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Arbeitsplatzverlust: psychologische Beratung gemieden

Von Silke Koppers 30. Jul 2008, 12:14

mp Stuttgart - Schon die Sorge um einen Verlust des Arbeitsplatzes kann Menschen psychisch krank machen, und Arbeitslosigkeit erst recht. Doch eine Betreuung nehmen die wenigsten in Anspruch. Foto: DAK/mp

mp Stuttgart - Schon die Sorge um einen Verlust des Arbeitsplatzes kann Menschen psychisch krank machen, und Arbeitslosigkeit erst recht. Doch eine Betreuung nehmen die wenigsten in Anspruch. Foto: DAK/mp

Schon die Sorge um den Verlust des Arbeitsplatzes kann Menschen psychisch krank machen, und Arbeitslosigkeit erst recht. Doch eine psychologische Betreuung nehmen die wenigsten in Anspruch, wie jetzt eine Umfrage unter jüngeren Erwachsenen in Sachsen zeigt. Dabei wurde nach psychischen Problemen und dem Bedürfnis nach Beratung oder Betreuung gefragt. Demnach sind 78 Prozent der derzeitig Arbeitslosen und 61 Prozent der von Arbeitsplatzverlust bedrohten Menschen als psychisch belastet und betreuungsbedürftig einzustufen.

Arbeitslose meldeten siebenmal häufiger einen Bedarf zur Betreuung an als Menschen in einem Beschäftigungsverhältnis, berichtet Dr. Hendrik Berth, Medizinsoziologe an der Technischen Universität Dresden in der Fachzeitschrift 'Das Gesundheitswesen'. Auch Menschen, die ihren Arbeitsplatz als unsicher einstufen, äußerten fünfmal häufiger das Bedürfnis nach psychologischem Beistand als Angestellte, die ihren Arbeitsplatz als sicher empfinden.

Eine Beratungsstelle suchen jedoch die wenigsten auf. Bei der Umfrage gaben viele Betroffene an, sich nicht überwinden zu können. Einige wissen nicht, an wen sie sich wenden sollten und manche Befragte befürchten zu hohe Kosten dadurch. In der Angst, als krank abgestempelt zu werden oder Nachteile bei der Suche nach einem Job zu haben, liegt für den Medizinsoziologen der wesentliche Grund der Ablehnung.

© 2008 Global Press

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