Gesundheit Nachrichten
Gentechnisch produzierter Antikörper soll Blutkrebs heilen
14. Aug 2008, 23:30
Washington/München - Deutsche Wissenschaftler haben eine neue Blutkrebs-Therapie aus einem gentechnisch hergestellten Antikörper entwickelt. Der neue Antikörper bringe das körpereigene Immunsystem dazu, den Krebs zu bekämpfen.
Das schreiben Forscher um Ralf Bargou von der Universität Würzburg im US-Journal «Science» (Bd. 321, S. 974). Bei einer ersten Studie mit 38 Patienten mit der Blutkrebsart Non-Hodgkin-Lymphom hätten 11 angesprochen, erläuterte Patrick Baeuerle von der in München und den USA ansässigen Biotech-Firma Micromet. Sie hat den Antikörper entwickelt und zusammen mit den Universitätskliniken München, Würzburg, Essen, Ulm und Mainz erstmals an Patienten erprobt.
Bei der höchsten Dosierung, die bei sieben unheilbar kranken Patienten getestet wurde, habe der Antikörper sogar in allen Fällen angesprochen. «Das ist sehr ungewöhnlich», sagte Baeuerle. Von einer Heilung könne man aber noch nicht sprechen.
Die Therapie sei bei den bisherigen Dosierungen insgesamt gut verträglich geblieben. «Ganz sicher sehen wir nicht die klassischen Nebenwirkungen einer Chemotherapie», sagte Baeuerle. «Die meisten Patienten bekommen bei der Behandlung Fieber und Schüttelfrost wie beim Beginn einer Grippe. Das lässt aber nach ein paar Tagen nach.» Auch die meisten anderen Nebenwirkungen seien meist von begrenzter Dauer und insgesamt gut beherrschbar gewesen.
Der neue Antikörper namens Blinatumomab hat laut Baeuerle zwei Greifarme. Mit dem einen hakt er sich an den Tumorzellen fest, mit dem anderen fängt er sogenannte T-Zellen, die im Körper praktisch als «Polizei» entartete Zellen bekämpfen sollen. Bei Krebs hätten diese Killer-T-Zellen die Fähigkeit verloren, den Tumor zu erkennen. Deshalb könne das Immunsystem den Tumor nicht bekämpfen. «Was wir tun, ist, dass wir diesen T-Zellen wieder eine Brille aufsetzen.» Indem die Antikörper die T-Zellen nahe an den Tumor heranführten, würden diese wieder aktiviert, gegen den Krebs vorzugehen. «Wir heilen uns also selbst mit unseren eigenen Immunzellen.»
© 2008 dpa - Deutsche Presse-Agentur
Kommentiere diesen ArtikelMini-Sensor soll Erste Hilfe erleichtern
2. Feb 2009, 17:10
Karlsruhe - Mit einem kleinen Gerät in der Größe einer Walnuss haben Forscher aus Karlsruhe nach eigenen Angaben ein Mittel gegen die schlechte erste Versorgung nach Herzinfarkten entwickelt. «Ersthelfer am Notfallort werden oft durch die diagnostische Unsicherheit vom aktiven Helfen abgehalten.» ... mehr
Schlafmangel erhöht Erkältungsrisiko deutlich
13. Jan 2009, 16:52
Pittsburgh/Washington - Wer weniger als sieben Stunden schläft, hat ein deutlich erhöhtes Erkältungsrisiko. Die Gefahr zu erkranken ist dreimal höher als bei Menschen mit mindestens acht Stunden Schlaf. ... mehr
Neue Demenz-Variante in den USA entdeckt
9. Jul 2008, 23:12
Cleveland/London - Eine tödliche und bislang unbekannte Form von Demenz sorgt für Rätselraten unter US-Medizinern. ... mehr
Leben gegen die innere Uhr verursacht Leiden
13. Jun 2008, 15:12
Berlin - Die einen ächzen beim Aufstehen, die anderen schlafen schon vor den «Tagesthemen» ein: Jeder Mensch hat eine eigene innere Uhr, die den Schlaf- und Wachrhythmus bestimmt. Daran halten sich jedoch viele Menschen nicht: ... mehr
Teure Medikamente helfen besser - selbst ohne Wirkstoff
4. Mär 2008, 22:01
Chicago Je teurer ein Medikament ist, desto besser beurteilen Patienten seine Wirkung selbst wenn es sich um ein wirkstoffloses Placebo handelt. Das berichten Forscher im «Journal of the American Medical Association». ... mehr













Zur Zeit sind keine Kommentare für diesen Beitrag vorhanden.
Hier als erster einen neuen Kommentar verfassen