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'Ins Netz gegangen' - ein Online-Tagebuch zur Partnersuche im Internet
Von Gaby Schulemann-Maier 12. Sep 2008, 12:29

cid Düsseldorf - Die Journalistin Judith Alwin ging im Internet drei Jahre lang unter dem Pseudonym 'Try2find' auf Partnersuche. Ihre Erfahrungen hat sie in einem ebenso unterhaltsamen wie leicht zu lesenden Buch zusammengefasst. Foto: Schwarzkopf & Schwarzkopf
Viele Menschen suchen den richtigen Partner fürs Leben in der realen Welt vergebens. Warum sich nicht einfach im Internet umsehen? Das dachte sich auch die Journalistin Judith Alwin und ging drei Jahre lang unter dem Pseudonym 'Try2find' auf die Suche. Die Autorin hat ihre Erfahrungen in einem ebenso unterhaltsamen wie leicht zu lesenden Buch zusammengefasst.
In dem Werk 'Ins Netz gegangen - Partnersuche im Internet: Mein Online-Tagebuch' stellt Alwin zunächst ihre Beweggründe vor und zeigt ihre Vorgehensweise bei der Partnersuche auf. Dabei enthüllt sie auch ihre eigenen Texte, mit denen sie sich im Netz selbst anderen Suchenden präsentiert hat. Von Neu.de über Match.com bis hin zur Dating-Plattform von Yahoo hat sie etliche Web-Seiten ausprobiert und zählt die jeweiligen Plus- und Minuspunkte auf.
Bevor im Netz die Partnersuche gestartet wird, sind einige Dinge zu beachten, um die Anonymität zu wahren. Hierzu gibt die Autorin wertvolle Hinweise, zum Beispiel das Geheimhalten der eigenen Telefonnummer. Ferner weist sie darauf hin, wie sinnvoll es ist, extra für die über Dating-Plattformen zustande gekommenen Kontakte eine separate und anonyme E-Mail-Adresse anzulegen. Wird ein Partnerschafts-Anwärter zu lästig, kann die Adresse kurzerhand gelöscht werden und seine unerwünschten Avancen laufen ins Leere.
Nicht alle Menschen schätzen sich selbst richtig ein oder lesen, was andere Suchende sich an ihrem Partner wünschen. Nur so lässt sich erklären, wie die teils skurrilen Zuschriften entstanden sind, die Alwin in den Online-Partnerbörsen erhalten hat. Beim Lesen dieser Korrespondenzen ist oft echtes Fremdschämen angesagt, denn einige Nachrichten offenbaren Katastrophen der verbalen Partnerwerbung und legen nahe, dass die jeweiligen Absender Alwins Anforderungskatalog an einen potenziellen Partner geflissentlich ignoriert haben. Diese Lektion müssen vermutlich viele im Netz nach einem Lebensgefährten Suchende lernen.
Beim Alter wird im Web oft kräftig gelogen, wie es scheint. Der Autorin sind etliche Herren virtuell begegnet, die sich ohne mit der Wimper zu zucken um ein Jahrzehnt und mehr jünger gemacht haben. Auch Figurprobleme existieren genauso wenig wie emotionale Altlasten - ein Phänomen, das jedoch nicht nur auf das männliche Geschlecht begrenzt sein dürfte. Das Buch vermittelt sehr deutlich, wie wichtig das Lesen zwischen den Zeilen ist, damit der Suchende bei häufig anzutreffendem Etikettenschwindel nicht auf die Nase fällt oder sich gar das Herz brechen lässt. Für den höflichen Umgang mit Flirtpartnern gibt Alwin etliche kluge Ratschläge. Schon bei der Wahl des Benutzernamens (Nickname) für ein Single-Portal ist Fingerspitzengefühl gefragt, denn dieser sagt laut der Autorin oft eine Menge über einen Menschen aus. So dürfte ein 'Erotiktreff' wohl eher nicht an einer längerfristigen Beziehung interessiert sein, und 'Tappsi' hält die Autorin ideal für einen Namen für einen Bernhadinerwelpen. Ferner zeigt das Buch auf, wie die Kommunikation im Idealfall laufen sollte und wie besser nicht. Auch über den Griff zum richtigen Foto, das in Dating-Portalen veröffentlicht werden sollte, informiert das Werk auf lockere Weise.Wer sich für die Online-Partnersuche interessiert und sich von Alwins Erlebnissen inspirieren lassen möchte, muss für das im Verlag Schwarzkopf & Schwarzkopf erschienene 347 Seiten starke Buch knapp 13 Euro hinblättern. Das ist erheblich weniger, als so manche monatliche Mitgliedschaftsgebühr für eine Singlebörse im Web kostet (www.try2find.de).
© 2008 Global Press
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