Musik Kritiken
CD Kritik: Zum Tode Hin von Finsterforst
Von Andre Friebel 14. Feb 2009, 00:34

Man stelle sich nun in diesen Tagen den Schwarzwald vor, wie verschneit aber auch mystisch sich in voller Pracht sein Antlitz zeigt. Sicher bietet er so, wie auch schon allein durch seine Größe wie Beschaffenheit, die ideale Inspiration um eine Folk-/Viking-Band entstehen zu lassen, welche diese beiden Musikarten gekonnt verknüpft und einen eigenen Stil geschaffen hat, der sich durchaus hören lassen kann.
Die Rede ist von der siebenköpfigen Band Finsterforst, die am 27. Februar ihr zweites Werk mit dem Titel „...zum Tode hin“ auf die Menschheit „loslässt“. Mit an Bord ist weiterhin der Gastmusiker Sevan Kirder, der die passende „Flöttenarbeit“ in die fünf Stücke des Albums einbringt. Neben dem Akkordeon sowie den Einflüssen der klassischen Gitarre ist es am Ende dem „Tin Whistle“ mit zu verdanken, dass hier hervorragende Parts geschaffen werden, die wiederum ohrwurmartige Melodien hervorbringen.
Durch diese klassischen Instrumente sowie den hellen Chorgesängen wird eine ordentliche Portion „Humppa“ an den Tag gelegt, die eine bestimmte Feier und Schunkellaune mit sich bringt. Aber im Vordergrund steht bei diesem Aspekt der Folk Metal und so ist das gesellige Treiben eher etwas, was man von Bands wie Finntroll kennt. Allerdings sind hier zwischen der genannten Band sowie Finsterforst deutliche Parallelen auszumachen wo wirklich behauptet werden kann, dass unsere Jungs aus dem Schwarzwald hier ein Album abliefern werden, welches lange von sich Reden machen dürfte!
Sicher sind Finsterforst mit ihrer Gründung 2004 kein deutsches Urgestein auf diesem Gebiet, aber was sie sind, ist ein klarer und deutlicher Wind, der sich den Weg in die Ohren sucht und findet, nicht zuletzt mit ihren stark naturverbunden Liedertexten, die zum einen sehr einprägend und zum anderen alle samt im Beiheft zu finden sind, welche mit einem Tribal umrahmt sind.
Die Gesamtspielzeit von guten 70 Minuten (!) sollte man sich bei „gerade“ mal fünf Liedern besonders vor Augen halten. Hier ist wirklich eine große Leistung erzielt worden, die die Songs nicht langweilig werden und im Gegenteil immer wieder neue Strukturen entstehen lassen. Auch die elektrischen Instrumente beweisen, dass ihre Spieler ein hohes musikalisches Talent besitzen und auch die Liebe zum Detail stimmt! Nicht zuletzt wird dem Hörer auch ein Keyboard geboten, welches sich nicht in der hohen Anzahl der Musik verliert, sondern allem standhält. Die Hauptvocals an sich bleiben stilgerecht und kombinieren in den passenden Stellen mit den Chorgesängen. So bringen die kreischenden Growls (die aber verständlich bleiben) die nötige Portion Härte und Entschlossenheit mit.
Die Lieder sind alle ähnlich gestrickt, auch wenn sie in keinerlei Hinsicht einem anderen gleichen. Ich denke jeder sollte sich hier wirklich einen Einblick verschaffen und das Album einfach genießen. Erwähnenswert ist allerdings Lied 5 (Untergang), das den Eindruck macht, dass es sich hier um ein Instrumentalstück handelt. Besonders bei diesem Stück steht die klassische Gitarre anfangs im Vordergrund. Aber auch dieser Song baut sich auf zu einer gigantischen Länge und hat Hymnen-Charakter.
Ich finde, dass es wirklich sehr wenig gibt was man bei „...zum Tode hin“ kritisieren könnte. Also werde ich es an dieser Stelle auch lassen und wünsche der Band auf ihren Wegen alles Gute und dass sie nun bei ihrem neu gefundenen Label „Einheit-Produktionen“ weiter solche Arbeiten an die „Leute“ bringt. Heidnische Musik in bester Manier!! Ratsam wäre es wohl auch die Band bei kommenden Konzerten zu sehen, gerade weil Live-Auftritte bereits angekündigt sind.
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