DVD Kritiken
DVD Kritik: Zurück zu einem unbekannten Anfang
Das Unabänderliche annehmen
Von Elisabeth Singer 23. Mär 2009, 07:56

Die DVD 'Zurück zu einem unbekannten Anfang' begleitet fünf Alzheimerkranke und ihre Angehörigen. © Polyfilm
'Was man nicht ändern kann, muss man annehmen': So lautet das Lebensmotto von Antje Laad, deren 82-jähriger Mann Norbert an Alzheimer erkrankt ist. Der Dokumentarfilm 'Zurück zu einem unbekannten Anfang' (2007) begleitet sie und vier weitere Familien, in denen ein Angehöriger an der Demenzerkrankung leidet.
Unterschiedliche Konstellationen und Formen der Betreuung werden im Film gezeigt. Da ist etwa die Großfamilie Schnetzer, bei der drei Generationen unter einem Dach leben. Großmutter Luise wirkt nach außen hin auf eine liebevolle Art einfach etwas vergesslich, doch ihre Familie erlebt jeden Tag mit, wie sie geistig abbaut.

Noch immer fühlt sich die 82-Jährige in der Rolle der Familienversorgerin, obwohl ihr die schon lange von den Schwiegertöchtern abgenommen wurde. Die drei Söhne kümmern sich gemeinsam mit ihren Frauen und Kindern um die Mutter, deren unbändiger Bewegungsdrang sie nicht zur Ruhe kommen lässt. Im Fall von Norbert kommen zum Gedächtnisschwund noch die zahlreichen körperlichen Gebrechen des Alterns hinzu. Friedrich Brunner erkennt seine eigenen Kinder nicht mehr, und dem Sohn der 93-jährigen Juliane Hartl bleibt neben Job und der Pflege seiner kranken Mutter keine Zeit mehr für sich selbst.

'Zurück zu einem unbekannten Anfang' begleitet die Alzheimer-Patienten und ihre Angehörigen in ihrem Alltag. In stillen Bildern zeigt er die täglichen Abläufe und Auseinandersetzungen, ohne aufdringlich zu sein. Der Kamera wird von den gefilmten Personen kaum Aufmerksamkeit geschenkt, alles geht seinen gewohnten Gang. Der Dokumentarfilm bewertet die Situationen nicht, er bildet einfach die Realität ab, ohne ein Urteil zu sprechen.
Die DVD-Edition ist mit einem 67-minütigen Bonusfilm ausgestattet, auf der die Angehörigen zu Wort kommen und von ihren Erlebnissen erzählen.

Außerdem erläutern Fachexperten die Krankheit Alzheimer und die verschiedenen Ausprägungen, in denen sie sich äußert. Auch das Verhalten der Patienten, die schon im Hauptfilm zu sehen waren, wird kommentiert.
Technisch bewegt sich der Film auf ordentlichem Niveau. Die Bildqualität der DVD schwankt allerdings. Bewegungsunschärfen stehen gestochen scharfe Close-Ups gegenüber. Zum Teil ist das Bild etwas zu dunkel, sodass Konturen kaum mehr zu erkennen sind. Die Soundqualität ist einem Dokumentarfilm angemessen, die unterschiedlichen Klangebenen von Dialogen und Umgebungsgeräuschen befinden sich in einem ausgewogenen Verhältnis.

Da der Film an sich sehr ruhig gehalten ist, stehen die Gespräche im Vordergrund, deren Ton klar zur Geltung kommt.
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