Musik Kritiken
CD Kritik: Southern Swamp Impressions von Bernd Rinser
Von Rainer Molz 30. Apr 2009, 09:33

Heute ist der letzte Tag zu entscheiden, ob u.a. ein Bernd Rinser zur German Blues Challenge nach Eutin reisen wird, um sich einer Jury zu stellen, die entscheidet, wer Deutschland 2010 bei der International Blues Challenge in Memphis vertreten wird.
Bernd Rinser stellt sich dem Voting mit seinem aktuellen Album „Southern Swamp Impressions“. Eine Mischung aus Blues und Country, handgemacht und meist akustisch, mit viel Harp und Dobro auf den Punkt gebracht.
Bernd Rinser ist schon lange kein Unbekannter mehr in der deutschen und europäischen Bluesszene. Der aus Oberbayern stammende Musiker widmet sich nun zum fünften Mal dem Southern Blues, den Roots des Süden Amerikas, dem Country und Folk. Und dies, für viele Fans ein wichtiger Grund ihm die Treue zu halten, authentisch, ohne viel Firlefanz und Schnickschnack, einfach eben original instrumentiert mit Harp und Dobro, Upright Bass, Lap Steel, Pedal Steel und Slide Gitarre. Über allen Instrumenten thront, stimmig und mit viel Pathos, die rauchige, an Tom Waits erinnernde, manchmal vernuschelte Stimme Bernd Rinsers.
„Southern Swamp Impressions“ steht für handgemachte Blues-Roots-Rock Musik aus einem Guss. Die Weite Amerikas versprühen die zwölf Songs gefühlt eindringlich. Sie lassen den Hörer träumen von lauschigen Sommernächten an den Ufern des Mississippi, von staubigen Ritten durch endlose Steppen, von stimmungsvollen Lagerfeuernächten in moskitoschwangeren Nächten. Ohne jegliche Verkrampfung, entspringen die Songs einem breiten Quell persönlicher Emotionen. Multiinstrumentalist Bernd Rinser bespielt dabei das weite Feld des Blues. Lässt Einflüsse aus Country, Rock und Folk gekonnt laidback pendeln. Verbindet Poesie mit Melodie, ohne das eine durch das andere auszuwischen. „Southern Swamp Impressions“ zieht sich wie ein roter Faden – wie von Fachkreisen speziell betitelt – als Swamp-Blues durch die Landschaft, vollgepackt mit den Roots des Süden Amerikas.
Die CD in ihre Bestandteile zu zerlegen und spezielle Songs rauszupicken und zu beleuchten, würde dem Gesamtwerk nicht gerecht werden. Es lohnt sich die Platte von Beginn an zu genießen. Jeder Song steht sicherlich für sich seinen sprichwörtlichen Mann. Im Gesamtpaket versprüht die erstklassig gewählte Reihenfolge ein farbenfrohes, gefühlvolles, breites Spektrum an ausgefeiltem Fingerpicking, Bottleneck und Washboard Spiel, Dobroklängen und Slidegitarrensounds. Ein sehr persönliches Konzeptalbum voll spannender Atmosphäre.
„Southern Swamp Impressions“ – kein Songmaterial für Airplay-Charts. Musik für gewisse Stunden. Musik für Liebhaber mit Staub an den Schuhen. Blues-Roots & Poesie. Nischenmusik für Nichtstubenhocker. Qualitätsvoll!
Und noch ein Hinweis: Heute letzte Gelegenheit. Unter www.blues-news.de den oder die Kandidaten wählen für die Blues Challenge 2009 in Eutin.
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