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Hitler und Stalin - Porträt einer Feindschaft - 08.04.2009 21:00 - ARTE
Rassenwahn und Klassenkampf
Von Annekatrin Liebisch 8. Apr 2009, 21:00

Vor knapp 70 Jahren jubelten in Nürnberg tausende Menschen dem Führer zu - heute verfällt das ehemalige Reichsparteitagsgelände. © ZDF / Looks Filmproduktion GmbH
Der Zuschauer kennt sie kaum noch, die klassische Dokumentation. Ohne Reenactment, ohne Zeitzeugen, ohne Expertenaussagen und ohne aufwendige Computeranimationen. So dauert es ein paar Minuten, bis sich die Sehgewohnheiten angesichts Ullrich H. Kastens neuestem Werk 'Hitler und Stalin - Porträt einer Feindschaft' umgestellt haben. Fakten und Archivfilme sind die beiden Säulen, auf die der Filmemacher traditionell baut, verbunden durch wohl überlegte, punktgenaue Formulierungen. ARTE zeigt den 90-Minüter zur Primetime.
Nachdem sich der Grimmepreis-Träger zuletzt 'Hitler & Mussolini' widmete, bleibt Ullrich H. Kasten den Diktatoren treu.

Es überrascht nicht, dass ein Teil des Filmmaterials wie bei den meisten Weltkriegsdokumentationen vertraut wirkt, doch bei seiner Tour durch europäische Archive entdeckte der Berliner genügend Bänder, die das Publikum noch nicht zu Gesicht bekam.
Beginnend am 22. Juni 1941, dem Tag, als die deutschen Armeen in die Sowjetunion einmarschierten, führt der Filmemacher von Schlachtfeld zu Schlachtfeld. Denn dort manifestierte sich das Verhältnis von Hitler und Stalin, persönlich begegneten sie sich nie. Von Brest über St. Petersburg bis Moskau geht die Reise, Wien, Auschwitz und der Obersalzberg sind ebenfalls Stationen.

Klar gegliedert zeigt die Dokumentation zunächst den Aufstieg Hitlers, dessen Armeen scheinbar unaufhaltsam in den Osten vordringen, während Stalin ratlos zusieht. Er muss sich eingestehen, dass er den 'Schurken mit der schwarzen Strähne' unterschätzte, als 1939 der Pakt zwischen Deutschland und der Sowjetunion von den Ministern Molotow und Ribbentrop besiegelt wurde.
Erst 1943, mit der Kapitulation der deutschen Truppen in Stalingrad, erfolgte der 'Seitenwechsel der Depression'. Nun sitzt 'der vom Klassenkampf Besessene' am längeren Hebel, 'der Rassenwahnsinnige' verliert hingegen den letzten Rest Realitätsbezug.

Obwohl man wenig über das Leben der Diktatoren erfährt, entwirft der Film ein detailreiches Bild über das Verhältnis der beiden. Ohne Sensationslust, dafür stellenweise zynisch, reiht Kasten unheimlich viele Fakten aneinander. Dem Zuschauer bleiben allerdings kaum Momente, kurz innezuhalten und das eben Gesehene zu verarbeiten.
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8. Apr 2009, 21:00
Die Feindschaft zweier Diktatoren prägte nachhaltig das Bild Europas: Ohne sich jemals persönlich zu begegnen, führten Hitler und Stalin blutige Schlachten um die Vorherrschaft ihres jeweiligen Systems. Ullrich Kasten versucht in seiner Dokumentation, die beiden Gewaltherrscher gegenüberstellend zu porträtieren. ... mehr






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