Gesundheit Reportagen


Eingeschlafene Finger: Was dahinter stecken kann

Von Karin Linke 17. Mai 2009, 12:57

mp Köln - Das Gefühl eingeschlafener Finger kennt wohl jeder Mensch. Wenn es prickelt, als würden Ameisen über die Hand laufen, ist das zwar meist harmlos. Kommt dies jedoch häufiger vor, können dahinter auch ernste Erkrankungen stecken. BGW

mp Köln - Das Gefühl eingeschlafener Finger kennt wohl jeder Mensch. Wenn es prickelt, als würden Ameisen über die Hand laufen, ist das zwar meist harmlos. Kommt dies jedoch häufiger vor, können dahinter auch ernste Erkrankungen stecken. BGW

Das Gefühl eingeschlafener Finger kennt wohl jeder Mensch. Wenn es prickelt, als würden Ameisen über die Hand laufen, ist das zwar meist harmlos. Kommt dies jedoch häufiger vor, können dahinter auch ernste Erkrankungen stecken. So können beispielsweise Schäden an der Halswirbelsäule dafür verantwortlich sein. Taube Finger können von einem Bandscheibenvorfall im Bereich der Halswirbelsäule herrühren, weil ein Nerv eingeklemmt wird. Bis dieser sich erholt hat, gelangen keine Reize ans Gehirn.

Auch Störungen im Karpaltunnel können für ein Kribbeln in den Fingern sorgen. Vor allem nachts können Schmerzen in der Hand auftreten, die bis in den Oberarm ausstrahlen. In Höhe des Handgelenks spannt sich zwischen Daumen- und Kleinfingerballen ein breites Band. Es ist wie ein Dach für den sogenannten Karpaltunnel. In ihn eingebettet liegt der mittlere Handnerv. Er ist für Gefühl und Beweglichkeit zuständig. Überlastung, aber auch hormonelle Veränderungen können laut Dr. Kamran Minaian, Neurochirurg im Wirbelsäulenzentrum der Klinik am Ring in Köln, dazu führen, dass sich das Band verdickt, der Tunnel zu eng und der Nerv eingeklemmt wird.

Eingeklemmte Nerven im Ellenbogen 'melden' sich ebenfalls meist durch taube Gefühle im kleinen und im Ringfinger. Einseitige Belastungen, zum Beispiel durch das Aufstützen des Ellenbogens, verursachen einen Dauerdruck. Unbehandelt reduziert sich das Gefühl in den Fingern immer mehr.

Der Arzt kann mittels Elektroneurografie (ENG) genau die Stelle bestimmen, an der ein Nerv beeinträchtigt ist. Dabei wird über Elektroden gemessen, wie lange ein elektrischer Reiz benötigt, um eine Muskelreaktion hervorzurufen. Diese Zeit wird mit 'gesunden' Werten verglichen. Fällt sie langsamer aus, liegt eine Schädigung vor. Doch nicht immer muss operiert werden. Bei Bandscheibenschäden wird eine Entlastung der Halswirbel empfohlen, gegebenenfalls werden Schmerzmittel verschrieben. Beim Karpaltunnel-Syndrom kann das Handgelenk zeitweilig durch eine Schiene ruhiggestellt werden. Bei eingeklemmten Nerven im Ellenbogen sollte ein Aufstützen vermieden werden. Eine OP wird nur notwendig, wenn keine Besserung eintritt, Sensibilisierungsstörungen länger anhalten oder ein völliger Ausfall bestimmter Muskeln auftritt.

© 2009 Global Press

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