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Stöckeln für Anfänger
Von Annette Reuther 5. Sep 2008, 10:17

Zwei Damen üben das Gehen in hochhackigen Schuhen. © DPA
London - Heidi Klum kann es, Carla Sarkozy auch. Sarah Jessica Parker liebt es, Angela Merkel weniger: das Gehen in Stöckelschuhen. Viele Frauen haben eine Armee von High Heels zu Hause stehen.
Doch nach einem quälenden Einsatz zum festlichen Anlass verschwinden sie meist wieder in den Untiefen des Schrankes. Zu eng, zu hoch, zu unbequem, lautet das Urteil der Trägerin. Doch es ist Hilfe in Sicht: In London gibt es jetzt Kurse für einen perfekten Schritt in wagemutigen Pumps.
«Viele Frauen wackeln in High Heels herum oder gehen wie Elefanten. Ich habe mir gedacht, dagegen muss man etwas tun», sagt Sarah Toner, ehemalige Balletttänzerin in Stöckelschuh-Mission. Gerade in Großbritannien prägen schwankende Absatz-Trägerinnen das Bild. In Privatstunden verrät die 44-Jährige deshalb Tricks, wie man sich auch in zehn Zentimeter hohen Absätzen möglichst elegant fortbewegen kann. «Ich hätte nicht gedacht, dass das auf so großes Interesse stößt. Anscheinend besteht Bedarf», erklärt Toner. Da tut es auch keinen Abbruch, dass die Stöckel-Stunde 50 Pfund (rund 65 Euro) kostet.
Und so schreitet Toner gazellengleich in ihren zwölf Zentimeter hohen Stilettos mit Leopardenaufdruck durch ihr kleines Studio im Norden Londons. Vor ihr kreist eine Teilnehmerin wie ein Zirkuspferdchen in der Manege. «Kopf nach oben, Brust raus, Hüfte locker, Arme schwingen», so die Anweisung. Das A und O der grazilen Fortbewegung auf Absätzen ist die aufrechte Haltung, die Füße sollen leicht nach außen zeigen. Ein Fuß sollte stets mit einem leichten Kick vor den anderen schwingen. Vor lauter Konzentration stolziert Schülerin Paddy Evans jedoch etwas steif durch die Gegend.
Doch nach einer Stunde inklusive Stretching, Fußmassage und Haltungstraining fühlt sich Evans schon wesentlich femininer, «nicht mehr so hilflos», sagt die 45 Jahre alte Zahnärztin. Eine andere Stöckel-Schülerin erklärt: «Ich komme nicht aus einer Familie, in der einem solche Dinge gezeigt wurden. Es hat mir geholfen, wie eine elegante Frau und nicht wie Quasimodo auf Stöckelschuhen zu gehen.» Um Gesundheitsprobleme am Fuß machen sich anscheinend die wenigsten Teilnehmerinnen Gedanken.
Vor allem junge Frauen kommen zu dem Training in luftiger Höhe, bevorzugt vor Anlässen wie einer Hochzeit. «Später, wenn Frauen Kinder haben, tragen sie wegen des vielen Rennens flache Schuhe», sagt Toner. Geschäftsfrauen seien besonders schwere Fälle, weil sie ihre Weiblichkeit in einer Männerwelt verstecken wollten und so zum Stampfen neigten.www.sarahtoner.co.uk
© 2008 dpa - Deutsche Presse-Agentur
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