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ZDF-Politsatire «heute-show» mit Oliver Welke

Von Yuriko Wahl 19. Mai 2009, 14:29

Martina Hill und Oliver Welke stellen in der 'heute-show' die Welt der TV-Nachrichten auf den Kopf.  © DPA

Martina Hill und Oliver Welke stellen in der 'heute-show' die Welt der TV-Nachrichten auf den Kopf. © DPA

Köln - Es wird seziert, entlarvt, abgefischt und gebissen. Was nach Biologie oder neuer Arztserie klingt, ist das neue ZDF- Politsatire-Format «heute-show».

Der Komiker und Moderator Oliver Welke (43) kommentiert von diesem Dienstag (23 Uhr) an satirisch- bissig Fernsehbilder aus der Politik. Sein Sichter-Team fischt auf der Suche nach geeignetem Material auch in den Sendungen der Privatsender. Politiker-Sprüche oder Partei-Parolen werden genussvoll als hohl entlarvt, TV-Nachrichten regelrecht seziert. Der gefragte Sportmoderator Welke, überwiegend für die Privaten im Einsatz, freut sich auf das neue «ZDF-Seitenstandbein». Nur die ungewohnte Krawatte stört: «Das ist der Teil, der mir nicht so gefällt», sagt er.

«Es wird einen neuen Versuch geben, den ich mit viel Hoffnung verbinde, in Sachen Humor mal wieder aktiv zu werden», erklärt ZDF-Unterhaltungschef Manfred Teubner. Das 30-Minuten-Format wird ausgestrahlt, wenn viele Zuschauer mit «politisch geprägtem Humor» ohnehin schon vor den Fernsehschirm sitzen: Einmal im Monat, nach dem erfolgreichen Polit-Kabarett «Neues aus der Anstalt». Das ZDF verspricht «kurzweiliges Politainment, unterhaltsam und geistreich zugleich». So werden «humorvolle Übersetzungen» aus dem politischen Fachchinesisch der Volksvertreter angeboten. Oder ein vermeintlicher Reporter der fiktiven ZDF-Nachrichtenwelt lässt sich von Experten amüsant eine Bad Bank erklären, sagt Welke - «investigativer Humor».

Das ZDF will sich von den Nachrichten-Parodien der privaten Konkurrenz klar absetzen. Es gebe viele Sketch-Formate und dabei auch eine «Comedy-Müdigkeit bei den Zuschauern», meint Welke, der zweimal den Deutschen Comedy-Preis und 2003 den Deutschen Fernsehpreis für die beste Sportmoderation (für «ran» bei Sat.1) erhalten hatte. Mit echter politischer Satire bringe er dagegen «neue Farbe» ein. Im Superwahljahr sei der Zeitpunkt für dieses Projekt ideal, betont der zuständige ZDF-Redakteur Stephan Denzer. Und Welke mit seinen «zwei Identitäten» als Moderator und Komiker wie geschaffen für den Job. Ein Herumhacken auf Promis à la Dieter Bohlen und Naddel werde es nicht geben, stellt dieser klar.

Anchorman Welke - er möchte «weder Tom Buhrow noch Claus Kleber verkörpern» - will auch Tagesaktuelles einfließen lassen, wenn die Sendung vier Stunden vor Ausstrahlung aufgezeichnet wird. Als «eine Antwort auf Bettina Schausten» - Moderatorin der ZDF- «Politbarometers» - hat er Schauspielerin Martina Hill an seiner Seite. «Mit typischer Schilddrüsen-Überfunktion» werde sie Zahlen und Diagramme zeigen, sagt Hill.

© 2009 dpa - Deutsche Presse-Agentur

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