Xbox 360 Kritiken
Game Kritik: James Bond 007: Ein Quantum Trost - Das Spiel
Wenig tröstlich
Von Michael Eichhammer 10. Nov 2008, 07:56

VÃ?: 30.10.08/ System: Xbox 360/ Genre: Action/ deutsche Version/ USK: TBAJames Bond ist zurück, um in James Bond: Ein Quantum Trost eine Rechnung zu begleichen. Der Bond in diesem Spiel ist tödlicher, geht clever und effizient vor und die Verschmelzung der packenden First-Person-Action mit einem einzigartigen Deckungskampfsystem aus der Third-Person-Perspektive lässt den Spieler wirklich erleben, was es heißt, der ultimative Geheimagent zu sein. Vielfältige KämpfeFortschrittlicher Kampf ...mehr
Ein Quantum Trost für alle, die gerne Geheimagent wären: Das Spiel zum neuen Bond-Film lässt selbst Max Mustermann zur Doppelnull werden.
'Ein Quantum Trost' ist zweifellos der schnellste und actionreichste Bond-Film aller Zeiten. Dieses Tempo versucht auch das gleichnamige Spiel von Activision mitzugehen, verzettelt sich dabei aber in endlosen Schießereien. Abwechslung unterliegt hier leider strengster Geheimhaltung - ebenso der Bond-typische Humor. Ein wenig tröstlich: 007-Darsteller Daniel Craig macht auch als digitaler Held eine verdammt gute Figur ...

Die restliche Grafik kann sich ebenfalls sehen lassen - der leistungsstarken 'Call of Duty 4'-Engine sei Dank. Die detailreichen Kulissen sowie die dynamischen Licht-, Wasser- und Wetter-Effekte sind echte Eye-Catcher. Besondere Momente wie spektakuläre Explosionen werden zudem gerne in Zeitlupe inszeniert. Hinzu kommen die erstklassige Musikuntermalung und die Original-Synchronstimmen von Daniel Craig, Judi Dench und anderen Darstellern.
Klingt nach großem Kino, bietet letztlich aber nur mittelmäßige Unterhaltung. Warum? Es mangelt schlicht an Abwechslung.

Bond ballert sich pausenlos und primär aus der Ego-Perspektive durch die Geschichte des aktuellen Kinostreifens 'Ein Quantum Trost', des Vorgängerfilms 'Casino Royale' sowie durch Heerscharen halbwegs clever agierender Computer-Gegner. Weil bereits wenige Treffer dafür sorgen, dass der Agent mit der Lizenz zum Töten selbst das Zeitliche segnet, empfielt es sich, häufig hinter Mauern und Ähnlichem in Deckung zu gehen. Das Geschehen wechselt dann in eine Außenansicht und gewährt somit einen Blick auf den aufwendig ins Spiel übertragenen Darsteller Daniel Craig.

Geht Bond in den taktisch angehauchten Feuergefechten die Munition aus, kann er seine Widersacher auch ohne Waffe ausknocken - sofern bei eingestreuten Quicktime-Events die richtigen Symboltasten nachgedrückt werden. Offenbar ein Fall von Industriespionage: Die Nahkämpfe in Vivendis interaktivem Agenten-Thriller 'Die Bourne Verschwörung' funktionieren nach ähnlichem Muster, sind aber weitaus spektakulärer ausgefallen.
Das Knacken von Schlössern und Sicherheitssystemen in Form öder Mini-Spiele, ein paar Schleicheinlagen, subtiler Schalldämpfereinsatz und gelegentliche Balance-Akte sorgen ein wenig für Abwechslung im Action-Alltag.

Bonds schicker Dienstwagen tritt dafür allenfalls in den eingestreuten Videosequenzen in Aktion. Schade.
Montenegro, Venedig, Bolivien, Bregenz - der Trip um die halbe Welt ist leider nicht genug. Routinierte Hobby-Agenten dürften nicht mehr als sechs Stunden benötigen, um die 15 Missionen durchzuspielen. Dafür werden diverse Multiplayer-Modi geboten. So jagen beispielsweise im 'Bond vs'-Modus alle Online-Agenten den Spieler, der 007 verkörpert.
Fazit: Selbst Bond-Fans dürften beim Zocken dieser Filmumsetzung nicht sonderlich gerührt sein. Dafür schüttelt das Game einfach zu wenig gute Einfälle aus dem Ärmel.

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