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Rock Star - 08.01.2009 00:05 - ARD

Wir fühlen uns Heavy Metal

Von Tom Ruder 8. Jan 2009, 00:05

Chris Cole (Mark Wahlberg, rechts) beäugt äußerst kritisch einen Konkurrenten. Cole ist unter allen Imitatoren des Leadsängers der Band Steel Dragon doch der beste. © ARD / Degeto

Chris Cole (Mark Wahlberg, rechts) beäugt äußerst kritisch einen Konkurrenten. Cole ist unter allen Imitatoren des Leadsängers der Band Steel Dragon doch der beste. © ARD / Degeto

'Do you feel Heavy Metal?' fragten die Britpopper von Blur in 'Song 2', ihrem Über-Hit aus dem Jahr 1997. Drei Jahre später, als der Stern von Bon Jovi, Pantera und Konsorten längst untergegangen war, erhielten sie die Antwort: Verdammt, ja! Wir fühlen uns Heavy Metal. Wir finden Leder auf der nackten Haut lässig, wir stehen auf Gitarristen, die während ihrer Soli in orgiastische Ekstasen verfallen. Und lange Haare sind cool. Ernsthaft. Stephen Hereks Film 'Rock Star' (2000) führt zu dieser Erkenntnis - eine eineinhalbstündige Hommage an harte, schnelle Gitarrenmusik. Die ist, zugegeben, nicht jedermanns Geschmack.

Chris Cole (Mark Wahlberg, Mitte) steigt vom Sänger einer Coverband zum Leader einer berühmten Rockband auf. Doch unter dem plötzlichen Erfolg droht Chris Beziehung zu Emily (Jennifer Aniston, zweite von links) zu scheitern. © ARD / Degeto

Chris Cole (Mark Wahlberg, Mitte) steigt vom Sänger einer Coverband zum Leader einer berühmten Rockband auf. Doch unter dem plötzlichen Erfolg droht Chris' Beziehung zu Emily (Jennifer Aniston, zweite von links) zu scheitern. © ARD / Degeto

Offenbar vor allem nicht der der ARD-Programmverantwortlichen. Das Erste verbannt die Wiederholung der mit Rock-Klischees überhäuften, aber dennoch treffenden und liebenswerten Heavy-Metal-Komödie ins Nachtprogramm.

Chris Cole (Mark Wahlberg) ist ein richtiger Rocker. Tagsüber übt er vor dem Spiegel die Posen seiner Vorbilder, am Abend spielt er zusammen mit seinen Kumpels in der Coverband Blood Pollution die Stücke seiner Lieblingsband Steel Dragon nach. Auch in seiner äußeren Erscheinung hat sich Chris dem verehrten Frontmann seiner Lieblingsband, Bobby Beers (Jason Flemyng), angepasst.

Emily (Jennifer Aniston, rechts) begleitet ihren Freund Chris zu allen Konzerten. © ARD / Degeto

Emily (Jennifer Aniston, rechts) begleitet ihren Freund Chris zu allen Konzerten. © ARD / Degeto

Lange Mähne, düsteres Make-up und Ledermontur sind für ihn Pflicht. Als die Jungs von Blood Pollution ihn aus der Band kicken, fällt er in ein tiefes Existenzloch.

Doch bald beginnt für den jungen Pittsburgher ein Trip mit beinahe surrealistischen Zügen. Weil Bobby Beers schwul und zudem völlig ausgebrannt ist, muss er Steel Dragon verlassen. Und wer wäre als neuer Sänger besser geeignet als Chris, der jedes Wort, jeden Akkord, jede Bühnenpose seiner Helden auswendig kennt? Für ihn und seine Freundin Emily (Jennifer Aniston) beginnt eine wilde Zeit: Die Welt von Sex, Drugs and Rock'n'Roll ist plötzlich zu ihrem Zuhause geworden.

Chris Cole (Mark Wahlberg, rechts) war mit seiner Band auf einem Konzert der von ihm verehrten Heavy-Metal-Formation Steel Dragon. © ARD / Degeto

Chris Cole (Mark Wahlberg, rechts) war mit seiner Band auf einem Konzert der von ihm verehrten Heavy-Metal-Formation Steel Dragon. © ARD / Degeto

Mark Wahlberg, mit einer Mähne, die weit über die Schulterblätter reicht - die Mutation vom Teenie-Rapper zum ernsthaften Schauspieler schloss er damit endgültig ab. Zuletzt war er im Film 'Max Payne' im Kino zu sehen. Für authentische Bühnen-Atmosphäre sorgen in 'Rock Star' die Musiker-Rollen, die Stephen Herek durch die Bank mit Leuten besetzte, die tatsächlich in Rockbands spielen oder spielten. Wohl am bekanntesten: Brian Vander Ark, im echten Leben Sänger der US-Rocker The Verve Pipe, im Film spielt er Bandmitglied Riki von Blood Pollution.Die Story an sich mag ein wenig haarsträubend klingen, ist aber wahr. Als Vorlage für das Drehbuch diente Autor John Stockwell - zu Recherchezwecken begleitete er sogar eine Zeit lang die Metal-Band Pantera auf Tour - das Schicksal von Judas-Priest-Sänger Ripper Owens. Für den eingefleischten Fan wurde der Traum von der eigenen Rockstar-Karriere Wirklichkeit, als er 1995 den Platz des langjährigen Frontmanns Rob Halford nach dessen Weggang einnehmen durfte.

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