Gesundheit Nachrichten
Trotz Rauchen bessere Luft
Von Silke Koppers 29. Jul 2008, 10:34
Eine bessere Luft als in Nichtraucherkneipen hat jetzt der TÜV Rheinland dem Lokal 'Crepes' im bayerischen Ebersberg bescheinigt. Der Wirt des Crepes, Vaclav Cerveny, hatte zuvor zwölf neuartige Filteranlagen installieren lassen. Diese sorgen dafür, dass Schadstoffe weit unter den Richtwerte der Arbeitsschutzverordnung gefiltert werden. Damit werden nicht nur die Stoffe des Tabakrauches aus der Atemluft entfernt. Die Prüfgesellschaft hat in einer Studie die Luft im Lokal mit und ohne Einsatz der Filteranlage gemessen. Waren die Filter aktiv, lagen einige Schadstoffe sogar unter der Nachweisgrenze. Auch Gäste und Personal sollen begeistert sein. Keine tränenden Augen, kein Geruch in der Kleidung, weder von Rauch noch von anderen Stoffen, die in Lokalen auftreten.
Vergleichsmessungen in anderen gastronomischen Betrieben haben zudem ergeben, dass die Luft in dem bayrischen Restaurant wesentlich besser ist als in Nichtraucherlokalen ohne Filteranlagen war. Nun will Wirt Cerveny es darauf ankommen lassen: Das Schild 'Raucherclub', das sein Lokal vor kurzem noch zierte, wurde entfernt und jeder der will, kann im Crepes rauchen. Cerveny wartet nun auf eine Anzeige, um dann eine Musterklage führen zu können, berichtet das Portal 'Rauchen-Bayern'.
300 000 Euro kosten die Apparaturen, die im Lokal installiert wurden. Auf die Frage, wie man den Wirten die Investitionskosten schmackhaft machen wolle, rechnete die Filterfirma vor, dass ein Wirt für die Filteranlagen etwa drei bis sechs Cent pro Quadratmeter und Tag rechnen müsse. Das seien für ein Lokal mit 100 Quadratmetern etwa sieben Euro am Tag - eine Summe, die durch Mehreinnahmen schnell wieder herein käme. Schließlich müssen keine Raucher vor die Türe geschickt werden und die Nichtraucher bleiben auch nicht zu Hause.
© 2008 Global Press
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Johanna Kunze30. Jul 2008, 10:16
Die Meldung gibt die Tatsachen nicht angemessen wieder.
Es gibt keine Filteranlagen, die auch nur die 70 gefährlichsten Krebs erregenden oder giftigen Substanzen aus dem Tabakrauch herausfiltern. Anders lautende Meldungen sind nicht wissenschaftlich belegt und stammen in erster Linie aus der Marketingmaschine der Tabakindustrie. Zum Beispiel hat BAT jahrelang den Vertrieb derartiger Lüftungsanlagen als angeblich wirkungsvolle Lösung des Rauchproblems verkauft, obwohl dem Tabakkonzern aus eigenen Untersuchungen bekannt war, dass gerade einmal ein Drittel der Schadstoffe herausgefiltert wurde. In erster Linie dienen derartige Lüftungsanlagen nur der Augenwischerei, weil sie nur die unmittelbar sichtbaren und riechbaren Folgen beseitigen, aber die Gesundheitsgefährdung weiterhin bestehen bleibt.
Es gibt für Krebs erregende Substanzen keine Schwellenwerte, unterhalb derer sie nicht als gesundheitsschädigend betrachtet werden können (MAK-Kommission der deutschen Forschungsgemeinschaft). Aus diesem Grund wurde beispielsweise die Verwendung von Asbest verboten.
Im Tabakrauch sind etwa 4.000 Krebs erregende, giftige und gesundheitsschädliche Substanzen enthalten. Noch niemand hat jemals den Nachweis erbracht, dass irgendein Filter ALLE diese schädlichen Substanzen aus der Atemluft entfernen kann.
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