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Umstrittene Nacktscanner - wie funktionieren sie?

Von Gaby Schulemann-Maier 24. Okt 2008, 12:57

Die möglicherweise bevorstehende Einführung von sogenannten Nacktscannern erhitzt derzeit die Gemüter. Datenschützer stören sich vor allem an Diskretionsfragen, doch wie ist es um die Auswirkungen auf die Gesundheit bestellt? Und wie gelingt es den Gräten, die dreidimensionalen 'Nacktbilder' aufzuzeichnen?

Es gibt verschiedene technische Ansätze, um die Kleidung eines Menschen mittels elektromagnetischer Strahlung zu durchleuchten. In dem Scanner werden Strahlen auf den Menschen gerichtet. Kommen hierbei Terahertz-Wellen zum Einsatz, können diese die Kleidung durchdringen und die Oberfläche des Körpers abbilden, weil das lebende Gewebe andere Reflexionseigenschaften aufweist als das Material, aus dem Kleidung besteht. Auch Metall oder Kunststoff reagiert anders auf die Strahlung als Haut.

Ähnlich verhält es sich mit Strahlung, deren Wellenlänge im Millimeterbereich liegt und die in unserer Umgebung vielerorts verwendet wird. Am Flughafen von Göteborg wird ein Scanner verwendet, der mit diesen Millimeterwellen arbeitet. Auch hierbei wird auf das Prinzip gesetzt, dass Kleidung, menschliche Haut und andere Objekte ein jeweils charakteristisches und vor allem unterschiedliches Reflexions- und Absorptionsvermögen an den Tag legen. Das heißt, der Mensch wird mit diesen Strahlen abgetastet.

Setzt ein Körperscanner hingegen auf die sogenannte Backscatter-Röntgentechnik, wird mit Röntgenstrahlen gearbeitet. Diese Strahlen werden von Oberflächen auf typische Weise gestreut, was ein Detektor nachweisen kann. Daraus lässt sich dann das Bild der Körperoberfläche erstellen.

Wie sich die einzelnen Scanner im Detail auf den Organismus auswirken, soll unbedingt rasch geklärt werden, fordern jetzt Kritiker. Insbesondere die Belastung für Vielflieger, Kinder und schwangere Frauen sollte geklärt werden. Bereits im vergangenen Jahr hatte die britische Radiologin Dr. Sarah Burnett gegenüber der 'London Times' ihre Bedenken geäußert. Ihrer Ansicht nach ist die alltägliche Strahlenbelastung der Menschen ohnehin bereits recht hoch und sie sieht nicht ein, weshalb Reisende an Flughäfen nun noch mehr Strahlung abbekommen sollten. Zwar sollen die auf der Basis von Röntgenstrahlen arbeitenden Geräte nur eine geringe Strahlendosis abgeben, diese reiche aber laut der Medizinerin aus, um ein Stück weit in das Gewebe einzudringen.

© 2008 Global Press

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