Kunst Reportagen


Interview: Melanie Laetitia Mantis

Von Oliver Lippert 13. Feb 2009, 01:08

Aus aktuellem Anlass, eine Ausstellung in Berlin die mit einer Vernissage am 13.02.2009 beginnt, führte ich mit Melanie Laetita Mantis ein Interview. Wir redeten über Kunst, ihre Einflüsse, ihren Weg zur Kunst und vielen anderen Dingen.

Ich gehe jetzt erst einmal davon aus, dass Dich nicht jeder kennt und daher würde ich Dich bitten Dich und Deine Arbeit einmal vorzustellen.

Ich bin diejenige, vor der deine Eltern dich gewarnt haben... Ich zerstöre Weltbilder und erschaffe Universen. Vielleicht klau ich auch deine Freundin wenn sie mir gefällt (lacht). Ich bin eine satanische Hexe, die ihren Weg geht. Ach ja, und ich bin Künstlerin und Photographin...  Künstlerisch aktiv war ich mein ganzes Leben lang auf die eine oder andere Art, und vor ein paar Jahren habe ich das schließlich zu meinem Beruf gemacht. Ich arbeite im Wesentlichen freischaffend, mache aber auch Auftragsarbeiten. Zu meinen Arbeiten möchte ich eigentlich gar nicht soviel sagen. Wenn ich das in Worten ausdrücken könnte, wäre ich Dichter geworden... (lacht)

Vom 13. Februar bis zum 06. März hast Du Deine erste Ausstellung im Berliner „theARTer". Wie kam es dazu und wie laufen die Vorbereitungen bisher?

Die Vorbereitungen sind abgeschlossen, ich habe meine Bilder bereits in der Galerie abgeliefert. Zu der Ausstellung kam es ganz einfach. Der Galerist von theARTer, Carsten Schmidt schrieb mich an, und nach einigen längeren Telefongesprächen waren wir uns einig und haben einen Termin für die Ausstellung gemacht. Das ist meine erste Ausstellung in Deutschland. Soviel ist richtig, aber es ist nicht das erste mal, dass meine Bilder ausgestellt werden. Ich war letztes Jahr in den USA und habe dort an einer Ausstellung in der "Germ Gallery" in Philadelphia teilgenommen. Das Ereignis war insofern ungewöhnlich, dass ausschließlich Mitglieder der Church of Satan daran teilgenommen haben.

Deine Ausstellung trägt den Titel „Kultur-Terror und Teufelswerk –Kunst-Photografie-Ritual". Inwiefern verbindest Du die Begriffe Kultur-Terror und Teufelswerk mit Deiner Arbeit und was bedeuten diese im Einzelnen für Dich?

Diese Begriffe sind Etiketten, nicht mehr und nicht weniger. Mir persönlich bedeuten Etiketten gar nichts. Sie sind bloß eine Erklärung für diejenigen, die das eigene Vorstellungsvermögen abgelegt haben. Ich habe diese Etiketten schon so oft erklärt, dass ich mittlerweile bereue sie überhaupt zu benutzen, aber als Künstler wird man immer wieder dazu aufgefordert die eigene Arbeit irgendwie zu erklären und zu etikettieren. Eigentlich wäre es mir lieber, dass der Betrachter sich seine eigenen Gedanken macht, insofern werde ich deine Frage mal so im Raum stehen lassen.

Es scheint, dass Deine Bilder aus der Era I nicht zur Geltung kommen werden. Worauf bezieht sich diese Entscheidung und welche Era wird ausgestellt werden?

Era I war, bis auf einige Ausnahmewerke die mir immer noch gefallen, eine Lernphase für mich. Ich habe damals viel experimentiert und weniger zielgerichtet gearbeitet. Ich musste damals den Weg finden, der zu einem bestimmten Ergebnis führt. Heute kenne ich den Weg und bin in der Lage genau das umzusetzen, was ich vor meinem geistigen Auge sehe. Zur Ausstellung bringe ich fast ausschließlich nur neuere Werke mit, die innerhalb der letzten vier Jahre entstanden sind. Also Era II und III, bis auf eine kleine Serie aus dem "Book Of The Dead".

Kannst Du generell noch etwas zu der Ausstellung sagen? Wer wird anwesend sein am Tag der Vernissage am 13.02. Februar?

Die Ausstellung wird musikalisch von svril / Foresta di Ferro begleitet, und ich bin sehr glücklich darüber, dass John Murphy sich bereit erklärt hat, mir seine musikalische Unterstützung zu geben. Meine Bilder werden auf schwarzem Hintergrund präsentiert, denn so sind sie auch erschaffen worden. Wer alles anwesend sein wird werde ich nicht verraten. Schließlich sollen die Leute ja wegen meinen Bildern kommen und nicht, weil ich ein "Name Dropping" veranstalte. Das ein oder andere nicht ganz unbekannte Gesicht wird aber dabei sein. Es kommen auch einige Gäste aus dem Ausland eingeflogen.

Du hast einen Doktortitel in den Naturwissenschaften. Hat dieses Wissen Deine Kunst in irgendeiner Weise beeinflusst?

Alles was ich tue oder getan habe hat irgendwie einen Einfluss auf meine Kunst. Meine Zeit als Naturwissenschaftlerin hat meine Beobachtungsgabe geschärft und mir die Möglichkeit gegeben viel zu Reisen und Zeit in der Natur zu verbringen. Ich bin zwar ein geborenes "Stadtkind" und in Hamburg aufgewachsen, aber ich fühle mich in der Natur wohler, wo ich nicht von gesellschaftlich diktierter Moral umgeben bin.

Wo wir gerade von Einflüssen reden: Welche Dinge sind es die Dich beeinflussen?

Kultur. Europäische Kultur versteht sich. Die Amerikaner haben ja keine (lacht). Meine direkte Umwelt beeinflusst mich sehr. Aus diesem Grund umgebe ich mich nach Möglichkeit nur mit Dingen, die mir gefallen. Ich lebe recht abgekapselt von der normalen Welt in meinem eigenen Universum, das ich nach meinen Bedürfnissen und Vorlieben gestalte. Ich habe seit mehr als einer Dekade keinen Fernseher mehr und ich nehme auch nicht an den üblichen Festivitäten teil, die für den Durchschnittsmenschen das Jahr aufteilen. Weihnachten, Ostern, Silvester, all das hat keine Bedeutung mehr für mich. Einen Sonn- oder Feiertag bemerke ich oft erst, wenn ich vor verschlossener Ladentür stehe (lacht). Musik beeinflusst mich. Allerdings habe ich auch kein Radio, sondern suche mir sehr genau aus was ich hören möchte. Literatur beeinflusst mich ebenfalls, wobei ich zumeist Klassiker vorziehe. In den letzten Jahren hat mich auch zunehmend das Phänomen der "Apocalypse Culture" beeinflusst. Unsere westliche Welt ist ja dabei immer mehr auseinanderzubrechen. Der Verlust an Kultur und Verstand ist immens. Direkt künstlerisch beeinflusst haben mich Hieronymus Bosch, Dalvadore Dalí und H.R. Giger, um nur einige Namen zu nennen.

Was ist für Deine Zukunft noch geplant? Was können die (Kunst)Interessierten von Dir in nächster Zeit erwarten?

Ich möchte dieses Jahr noch ein paar Bücher veröffentlichen; Bildbände versteht sich. Zwei Scripte liegen fast fertig in der Schublade. Eine Veröffentlichung dieser war eigentlich schon zum Ende des letzten Jahres geplant, aber mir kamen ein Umzug über eine weite Strecke, mehrere Reisen und meine Ausstellungen dazwischen, diese vollständig fertigzustellen. Da ich nichts publizieren möchte, mit dem ich nicht einhundert Prozent zufrieden bin, habe ich diese Veröffentlichungen erst einmal zur Seite gelegt, werde aber sobald ich wieder etwas mehr Zeit habe die Bücher fertigstellen. Alle meine Bücher werden bei RedMantis Productions erscheinen. Ich habe kürzlich zudem angefangen, mit bewegten Bildern zu arbeiten und habe mir zu diesem Zweck eine Filmkamera zugelegt. Natürlich werde ich auch weiter Bilder kreieren und photographieren. Ach ja, und die naechste Ausstellung wird schon am 14.3. stattfinden, dieses Mal nur mit Photographien. Location wird wieder Berlin sein.

Vielen Dank für das Interview und Deine Zeit. Viel Erfolg mit Deiner Ausstellung. Wenn Du noch einige Worte an unsere Leser richten möchtest, dann hast Du jetzt die Gelegenheit dazu.

Ich danke dir ebenfalls für die Möglichkeit, dieses Interview zu publizieren und danke den Lesern für ihre Aufmerksamkeit.

(c) Alle Rechte der Bilder liegen bei Laetita Mantis.

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