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Hape Kerkeling würde gerne als Sänger auftreten
9. Sep 2008, 14:42

Hape Kerkeling als Taxifahrer Günther Warnke. Er würde gern als Sänger auftreten. © DPA
Berlin - Entertainer Hape Kerkeling (43) ist einer Gesangskarriere nicht abgeneigt. «Ich möchte noch mal ein richtiger Sänger werden», sagte Kerkeling im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa in Berlin. «Ich war neun Jahre im Schulchor, das müsste reichen.»
Außerdem habe er während seiner Tourneen regelmäßig Gesangstraining. Auf einen Musikstil will sich der Komiker, Buchautor und Showmaster noch nicht festlegen. Auf jeden Fall «meinem Alter entsprechend», meinte er. «Wenn irgendwas im Radio läuft, dann singe ich laut mit - zur Verwunderung der Fahrer selbst im Taxi», meinte der Schöpfer von Figuren wie Horst Schlämmer und Taxifahrer Günther Warnke. «Ich würde gerne mal eine schöne Gesangs-CD aufnehmen.»
Gerade hat Kerkeling die Produktion seines Ein-Mann-Hörspiels «Amore und so'n Quatsch» (Roof Music) abgeschlossen, das im November auf den Markt kommt. Aber der Autor des Bestsellers «Ich bin dann mal weg: Meine Reise auf dem Jakobsweg» plant schon weiter. «Ich werde sicherlich Ende nächsten Jahres mit etwas Neuem auf dem Bildschirm sein», sagte er. «Wann, wo und was das genau sein wird, das weiß ich noch nicht.» Aber: «Ich bin kein Bigamist.» Er werde sich deshalb am Ende auf einen der Sender festlegen, die ihn umwerben. Welcher das sein wird? «Mal sehen!». Auch als Buchautor will sich Kerkeling weiter betätigen. Zurzeit schreibe er bereits. «Das wird wahrscheinlich wieder ein Sachbuch werden», sagte er. «Aber wann das veröffentlicht wird - keine Ahnung.»
Kerkeling verriet, dass er trotz seiner zahlreichen Shows vor großem Publikum immer noch an Lampenfieber leidet. «Exakt fünf Minuten vor dem Auftritt packt mich so ein Lampenfieber, dass ich mich wirklich frage, wie ich jemals auf den Trichter kommen konnte, mir einen solchen Beruf auszusuchen», erzählte er. «Ganz abstruse Ängste» überkommen ihn an. «Zum Beispiel was passiert, wenn mir in der Sendung schlecht wird und mich übergebe. Das ist eine Angst, die mich verfolgt.» Und was hilft gegen Lampenfieber vor der Show? «Rausgehen und machen!»
Sitzt der Fernsehmacher selbst vor dem Bildschirm, ist er ein «tabuloser Fernsehgucker. Ich gucke alles», sagte Kerkeling. «Ich sitze gerne fassungslos vor dem Fernseher und denke: Aha, das trauen sich Leute», erzählte er. «Ich gucke mir manchmal bewusst Sendungen an, um mich schön aufzuregen. Dann poltere ich laut herum und rufe Freunde an, damit sie das auch sehen. Und dann wird gemeinsam abgelästert über diese Sendung, das macht enorm viel Spaß.»
Privat pendelt Kerkeling zwischen Düsseldorf und Berlin. Die Hauptstadt habe «einen guten Einfluss» auf seine Kreativität. «Ich empfinde Menschen als äußerst inspirierend, und da tut mir Berlin gut. Die ganze Stadt ist originell. Wenn es die nicht gäbe, hätte man sie sich ausdenken müssen.» Berlin sei «total widersprüchlich. Wenn Sie von einem Bezirk in den nächsten fahren, könnten sie theoretisch auch 500 Kilometer gefahren sein. Solche Unterschiede gibt es da. Das ist ein großes, nicht unanstrengendes Spannungsfeld, das äußerst inspirierend ist.»
Echte Berliner kommen auch in seinem Hörspiel «Amore und so'n Quatsch» vor, in dem Kerkeling 17 verschiedene Charaktere spielt. «Hauptdialekte und -Akzente sind Mittelfränkisch, Berlinerisch, Schwul, Deutsch-italienisch, fränkisches Italienisch, italienisches Italienisch und Deutsch-mosambikanisch.» Erzählt wird die Geschichte von Marion Pfütze, einer Krankenschwester aus der Fränkischen Schweiz. «Irgendwie ist Marion nicht genau definierbar unzufrieden», sagte Kerkeling. «Ammol ans Meer fahr'n oder fei nach Berlin» würde sie schon gerne.
Als ihr Vater stirbt, erfüllt sie sich von der Erbschaft ihren Traum und zieht nach Berlin. «Am Ende findet sie die Liebe da, wo sie sie nicht erwartet hätte.» Neben Mittelfranken und Berlin ist ein weiterer Schauplatz des Hörspiels Kalabrien. Eine von Kerkelings Parade-Figuren ist dieses Mal allerdings nicht dabei: «Horst Schlämmer hat mit Franken, Berlin und Kalabrien gar nichts am Hut, insofern ist der im Moment in Reha.»
© 2008 dpa - Deutsche Presse-Agentur
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