In 500 Drehtagen hat Regisseur Laurent Charbonnier rund 160 Tierarten für seine unterhaltsame Dokumentation 'Animals In Love' (2007) beobachtet und gefilmt - immer auf der Suche nach der einen Einstellung: Werbung und Paarung. Die Hälfte der liebenden Zwei-, Vier- und Vielbeiner sind schließlich im Film zu sehen: Die witzigsten und hektischen, die mit dem Sicherheitsbedürfnis sowie die mit den seltsamen Geräuschen. Alles an dieser Dokumentation, die jetzt auf DVD erschienen ist, ist mehr oder weniger putzig.
Die bunte, liebestolle Tierwelt auf DVD: 'Animals In Love'. © Universum
Mit einer kurzen Zusammenfassung der Entstehung der Erde beginnt 'Animals In Love'.
Die beiden Giraffen scheinen sich gefunden zu haben. © Universum
Zur Poesie des Windes und der Musik des Wassers gesellten sich doch schon bald die Tiere. - Die Tiere, die sich fortpflanzen. Ungeachtet jeglicher Intimsphäre hält die Kamera drauf: Mancher Strandläufer hat zur Suche nach dem geeigneten Weibchen extra eine große gelbe Schere, damit er, wenn er denn schon Winkerkrabbe heißt, der Traumfrau deutliche Zeichen geben kann.
Auf der Reise durch 16 Länder der Welt und verschiedenste Klimazonen fühlt man sich aber auch immer wieder an die Menschen erinnert. Ob durch das Gehopse der Zebras oder aufbrausende, sich duellierende Tölpel bei der Brautwerbung.
Ein ungestümes Löwen-Baby möchte mit seiner Mutter spielen. © Universum
Schade ist nur, dass man nur wenig über die Tiere selbst erfährt, denn hier und da wünscht sich mancher vielleicht, den ulkigen Vogel auch genauer benennen zu können.
Kurzweilig wird diese rasche Szenenfolge, die ohnedies einen hohen Unterhaltungswert hat, durch die menschelnde Musik von Philip Glass, der Oscar-prämiert bereits Filme wie 'Tagebuch eines Skandals' (2006) musikalisch untermalte. Doch die wuchtigen Arrangements sind manchmal zu viel des Guten und treffen nicht immer so den Ton, wie es der Klassiker 'Die lustige Welt der Tiere' (1974) vormachte.
Papageien zeigen ihre Zuneigung mit eifrigem Schnäbeln. © Universum
Bei Kontrasten und Bildaufbau beweist Regisseur Charbonnier (Kamera in 'Nomaden der Lüfte') hingegen seinen Blick für Schönes und zeigt ein wunderbares Farbenspiel.
Farbenprächtig wird die Tierwelt auch auf DVD wiedergegeben, die rennenden Gnus und hüpfenden Kängurus sind in erstaunlich scharfen Konturen festgehalten. Der Sound ist räumlich, und die Details, wie zwitschernde Zuneigungsbekundungen, werden nicht von der Musik übertönt.
Eine Herde Gazellenweibchen wartet auf einen Junggesellen. © Universum
Wie schwer den Machern von 'Animals In Love' die Auswahl der Liebesgeschichten aus allem Material gefallen sein muss, kann man im Bonusteil erahnen: In Making Of und B-Roll finden viele sehenswerte Tier- und Naturbilder einen Platz, die dem Schnitt des Kinofilms zum Opfer fallen mussten.
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