Musik Kritiken
CD Kritik: Project Destiny von Dignity
Von Nadine Herbst 2. Okt 2008, 13:52

Dignity, die 2006 vom ehemaligen Edenbridge-Drummer Roland Navratil gegründet wurden, präsentieren mit „Project Destiny“ nun ihr Debütalbum (VÖ 29.08.2008).
Mit von der Partie sind außerdem Keyboarder Frank Pitters, Bassist John Boy Bastard und Gitarrist Martin Mayr. Jake E. (Dreamland, Dream Evil) leiht dem Arrangement seine Stimme.
Man spielt melodischen Hardrock mit einer gehörigen Prise Bombast, verpackt in 9 Tracks und 42 Minuten Laufzeit.
Insgesamt bestechen Dignity durch mitreißende Rhythmen, eingängige Melodien und Gänsehaut vermittelnde Choräle. Erinnert mich gelegentlich etwas an Stratovarius, Sonata Arctica oder Europe.
Der erste Song, der Titelsong „Project Destiny“ will es wissen – hier trifft gleich alles aufeinander. Dynamik, Bombast und eine erstklassige Komposition. Offenbar hat man es gar nicht nötig sich zu steigern, man geht lieber direkt in die Vollen.
Loben möchte ich an dieser Stelle den Sänger. Extrem geringes Nervpotential. Kein bisschen aufdringlich, sondern eine schöne, angenehm weiche Stimme. Wer lieber auf harte, rotzige Musik steht, wird die Stimme vielleicht nicht mögen. Aber das würde auch nicht zur Musik passen!
Song Nr. 3, “Cry in Despair” kommt mit einem wirklich coolen Anfangsriff daher. Der Song zeigt, dass man in der Lage ist, das Puzzle zu einer großen Einheit zusammenzusetzen. Alles passt zusammen.
Die etwas balladeske Nummer „Dreams Never Die“ hat einen knackigen Rhythmus, wirkt aber trotzdem verträumt. Liegt vielleicht auch an dem Hall-Effekt auf der Stimme des Sängers. Gefällt mir.
„Icarus“,„Inner Circle Sympathy“, und „The Edge of the Blade“ wechseln zwischen ruhigen und schnellen Passagen, gepaart mit eingängigen Refrains. Die Songs bieten jetzt nicht wirklich mehr etwas Neues, sind aber gleichwertig gut.
Bei „Inner Demons“ sticht das Keyboard etwas raus. Man könnte stellenweise meinen der Keyboarder hätte bewusstseinserweiternde Mittel zu sich genommen – eigen, aber interessant.
Das letzte Stück ist eine Chris De Burgh Coverversion. „Don’t Pay the Ferryman“ klingt ok, aber nicht herausragend.
Einziger Kritikpunkt: man sollte aufpassen, nicht in den Kitsch zu gleiten. Die Grenzen sind fließend und hier teilweise schon deutlich angekratzt.
Aber alles in allem eine lohnende Anschaffung für Fans des melodischen Hardrocks.
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