TV Star Portrait
Sissy Höfferer - Eine Frau der vielen Facetten
Sissy Höfferer ermittelt als neue Chefin der 'SOKO Köln' (ab Di., 23.09., 18.00 Uhr, ZDF)
Von Melanie Grimm 10. Sep 2008, 07:59

Sissy Höfferer spielt Karin Reuter, die neue Chefin der SOKO Köln. © ZDF / Bernd Spauke
Nur keine Langeweile! Sissy Höfferer liebt Herausforderungen. 'Je unterschiedlicher die Rollen, desto besser', meint die Österreicherin, die nicht nur in Film und Fernsehen sehr erfolgreich ist. Die Theaterdarstellerin arbeitete unter anderem mit Regie-Legende Ingmar Bergman zusammen. 'Mütter, Töchter, Geliebte, Verhärmte, Böse, Weiche, Schwache, Starke, was auch immer - ich habe auch keine Angst vor lächerlichen oder negativen Rollen.' Solange ihr das Material gefällt, spielt sie Frauen in all ihrer Vielfalt, mit allen denkbaren Facetten.

Weil aber Frauen als Chefs noch immer eine Seltenheit sind, findet es die Schauspielerin besonders wichtig, solche Rollen zu übernehmen. Aktuell ist sie als neue Chef-Ermittlerin Karin Reuter in der ZDF-Krimiserie 'SOKO Köln' (ab Di., 23.09., 18.00 Uhr) zu sehen. Außerdem zeigt Arte den Krimi 'Unter Verdacht' in einer Erstausstrahlung (10.10., 21.00 Uhr).
Blonde Haare, feine Gesichtszüge und tiefgründige, dunkelbraune Augen - Sissy Höfferers Gesicht ist in Deutschland wohlbekannt. Im vergangenen Jahr wirbelte sie zum Beispiel in der Komödie 'Noch einmal zwanzig sein' Peter Sattmanns Gefühle durcheinander.

Kinofans kennen die attraktive Darstellerin vor allem aus dem NS-Drama 'Napola' (2004).
Mit ihrem neuesten Part kehrt Sissy Höfferer zu einer Art Frau zurück, die sie in der Vergangenheit bereits erfolgreich verkörperte: die kompetente Kommissarin mit Herz und Verstand. Schon als Carola Geissler in der ZDF-Reihe 'Die Verbrechen des Professor Capellari' lehrte sie Kriminelle das Fürchten. Jetzt leitet sie als Karin Reuter das Team der 'SOKO Köln' . Die gebürtige Klagenfurterin ersetzt damit Gundula Rapsch, die die ehemalige Chefin der Ermittlertruppe spielte. Angst vor einem Vergleich hat Höfferer nicht.

'Ich übernehme nur die Position, die Rolle ist eine ganz andere.' Außerdem sei sie nicht die einzige Neue, das mache es viel leichter. Lilia Lehner und Steve Windolf übernehmen die Parts der Kommissare Julia Marschall und Daniel Winter.
Die Chemie innerhalb des Teams stimme zum Glück. 'Ich bin immer nervös, wenn ich ein neues Projekt beginne', erzählt die Blondine. 'Man begibt sich ja auch in unbekanntes Gebiet - beruflich einerseits, aber auch privat.' Deshalb falle es manchmal sehr schwer, sich auf eine Fernsehserie einzulassen. 'Man verpflichtet sich, sehr intensiv mit fremden Leuten zusammenzuarbeiten. Das ist schon ein großes Risiko.'
Als Vorbereitung hat die Schauspielerin unter anderem Schießunterricht genommen. 'Da merkt man, was für eine enorme Wucht und Kraft so ein einziger Schuss hat.' Sie fände es gut, wenn man solche Erfahrungen Jugendlichen vermitteln könnte. 'Damit sie erleben, dass sich das nicht wie im Actionfilm anfühlt.' Es habe sie sehr viel Überwindung gekostet abzudrücken. 'Ich hatte zuerst einfach Angst.'
Die Wahl-Münchnerin blüht spürbar auf, als sie über Karins Stelle als Chefin der 'SOKO' spricht. Es gefällt ihr, dass sie als Frau die leitende Funktion einnimmt. Auch, wenn das inzwischen nicht mehr so neu sei. 'Aber es wundert mich, dass immer von einer Kommissarinnen-Inflation gesprochen wird.' Bei diesen Worten schwingt ein leichter Ärger mit. 'Es ist doch auch keine Rede von einer Kommissaren-Inflation.' Sie fände es wichtig, ergänzt die Schauspielerin weiter, dass Frauen im Fernsehen in Führungspositionen gezeigt werden. 'Vielleicht kann man direkt auf die Gesellschaft nicht viel einwirken, aber man kann die Leute an den Anblick gewöhnen.'
Einmal in Fahrt gekommen, zeigt sich, wie sehr Sissy Höfferer dieses Thema am Herzen liegt. Das Umdenken geschehe in der Unterhaltungsbranche noch zu langsam. 'Die meistbeschäftigten Schauspielerinnen sind immer noch zwischen 25 und 35 Jahre alt.' Für ältere Darstellerinnen gebe es nur wenige interessante Parts. 'Das ist ein großer Verlust und auch nicht realistisch. Zuschauer hören ja auch nicht mit 25 auf, fernzusehen.' Aber sie habe das Gefühl, dass die älteren Frauen nach und nach mehr geschätzt würden. 'Vereinzelt tauchen ja sogar Grauhaarige in der Werbung auf - so ganz schüchtern am Rand.'
Sissy Höfferer selbst kann sich nicht über zu wenig Arbeit beklagen. Neben ihrer Rolle als Karin Reuter wird sie demnächst in einer Friedrich Ani-Verfilmung mitwirken. Das Projekt ist die Fortsetzung des ZDF-Krimis 'Todsünde' (2007). Erneut wird Höfferer als Taxifahrerin Ann-Kristin Seeliger Hanns Zischler, der den Kommissar und Ex-Mönch Polonius Fischer spielt, zur Seite stehen. Von Mangel an Angeboten ist also keine Spur - Sissy Höfferer muss den Vergleich mit ihren jüngeren Kolleginnen nicht scheuen.
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Kommentiere diesen ArtikelUnter Verdacht - Die falsche Frau - 10.10.2008 21:00 - ARTE
10. Okt 2008, 21:00
Ob dieser Dr. Claus Reiter nachts überhaupt noch ruhig schlafen kann? Nicht, dass der Beamten-Bazi ein schlechtes Gewissen hätte. Aber Angst, dass einer beziehungsweise eine dahinterkommen könnte, was er für Dreck am Stecken hat! Es ist immer wieder ein Vergnügen, Gerd Anthoff dabei zuzusehen, wie er in 'Unter Verdacht' mal den jovialen, mal den autoritären Chef raushängen lässt und die Kriminalrätin Dr. Eva-Maria Prohacek (Senta Berger) dumm von der Seite anmacht. 'Unsere Eva - immer bellen und schnappen.' Und wie sie ihn schließlich immer wieder dazu bringt, den Schwanz einzuziehen. 'Besser als winseln und Hände lecken.' Das ist auch diesmal nicht anders, im Fall 'Die falsche Frau'. ... mehrMehr über Ingmar Bergman
"(Smultronstället)"]"Ernst Ingmar Bergman" (* 14. Juli 1918 in Uppsala; † 30. Juli 2007 auf Fårö) war ein schwedischer Drehbuchautor, Film- und Theaterregisseur. Bergman wurde 1997 bei den Filmfestspielen in ....mehr- Berlinale gibt 'Retrospektive' auf das Werk Ingmar Bergmans
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