Als das ZDF diesen TV-Film zum ersten Mal zeigte, erschien er in der Programmankündigung noch ohne vorangestellten Titelzusatz. Heute heißt er 'Daniel Craig: Die rote Verschwörung'. Der Hauptdarsteller und sein aktueller Auftritt als berühmtester Geheimagent sind schließlich der Grund für diese erneute Programmierung. Mithilfe des Briten erfanden die Macher vor zwei Jahren James Bond neu - und das äußerst erfolgreich, trotz vieler Widerstände. Nun zieht der wohl menschlichste Bond aller Zeiten in 'Ein Quantum Trost' auf Rachefeldzug wieder über die deutschen Leinwände.
Der britische Historiker Fluke Kelso (Daniel Craig) wird in Moskau auf eine mysteriöse Fährte gelockt. © ZDF / Tele München
Zinaida (Yekaterina Rednikova) hat sich den Verhältnissen angepasst und gibt sich zynisch. © ZDF / Tele München
In der BBC-Produktion 'Die rote Verschwörung' (2005) wird, wie der deutsche TV-Titel unmittelbar nahelegt, die Geschichte einer politischen Verschwörung in Russland erzählt, und Craig spielt seine Rolle als Wissenschaftler, der ihr auf der Spur ist, schon ganz agentengleich.
In der Verfilmung des Polit-Thrillers 'Aurora' vom britischen Star-Autor Robert Harris ist Craig der britische Professor Fluke Kelso, ein international anerkannter Stalin-Experte und Einzelkämpfer. Bei einer Tagung in Moskau erfährt er, dass ein Tagebuch von Josef Stalin existieren soll. Danach lässt sich natürlich nicht unbehelligt suchen, schon gar nicht in einem Thriller-Russland.
Nur seine Bedienstete Anna (Anna Gerasimova) fürchtet sich nicht vor Josef Stalin (Avtandil Makharadze). © ZDF / Tele München
Kelsos Informant wird auf brutale Weise ermordet, und als neue Verbündete begleiten den Briten nun ein amerikanischer Journalist - gespielt von Gabriel Macht, der ab 29. Januar in Frank Millers Comicverfilmung 'The Spirit' als Hauptdarsteller zu sehen ist - und als Quasi-Bond-Girl eine russische Edel-Prostituierte (Yekaterina Rednikova). Frei von Klischees ist diese Story also nicht gerade. Aber spannend.
Das historische Dokument entpuppt sich als Niederschrift einer jungen Frau, die Stalin offensichtlich einen unehelichen Sohn geboren hat.
Die Suche nach Stalins Sohn führt Fluke Kelso (Daniel Craig, Mitte) und den Journalisten O'Brian (Gabriel Macht) in die Wälder von Archangelsk. © ZDF / Tele München
Die Protagonisten begeben sich bei ihren Nachforschungen auf immer dünneres Eis und äußerst gefährliche Pfade in der verschneiten Tundra von Archangelsk. Weder sie noch der Zuschauer dürfen hier zimperlich sein. Am Ende stoßen sie auf ein düsteres Komplott, das als Lösung des Rätsels den ein oder anderen vor den Kopf zu stoßen vermag.Regisseur Jon Jones blieb der Vorlage des Bestsellers von Robert Harris weitgehend treu, übersetzte aber die Handlung, die im Roman in der Zeit des Kalten Krieges angesiedelt ist, behutsam ins Heute. In England wurde sein Film als Zweiteiler ausgestrahlt, das ZDF zeigt in einem Stück die gelungene Mischung aus unheimlichen Szenen, der Auseinandersetzung mit russischer Gegenwart, historisch-fiktiver Spekulation und Politthriller, in der überzeugende Darsteller agieren. Craig hat sich hier wohl schon einmal eingespielt für seinen Bond.© 2008 teleschau - der mediendienst
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