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Stammzellentherapie: Medizinisches Potenzial für die Zukunft

Von Karin Linke 19. Jun 2009, 11:19

Über die Stammzellentherapie wird viel diskutiert, doch die wenigsten Menschen können tatsächlich etwas mit dem Begriff anfangen: Stammzellen sind Zellen, die noch nicht auf ihre Funktion im menschlichen Körper festgelegt sind. Sie lassen sich zum Beispiel in Blut-, Nerven-, Muskel-, Herz- oder Hautzellen umwandeln. Erwachsene besitzen circa 20 Stammzelltypen. Stammzellen im Knochenmark beispielsweise bilden Blutbestandteile, andere erneuern Muskeln und Bindegewebe. Zudem sorgen sie für Nachschub an Ersatzzellen, wenn deren 'Reparatur' notwendig ist.

Zu therapeutischen Zwecken werden unterschiedliche Stammzellen eingesetzt. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen körpereigenen (autologen) und körperfremden (allogenen) Stammzellen. Je nach Therapie werden die autologen Zellen den allogenen vorgezogen, da sie kaum Abstoßungsreaktionen hervorrufen. Dennoch eignen sich auch allogene Zellen. Da sie Abstoßungsreaktionen hervorrufen können, muss der Empfänger meist lebenslang Medikamente einnehmen.

Eine besondere Art von Stammzellen findet sich in der Nabelschnur gerade entbundener Babys. In dem Nabelschnurblut schwimmen spezielle - nicht mehr rein embryonale, aber auch nicht erwachsene (adulte) - Stammzellen des neuen Weltbürgers. Mit einer Spende dieses Blutes lassen sich die Zellen risikolos und einfach für Mutter und Kind und den Empfänger gewinnen. Stammzellen aus Nabelschnurblut sind unbelastet und flexibel in ihrem Entwicklungspotenzial. Diese Eigenschaft macht sie für die Forschung interessant. Derzeit werden beispielsweise an der Universität Zürich Stammzellen zur Züchtung von Herzklappen herangezogen. Die Wissenschaftler versprechen sich davon, neugeborene Kinder mit Herzklappenfehlern schon frühzeitig und vollständig heilen zu können.

Mit Stammzellen aus Nabelschnurblut kann schon heute Menschen mit einer Blut- oder Stoffwechselkrankheit wie Leukämie geholfen werden. Dafür eignen sich auch Fremdspenden, das eigene Nabelschnurblut ist dafür nicht erforderlich. Denn anders als bei Normalblut vertragen Menschen immunologisch das Nabelschnurblut anderer Menschen gut. Nach Angaben der größten öffentlichen Blutbank Europas an der Universität Düsseldorf ist eine gewisse Abwehr des Patienten gegen die fremden Zellen sogar erwünscht, wie etwa bei Leukämie.

Welche Möglichkeiten der Medizin schon in absehbarer Zeit aufgrund von Stammzellentherapien noch zur Verfügung stehen könnten, lässt sich schwer abschätzen. Über das große Potenzial der Stammzellentherapie sind sich medizinische Experten allerdings einig (www.nabelschnurblut-experten.de).

© 2009 Global Press

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