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Filme über und nach Lion Feuchtwanger bei 3sat

17. Dez 2008, 10:48

Die heutige Villa Aurora (Bild: ZDF / Roland Breitschuh) © DPA

Die heutige Villa Aurora (Bild: ZDF / Roland Breitschuh) © DPA

Hamburg - Er schrieb erfolgreiche Romane wie «Jud Süß» und «Die Geschwister Oppermann» und galt bei seinem Tod 1958 als einer der bedeutendsten Schriftsteller deutscher Sprache.

Zum 50. Todestag von Lion Feuchtwanger widmet der Kultursender 3sat dem Autor einen Programmschwerpunkt, der an diesem Mittwoch (21.15 Uhr) mit der Dokumentation «Feuchtwanger lebt!» beginnt. Feuchtwanger starb am 21. Dezember 1958 im Alter von 74 Jahren in seinem amerikanischen Exil in Los Angeles.

Zu den Konstanten im Leben des 1884 geborenen Feuchtwanger zählen seine Frau Marta, seine Bibliotheken und das Exil. Bei der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 befindet sich der gesellschaftskritische Schriftsteller gerade auf einer Vortragsreise durch die USA. Er kehrt nicht nach Deutschland zurück, sondern findet im französischen Sanary-sur-Mer eine neue Heimat. Nach dem Beginn des Zweiten Weltkriegs kommt er in ein französisches Internierungslager, aus dem er jedoch entkommen kann. 1940 gelingt Lion und Marta Feuchtwanger die Flucht in die USA.

Drei Jahre später bezieht das Ehepaar in Pacific Palisades, einem Stadtteil von Los Angeles, eine Villa, die bis zu ihrem Lebensende ihr Zuhause bleibt. Das weitläufige Anwesen wird bald zu einem Treffpunkt prominenter Exilanten, unter ihnen Bertolt Brecht, Thomas und Heinrich Mann, Arnold Schönberg und Albert Einstein. Auch Aldous Huxley und Charlie Chaplin sind dort zu Gast. In Los Angeles kann Feuchtwanger auch wieder Bücher sammeln, nachdem er bereits zwei wertvolle und umfangreiche Bibliotheken durch Flucht, Enteignung und Krieg verloren hat. Seine dritte Bibliothek ist bis heute erhalten geblieben. Das Haus ist eine Stätte der Begegnung und des deutsch- amerikanischen Kulturaustauschs geworden.

Der Filmautor Herbert Krill zeichnet in seinem Porträt die wesentlichen Linien im Leben und Werk Lion Feuchtwangers nach: seine Leidenschaft für Bücher, seine Arbeitsweise, seine 46 Jahre währende Ehe mit Marta und seinen unerschütterlichen Optimismus.

Nach der Dokumentation zeigt 3sat um 22.25 Uhr den ersten Teil des zweiteiligen Fernsehfilms «Die Geschwister Oppermann», den Egon Monk 1981 für das ZDF drehte. In den Hauptrollen agieren Wolfgang Kieling, Rosel Zech und Michael Degen. Der zweite Teil folgt am Donnerstag zur gleichen Zeit. Am 20. Dezember (15.00 Uhr) läuft «Goya» nach Feuchtwangers gleichnamigem Roman in der Regie von Konrad Wolf. Die Koproduktion DDR/Sowjetunion entstand 1971.

© 2008 dpa - Deutsche Presse-Agentur

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