Kino Kritiken
Film Kritik: Forbidden Kingdom
Gipfeltreffen der Martial Arts-Stars
Von Diemuth Schmidt 14. Apr 2009, 07:59

Das Motiv des Filmplakats weist auf die Dualität der beiden Stars hin, die mit ihren unterschiedlichen Martial-Arts-Stilen wie Yin und Yang agieren. © Central
Die asiatischen Action-Stars Jackie Chan und Jet Li kämpfen zum ersten Mal mit vereinten Kräften auf der Leinwand und helfen einem Zeitreisenden bei seiner Mission.
Die beiden bekanntesten Stars des asiatischen Martial-Arts-Kinos, Jet Li und Jackie Chan, befinden sich auf einer gemeinsamen Mission: Sie wollen dem internationalen und vor allem dem amerikanischen Publikum Elemente aus ihrer Kultur näher bringen. Zusammen mit dem US-Regisseur Rob Minkoff ('König der Löwen'), der mit seiner Inszenierung in dieser chinesischen Produktion den westlichen Geschmack bedienen soll, entstand das familienfreundliche Fantasy-Abenteuer 'The Forbidden Kingdom'.

Der respektlose, schlaue, arrogante und unberechenbare Affenkönig stellt in der chinesischen Welt eine der beliebtesten Heldenfiguren dar, die auch in vielen Tempeln in China verehrt wird. Mit Humor fordert er ungeniert Götter und andere Unsterbliche heraus. Verkörpert wird er hier von dem eher für härtere Kampfkunstfilme bekannten Akteur Jet Li ('Romeo Must Die'). Er ist als zu stetem Schabernack aufgelegter Affenkönig mit lustigem Backenbart kaum wiederzuerkennen und beweist Talent fürs Komödiantische.

Die gewohnt steinerne Miene setzt er dagegen in seiner zweiten Rolle im Film als Mönch auf, der den westlichen Helden des Films unterstützt.
Eigentlich beginnt die Geschichte in heutiger Zeit in South Boston, in dem mit Kampfsportpostern gepflasterten Zimmer des Jugendlichen Jason (Michael Anarano). Er liebt alte Kung-Fu-Filme und besorgt sich in Chinatown bei einem alten, blinden Shopbesitzer (Jackie Chan) immer neue DVDs. Als er dort den legendären Kampfstab des Affenkönigs in die Hand bekommt, wird er durch die Zeit ins alte China geschleudert. Dort muss er in 'Karate Kid'-Manier zur eigenen Stärke finden, um seine Aufgabe erfüllen zu können.

Er ist dazu bestimmt, den magischen Stab zum Affenkönig zu bringen. Dieser wurde von dem bösen Jade-Kriegsherrn (Collin Chou) vor hunderten von Jahren in Stein verwandelt und wartet auf Erlösung.
Natürlich benötigt Jason dafür die Hilfe eines Meisters - und hier sind es gleich zwei. Der schweigsame Mönch zum einen und Jackie Chan in einer zweiten Paraderolle voller Slapstickelemente als unsterblicher 'Drunken Master' - ständig betrunken und im Rasta-Look. Die Runde komplettiert die auf Rache sinnende Kriegerin 'Goldene Schwalbe' (Liu Yifei).

'The Forbidden Kingdom' wirkt wie Zitatekino mit einem wilden Mix aus Zutaten der klassischen chinesischen Erzählungen ('Wuxia') sowie Figuren und Anspielungen aus den alten Haudrauf-Werken Hongkongs. Die Einführung des naiven Jason als Bindeglied zur westlichen Welt soll den wilden Ritt durch asiatische Legenden mit Bösewichten wie der Peitsche schwingenden Braut mit den weißen Haaren verdaulicher machen, wirkt aber oft gewollt.

Während Filme wie 'Tiger & Dragon' den Zuschauer in eine faszinierende Welt voller Schönheit, Stil und Emotionen entführten, lässt 'Forbidden Kingdom' das Publikum irgendwo zwischen Hollywood, Hongkong und Peking ratlos stehen.
Genrefans warten natürlich vor allem auf das erstmalige Zusammentreffen von Chan und Li im Duell auf der Leinwand und werden nicht enttäuscht. Rhythmus, Kraft und Ausstrahlung stimmen, was sicher auch dem berühmten Kampfszenen-Choreographen Yuen Wo Ping ('The Matrix', 'Kill Bill') zu verdanken ist. Neu erfunden werden die Martial Arts dabei nicht, sondern massentauglich virtuos und wenig blutig in Szene gesetzt.

Für den Film spricht, dass man nur schwer unterscheiden kann, wo physisches Können aufhört und der Trick beginnt. Freunde von Jackie Chans Humor und Stil werden demnach am ehesten auf ihre Kosten kommen.
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