Musik Kritiken
CD Kritik: My Heart Would Have A Reason von Inger Marie Gundersen
Von Rainer Molz 9. Apr 2009, 10:02

Sie kann man bereits getrost in Skandinavien als Jazz-Diva bezeichnen - Inger Marie. Auch wenn sie hierzulande noch nicht den Bekanntheitsgrad erreicht hat wie in ihrer Heimat oder in Asien – obere Positionen in den Jazzcharts von Korea und Japan – so ebnet Inger Marie nun mit ihrem dritten Album „My Heart Would Have A Reason“ eindringlich den Weg in eine erfolgreiche Zukunft in Deutschland.
Relaxen, zurücklehnen, ausspannen und einfach genießen – Inger Marie macht es möglich. Ihre Musik verleiht Flügel. Flügel, um ins gleißende, melancholische Licht der Sonne zu gleiten. Ihre Kompositionen und Arrangements strotzen vor Leichtigkeit. Sie versprühen sanften Jazz-Pop, samtweich, wohlklingend, sinnlich. Die Songs erzählen von Liebe und Geborgenheit, von Sehnsüchten und Wünschen. Der Zuhörer fühlt sich von Beginn an in den Bann gezogen.
„My Heart Would Have A Reason“ strotzt nicht vor künstlerischer Virtuosität. Vielmehr überzeugt das Album durch Harmonie und Einklang. Dafür sorgen ein eingespieltes Team um Inger Marie mit Oscar Jansen (Piano), Ole Kristian Kvamme (Bass), Tom Rudi Torjussen (Drums), Oivind G. Stomer (Sax), Mathias Eick (Trompete) und Rasmus Solem (Vocal). Besonders erwähnenswert an der Gitarre und als Produzent, der verlorene Sohn Schwedens kehrte zurück, Georg Wadenius. Er wanderte in den 70er Jahren in die USA aus und arbeitete sehr erfolgreich mit Blood Sweat & Tears, Diana Ross, Luther Vandross, Aretha Franklin, Donald Fagan und vielen anderen mehr zusammen. Eine absolute Bereicherung sein Spiel zu verfolgen.
Elf Songs beinhaltet das aktuelle Album von Inger Marie „My Heart Would Have A Reason“. Darunter Klassiker wie „Something“ von George Harrison, „Turn Your Lights Down Low“ von Bob Marley, „Why Should I Cry For You“ von Sting und „I Can See Clearly Now“ von Johnny Nash. Auch ein Stück des 2004 debütierenden Jazz-Swinger-Pianisten Tony DeSare „Last First Kiss“ findet sich unter den Aufnahmen, wie ein Song des hier in Deutschland eher unbekannten koreanischen Gitarristen und Filmmusikkomponisten Byung Woo Lee „Even When“. Ferner eine Aufnahme des britischen Folksängers Ewan McColl „The First Time Ever I Saw Your Face“- ein bekannter Hits von Roberta Flack - sowie ein Song des Hitproduzenten Raymonde Hawker „I Only Want To Be With You“. Das Album vervollständigen drei absolut gleichwertige Eigenkompositionen.
„My Heart Would Have A Reason“ - Prädikat wertvoll! Melancholischer , einfühlsamer Jazz-Pop der sehr erfrischend daher kommt. Typisch für Musik aus Skandinavien. Einfach zurücklehnen und genießen.
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