Sie ist so was wie die Cameron Diaz von Sat.1 und wäre sie nicht echt, würde man sicherlich sagen: Diese Frau hat sich ein Mann ausgedacht! Ex-Model und Schauspielerin Doreen Jacobi mag schnelle Autos, ist Mitglied bei Hertha BSC, managt eine Software-Firma, zieht sich nebenbei noch für den 'Playboy' aus und spielt in Atze Schröders Kinofilm 'U-900' mit. Einziger Haken für die Herren: Die 34-Jährige ist seit zweieinhalb Jahren vergeben an einen Potsdamer Lokal-Promi.
Ex-Model, Schauspielerin, Managerin, Fußball-Fan ... Wäre Doreen Jacobi nicht echt, würde man wohl sagen: Die hat sich ein Mann ausgedacht. © Xavier Bonnin
Doreen Jacobi (links, mit Suzan Anbeh) spielt die Leidtragende im Sat.1-Film 'Ich liebe den Mann meiner besten Freundin'. © Sat.1 / Aki Pfeiffer
Aber auch viele Frauen würden sich wohl eine Freundin wie Doreen Jacobi wünschen: Sie könnten mit ihr Bier trinkend 'Germany's next Topmodel' schauen und sich darauf verlassen, dass die Blondine niemals anderer Damen Männer angraben würde. So, wie ihr das im Sat.1-Film 'Ich liebe den Mann meiner besten Freundin' passiert (Di., 28.10., 20.15 Uhr) ...
teleschau: Frau Jacobi, verraten Sie uns was? Haben Sie beim Dreh von 'U-900' mal einen Blick auf Atze Schröder ohne Perücke erhascht?
Doreen Jacobi (lacht): Ich kann nicht lügen. Ja, hab ich.
teleschau: Und?
Doreen Jacobi: Ich muss gestehen, ich musste mehrfach hinschauen.
'Wenn mir eine Bekannte ihren neuen Freund vorstellt, total verliebt, und der baggert mich dann an ... Er würde, t'schuldigung, ums Verrecken nicht durch die Tür kommen!' (Doreen Jacobi, Mitte, mit Suzan Anbeh und Clemes Schick). © Sat.1 / Aki Pfeiffer
Wenn man so fokussiert ist auf die Löckchen und diese Brille, erkennt man das Gesicht dahinter tatsächlich nicht gleich. Ich finde es wirklich cool, wie sehr er sich optisch verändern kann. Wenn jemand so präsent ist in einer Rolle - was ja toll ist einerseits -, ist er vermutlich auch froh, wenn er den Atze mal ablegen kann. Als Person finde ich Atze Schröder sowieso toll. Er hat unglaublich viel auf die Beine gestellt. Er beschritt quasi den umgekehrten Weg wie ich: Früher war er in einem eher bodenständigen Business und wurde dann zum Jeck.
Doreen Jacobi (links) würde einer anderen Frau (Suzan Anbeh) nie den Mann ausspannen. © Sat.1 / Aki Pfeiffer
teleschau: Sie standen schon als Schülerin für 'Unser Lehrer Dr. Specht' vor der Kamera, vor etwa zehn Jahren haben Sie mit einem alten Schulfreund eine Software-Firma mitbegründet. Sind heute beide Jobs für Sie gleich wichtig?
Doreen Jacobi: Auf jeden Fall. Und sie befruchten sich gegenseitig. - Am Set verbringt man auch immer viel Zeit mit Warten. Um die Konzentration dann zu halten, tut es mir ganz gut, mich mit einem Laptop in eine Ecke zu setzen und E-Mails zu checken oder Telefonate zu führen. Das hält mich wach, da bleibe ich konzentriert. Ich muss den Motor laufen lassen.
Bei den Dreharbeiten zu 'U-900' hat Doreen Jacobi Atze Schröder ohne Perücke erst auf den zweiten Blick erkannt. © 2005 Warner Bros. Ent.
teleschau: Was lernen Sie in dem einen Beruf, das Ihnen im anderen zugutekommt?
Doreen Jacobi: Mit das Wertvollste, das man sich aus der Schauspielerei holen kann, ist, mit so vielen verschiedenen Menschen zusammengewürfelt zu werden. Dadurch habe ich mehr Verständnis für unterschiedliche Charaktere. Wenn ich mit einem Kollegen eine emotionale Szene spielen soll, dann darf es nicht im Weg stehen, dass wir uns vielleicht nicht mögen. Mit solchen Situationen umgehen zu können, hat mir in der Firma auch sehr geholfen.
teleschau: Umgekehrt: Was bringen Sie aus der Firma mit ans Set?
Doreen Jacobi: Ich bin weltweit unterwegs und habe viel mit anderen Geschäftspartnern zu tun. Da entwickle ich mich auch als Person weiter. Das ist für die Schauspielerei ein echtes Geschenk, weil mein Pool von Erfahrungen viel schneller wächst. Immer neue Eindrücke: Das ist mein Handwerkszeug.
teleschau: Im Sat.1-Film 'Ich liebe den Mann meiner besten Freundin' sind sie dicke mit Suzan Anbeh befreundet. Haben Sie auch noch diese eine beste Freundin seit Kindertagen?
Doreen Jacobi: Nicht ganz. Dadurch, dass ich schon mit 18 Jahren nach New York ging, um zu modeln, verlor ich ein bisschen den Anschluss an die Mädels hier. So richtig sesshaft wurde ich in Potsdam erst wieder mit 24. Aber über die letzten drei, vier Jahre haben sich zwei enge Freundschaften entwickelt. Von beiden kann ich sagen, sie sind - gut verteilt - meine besten Freundinnen.
teleschau: Gut verteilt?
Doreen Jacobi: Sie sind so unterschiedlich, dass sich das wunderbar ausgleicht! Deshalb kann ich auch nachvollziehen, welch enges Verhältnis man aufbauen kann, und wie sehr es einem dann an die Nieren geht, wenn das Vertrauen enttäuscht wird.
teleschau: Im Film verlustiert sich Ihre beste Freundin irgendwann mit Ihrem neuen Freund ...
Doreen Jacobi: Für mich müsste das noch nicht einmal die beste Freundin sein, um da Hemmungen zu haben. Wenn mir eine Bekannte ihren neuen Freund vorstellt, total verliebt, und der baggert mich dann an ... Er würde, t'schuldigung, ums Verrecken nicht durch die Tür kommen!
teleschau: Würden Sie's der Bekannten sagen?
Doreen Jacobi: Einmischen sollte man sich nicht. Das müssen die unter sich ausmachen. - Aber so eine Geschichte hat für mich nichts von 'aufregend und verboten'. Ich bin da sehr moralisch: Das gehört sich einfach nicht. Man klaut keine Leute - genauso wenig wie Geld. Diese Einstellung kommt bei mir vielleicht auch daher, dass ich so jung so viel gereist bin. Ich war quasi allein in der Weltgeschichte unterwegs und musste mich hundertprozentig auf andere Leute verlassen können. Ansonsten wäre ich unter Umständen nicht so unfallfrei durch diese Zeit gekommen.
teleschau: Wer waren die Leute, auf die Sie da zählen konnten?
Doreen Jacobi: Meistens tatsächlich die Booker der Model-Agenturen, Caster oder einfach Menschen, die ich im Flieger getroffen hatte - und bei denen sich dann sofort eine Art Heimatgefühl einstellte, wenn ich sie am Zielort wieder sah. Es gab ein tolles Selbstverständnis, dass jeder auf jeden aufpasst. Aber das funktioniert nur, wenn man sich komplett vertraut. Manche Leute konnten das allerdings nicht, und es verschwanden sogar mal Dinge. Die Menschen gehörten dann nicht mehr zu dem Kreis. Wir hatten eigentlich keine Privatsphäre, sondern lebten in Apartments oder Jugendherbergen zusammen. Deshalb gab es eine Art Ehrenkodex unter den Models.
teleschau: Sie lebten also Jahre lang so, wie man's heute bei den Bewerberinnen für 'Germany's next Topmodel' im Fernsehen sieht? Schauen Sie die Sendung?
Doreen Jacobi: Ja klar! Ich bin bekennender 'Germany's next Topmodel'-Gucker! Es ist lustig: 1993 machte ich selbst beim Wettbewerb 'Gesicht des Jahres' mit ...
teleschau: ... und wurden Zweite!
Doreen Jacobi: Ja, und das war im Grunde das Gleiche, nur mit weniger Presse. Für mich ist das die Mutter aller Casting-Shows. Wir unternahmen auch eine Reise mit Fotoshootings und Modenschauen. Es dauerte nicht so lange und war nicht so exotisch, aber im Grunde ähnlich. Ich glaube, deshalb sehe ich die ProSieben-Show so gerne: Das ist für mich, wie noch einmal 18 oder 19 sein (lacht)!
teleschau: Da Sie das Geschäft so gut kennen: Ist die Sendung nun authentisch oder nicht?
Doreen Jacobi: Es ist in der Realität teilweise sogar noch krasser! Da wird einem einfach nichts geschenkt. Es ist schon ganz gut, dass die Kandidatinnen durch so eine harte Schule gehen.
teleschau: Sie selbst scheinen auch immer noch gerne mit der Kamera zu flirten ... Auf Ihrer Webseite zeigen Sie großzügig Bildmaterial: von privaten Urlaubsfotos bis hin zur 'Playboy'-Strecke aus dem vergangenen Jahr. Ist das ein Zugeständnis an die Fans? Oder sind Sie so extrovertiert?
Doreen Jacobi: Extrovertiert ist meiner Meinung nach jeder, der diesen Job ausübt. Die Leute draußen sehen mich im Fernsehen oder in einem Hochglanzmagazin und haben ein ganz anderes Bild von mir, logischerweise. Ich finde es aber wichtig, dass sie sehen: Das ist ein ganz normaler Mensch. Die ist nicht immer perfekt gestylt. Man hat als Schauspieler auch Verantwortung für das, was man den Leuten präsentiert. Da finde ich eine menschliche Komponente ganz wichtig. Gerade heutzutage kann immer irgendwo retuschiert werden - aber wenn wir morgens aufstehen, sehen wir auch aus wie alle anderen.
teleschau: Anders ist das mit den 'Playboy'-Fotos ...
Doreen Jacobi: Das 'Playboy'-Thema stand schon im Raum, seit ich 20 bin. Ich habe lange damit gewartet und sagte immer: Ich mache das, wenn ich mich damit und mit mir selbst wohl fühle. Denn wenn ich es mache, möchte ich es richtig machen und auch stolz darauf sein. Sagen können: Guckt her! Deshalb habe ich sie auch bewusst auf die Seite gestellt.
teleschau: Was sagt Ihr Freund dazu?
Doreen Jacobi: Er war sogar eine wesentliche Stütze dabei. Wir brüteten beide zusammen mit dem Fotografen darüber, wie man vielleicht sogar eine kleine Geschichte mit den Bildern erzählen könnte. Jetzt sitzt mein Freund auf einem Foto im Hintergrund. Damit war er happy.
teleschau: Sind Sie auch happy mit den Reaktionen im Gästebuch? Viele Herren überschlagen sich mit Komplimenten und Liebesschwüren ...
Doreen Jacobi: Es sind aber auch immer mal Frauen dazwischen! Klar, manchmal sind die Kommentare - typisch Internet - sehr direkt. Aber ansonsten finde ich es toll, unterschiedliche Dinge auszulösen: Zum Beispiel, dass die User zusammentragen, was 'Ich liebe Dich' in allen möglichen Sprachen der Welt heißt. Mit dem, was ich mache und wie ich mich präsentiere, sorge ich ja auch dafür, dass die Leute Zugang zu mir haben. Solange nicht plötzlich jemand mit dem Rosenstrauß vor der Tür steht, nehme ich es als Kompliment oder mit Humor.
teleschau: Welche Art von Kompliment ist Ihnen am liebsten?
Doreen Jacobi: Ich find's toll, wenn mein Freund zu mir sagt: 'Du bist lustig'. Ich sehe mich nämlich überhaupt nicht als lustige Person.
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"Doreen Jacobi" (* 28. Februar 1974 in Potsdam) ist eine deutsche Schauspielerin. Bekannt geworden ist sie durch die ZDF Vorabendserie Unser Lehrer Dr. Specht. Sie wurde dort Teil der Hauptbesetzung ....
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