Adel


Argentinier verteidigen «Lügen-Buch» über Máxima

Von Jan-Uwe Ronneburger 20. Mai 2009, 09:56

Eine nichtautorisierte Biographie über Prinzessin Maxima hat für Wirbel gesorgt.  © DPA

Eine nichtautorisierte Biographie über Prinzessin Maxima hat für Wirbel gesorgt. © DPA

Buenos Aires - Ein Sturm der Entrüstung brach los, als die beiden argentinischen Journalisten Álvarez Guerrero und Soledad Ferrari die erste und nichtautorisierte Biographie über Máxima, die aus Argentinien stammende Frau des niederländischen Thronfolgers Prinz Willem, vorlegten.

«Prinzessin Máxima: Geschockt über Lügenbuch» und «Lügenreigen über Máxima» lauteten einige der empörten Schlagzeilen. Die Autoren sind einigermaßen überrascht. «Das ist keine reißerische Biographie, aber als das Buch erstmal veröffentlicht war, hat sich die niederländische Boulevardpresse darauf gestürzt und unserem Buch Aussagen angedichtet, die es gar nicht enthält», verteidigt sich der Journalist im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa.

«Es gibt ein Blog im Internet, das alle vermeintlichen Fehler auflistet. Es ist ein wenig lächerlich, denn da werden einige falsch geschriebene Namen genannt. Ansonsten wird uns schlicht alles als Fehler angekreidet, dem Máxima oder der Hof widersprochen haben. Aber wir haben die Beweise», beteuert Guerrero. «Wir haben immer gedacht, dass wir ein Buch über eine Prinzessin schrieben. Tatsächlich handelt es sich aber um ein Buch über eine baldige Königin, und das erklärt vielleicht zum Teil die Reaktionen», ergänzt Ferrari.

In Argentinien erschien das Buch über Máxima Zorreguieta, die Prinz Willem-Alexander im Februar 2002 als «Prinzessin der Niederlande» heiratete, unter dem Titel «Máxima, una historia real». Bei der Übersetzung ins Deutsche, «Máxima, eine königliche Geschichte», geht die Doppelbedeutung verloren: real heißt im Spanischen sowohl «königlich» wie auch «wirklich, tatsächlich». Der Titel der niederländischen Ausgabe, die gerade auf eine zweite Auflage zusteuert, lautet: «Maxima, de Argentijnse jaren» und trifft den Inhalt am ehesten. Bald soll das Buch auch in Deutschland und Spanien erscheinen.

«Als wir mit den Recherchen begannen, erhielten wir einen offiziellen Anruf aus dem Königshaus, in dem uns gerichtliche Schritte androht wurden, falls wir weiterhin Familienangehörige und Freunde Máximas anrufen würden», erzählt Ferrari. Das Königshaus habe alle Anfragen abgeblockt. «Die Antworten auf unsere Anfragen waren ein Witz: Wir sollten die Internetseite der Krone ansehen», sagt Guerrero. «Das Königshaus will das Bild von einer perfekten Máxima verbreiten, ohne Vergangenheit, ohne den argentinischen Teil», wirft Ferrari den Verantwortlichen am Hofe vor. «Und dann immer diese schönen Märchen wie zum Beispiel, dass Máxima bei der ersten Begegnung mit Willem nicht gewusst habe, dass es sich um den niederländischen Thronfolger handelte», ergänzt Guerrero kopfschüttelnd.

Die beiden Journalisten erzählen, sie hätten Dutzende Interviews mit Familienangehörigen, Freunden, ehemaligen Mitschülern und Arbeitskollegen, früheren Lehrern und Chefs von Máxima geführt. «Wir können die Namen nicht nennen, denn wir haben Vertraulichkeit zugesagt. Aber es war auch eine Schwester dabei», betont Guerrero. Máxima werde offiziell immer als aus dem argentinischen Geldadel stammend dargestellt. Sie sei auch angeblich eine ganz herausragende Schülerin gewesen und habe im Beruf ungewöhnlichen Erfolg gehabt, erzählt Ferrari. «Die wirkliche Máxima war aber eine ganz durchschnittliche Schülerin, hatte Gewichtsprobleme, stammte nicht aus einer der besten Familien, sondern aus der Mittelklasse. Sie ist in Wirklichkeit viel menschlicher und damit auch glaubhafter», fügt die junge Journalistin hinzu.

Am eindrucksvollsten empfinden die beiden gescholtenen Biographen die Entwicklung, die Máxima vom behüteten Kind einer argentinischen Mittelstandsfamilie zur bald niederländischen Königin durchlaufen habe. «Anfangs verteidigte sie ihren Vater, der eine wichtige Stellung in der argentinischen Militärdiktatur hatte, bedingungslos», sagt Guerrero. «Sie war das typische argentinische Mädchen aus diesen bessergestellten Kreisen, die in einer Blase leben, die kaum etwas von den Menschenrechtsverbrechen der Diktatur wissen», fährt er fort.

© 2009 dpa - Deutsche Presse-Agentur

Kommentiere diesen Artikel

Ihre Meinung!

comments powered by Disqus

Mehr in Adel

  • Deutsche Hochzeitspralinen für Victoria

    Deutsche Hochzeitspralinen für Victoria
    Halle - Die Hochzeit zwischen Schwedens Kronprinzessin Victoria und ihrem Verlobten Daniel Westling wird den Schweden mit Pralinen aus Deutschland versüßt. ... mehr

  • Prinz Charles besucht Truppen in Afghanistan

    Prinz Charles besucht Truppen in Afghanistan
    London/Kabul - Der britische Thronfolger Prinz Charles hat überraschend britische Soldaten in Afghanistan besucht. Er sei der höchste Vertreter der königlichen Familie, der seit dem Beginn des Einsatzes 2001 in ... mehr

Mehr in Adel

  • Schnitzeljagd mit Prinzessin im Kensington Palast

    Schnitzeljagd mit Prinzessin im Kensington Palast
    London - Die eine Prinzessin ist kopflos. Die andere ist traurig und schrecklich einsam. Eine tanzt, eine weint. Sieben Prinzessinnen haben sich im Kensington Palast in London versteckt. Man muss ... mehr

  • Dänen strömen zu Frederiks Palais

    Dänen strömen zu Frederiks Palais
    Kopenhagen - Wer würde sich nicht gern mal ein bisschen «bei Königs» umschauen? Wie es da privat in der guten Stube aussieht, oder im Kinderzimmer, vielleicht auch im Schlafzimmer? ... mehr

  • Wieder Ärger für Kronprinz Willem-Alexander

    Wieder Ärger für Kronprinz Willem-Alexander
    Amsterdam - Hollands Kronprinz Willem-Alexander (42) hat wieder einmal Ärger mit Immobiliengeschäften im Ausland. Politiker der Opposition verlangen, dass der Kauf von zwei großen Grundstücken in Argentinien untersucht wird, berichtet ... mehr

  • Mette-Marit sagt wieder eine Dienstreise ab

    Mette-Marit sagt wieder eine Dienstreise ab
    Oslo - Die norwegische Prinzessin Mette-Marit (36) muss wieder eine royale Dienstreise wegen gesundheitlicher Probleme absagen. Wie der Osloer Hof mitteilte, besucht Kronprinz Haakon (36) im April entgegen früheren Planungen ... mehr

  • Camilla ändert wegen Rückenproblemen Reisepläne

    Camilla ändert wegen Rückenproblemen Reisepläne
    London - Die Ehefrau von Prinz Charles, Camilla, muss wegen Rückenproblemen ihre Reisepläne in Osteuropa ändern. Die 62-Jährige könne einige Termine in Ostpolen nicht wahrnehmen, weil sie sich einen Nerv ... mehr

  • König Albert II. ist angeblich Milliardär

    König Albert II. ist angeblich Milliardär
    Brüssel - Belgiens König Albert II. (75) ist angeblich wesentlich reicher als bisher angenommen. Das Privatvermögen des Monarchen belaufe sich auf mindestens eine Milliarde Euro, behauptet der belgische Finanzjournalist Thierry ... mehr

  • Victoria feiert Namenstag vor der Hochzeit

    Victoria feiert Namenstag vor der Hochzeit
    Stockholm - Drei Monate noch bis zur Hochzeit - und die Schweden feiern Kronprinzessin Victoria und ihren Bräutigam Daniel Westling schon mal im Voraus: Am Freitag kamen mehr als 1000 ... mehr

  • Königin Silvia wehrt sich gegen Alzheimer-Gerücht

    Königin Silvia wehrt sich gegen Alzheimer-Gerücht
    Stockholm - König Silvia (66) wehrt sich gegen die Verbreitung von Gerüchten im Internet über eine angebliche Alzheimer-Erkrankung. ... mehr