioten machen kann.
Paul Harather besitzt eben das Talent, selbst aus einer bieder anmutenden Liebesgeschichte einen außergewöhnlichen Film zu basteln. Im Falle von 'Adam & Eva' sind es unzählige Kniffe, derer sich der Regisseur bedient. Mal schaltet er völlig unvermutet in kurze, werbespotartige Einspieler. Dann wiederum wechselt er munter die Perspektive des Erzählers und springt wild im zeitlichen Ablauf umher.

Und schließlich ist da noch das völlig hanebüchene, aber originelle Finale.
Doch von Anfang an: Erzählt wird die Liebes-, Lebens- und Leidensgeschichte von Adam (Simon Schwarz) und Eva (Marie Bäumer, 'Der Schuh das Manitu'), für die am Anfang alles noch unter einem ausgesprochen günstigen Stern stand. Immerhin rettete er sie einst aus einem brennenden Haus, gab ihr einen Kuss und wurde ihr Mann - romantischer geht's doch nicht!

Aber dass ein guter Beginn über den weiteren Verlauf einer Beziehung nichts auszusagen vermag, ist ebenso bekannt wie die Tatsache, dass die alt-testamentarischen Namensvetter Adam und Eva aus ihrem Paradies rasch vertrieben wurden, weil sie vom Baum der Erkenntnis genascht hatten.
Hier knabbert der Neuzeit-Adam nicht am Apfel, sondern am Kindermädchen (Anna Bertheau) seines Bruders. Eva sucht daraufhin ihr Glück in einem Techtelmechtel mit Sandkastenfreund Olli (Pierre Besson). Es scheint so, als ob die beiden endgültig eigene Wege gehen würden. Doch die Trennung ist nicht wirklich dauerhaft.

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