Für viele Jugendliche ist ein eigener Web-Auftritt längst eine Selbstverständlichkeit. Bei Gratis-Anbietern organisieren viele Kids Speicherplatz und basteln mit Homepage-Baukästen ihre eigenen Internet-Präsenzen. Worauf sie dabei zu achten haben, um nicht mit dem Gesetz in Konflikt zu geraten, sollten ihnen unbedingt die Eltern beibringen. Die Erziehungsberechtigten müssen sich deshalb selbst mit dem Thema auseinander setzen, um möglichen finanziellen Schaden von sich selbst abwenden zu können. Denn begehen Heranwachsende beispielsweise eine Urheberrechtsverletzung, müssen nicht selten die Eltern haften, wenn der Rechteinhaber oder dessen Anwalt eine Abmahnung schickt.
Etliche Teenager wollen auf ihren Internet-Seiten gern über sich, ihre Vorlieben und ihre Hobbys berichten. Wird hierbei zum Beispiel über das geliebte Haustier berichtet, peppen viele Kids die Fotos vom eigenen Kaninchen mit Hintergrundinformationen auf, die sie von anderen Internet-Seiten kopieren. Oder es werden schöne Fotos im Web aufgestöbert, die dann auf der eigenen Homepage gezeigt werden. Sowohl bei der Verwendung fremder Texte als auch beim Einbau von Fotos sind aber immer die jeweiligen Urheberrechte zu beachten. Werden urheberrechtlich geschützte Inhalte verwendet, kann das rasch einen drei- oder gar vierstelligen Bereich kosten, wenn der Rechteinhaber den Verstoß bemerkt und einen Anwalt einschaltet.
Es wäre falsch, Jugendlichen zu verbieten, eine eigene Internet-Seite zu erstellen. Sie sollten hierin von den Eltern unterstützt werden, denn sie erlangen dadurch Kenntnisse und Erfahrungen im Umgang mit dem Web, die später im Berufsleben vielleicht einmal von Nutzen sein könnten. Doch sollten die Erziehungsberechtigten den Heranwachsenden auch erklären, dass Text- und Bilddiebstahl unbedingt zu vermeiden sind. Texte sollten lieber selbst verfasst werden. Und wer unbedingt Bilder eines anderen Webseiten-Betreibers verwenden möchte, sollte diesen höflich um Erlaubnis bitten und sich diese schriftlich (per E-Mail) bestätigen lassen.
Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, auf rechtefreie Bilder zurückzugreifen - oder eben auf solche, die unter Nennung des Autors und der Quelle kostenlos für den privaten Nutzer bereitstehen. Beispiele für Seiten, die solche Bilder anbieten, sind www.flickr.com und www.pixelio.de. Dort finden sich unzählige Fotos, von denen einige zur freien Verwendung unter den auf den Portalen genannten Lizenzbedingungen verfügbar sind. Zwar muss man immer genau hinschauen, aber wer es seinen Kindern erklärt und mit ihnen gemeinsam nach Fotos sucht, erzieht sie zu verantwortungsbewussten Netzbürgern und ist in Bezug auf das Urheberrecht auf der sicheren Seite. Gaby Schulemann-Maier/cid
© 2009 Global Press
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